Technik

VR-App für HTC Vive Ikea-Küchen erobern virtuelle Realität

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In der Ikea VR Experience kann man verschiedene Materialien und Farben ausprobieren.

(Foto: Ikea)

Ikea ist in der virtuellen Realität angekommen. Eine VR-App schickt Kunden auf Erkundungsreise durch das Küchen-Angebot des schwedischen Möbelhauses. Testen kann die App aber noch nicht jeder.

Ikea testet aus, wie es Kunden künftig auf virtuelle Rundgänge durch das Angebot des Möbelhauses schicken kann. Am Dienstag veröffentlichte das schwedischen Unternehmen eine erste App für die VR-Brille Vive von HTC, die man seit Ende Februar vorbestellen kann. Ausgeliefert werden die ersten Modelle in diesen Tagen, im Einzelhandel ist sie noch nicht erhältlich.

Anwender können sich damit inmitten von maßstabsgetreuen Kücheneinrichtungen frei bewegen und mit Hilfe der Controller der HTC Vive zum Beispiel verschiedene Materialien für die Oberflächen auswählen, Schubladen öffnen oder Pfannen auf den Herd stellen. Alternativ zeigt die App auch, wie die Küche aus der Perspektive eines Kindes aussieht. Damit sollen die Kunden eventuell versteckte Gefahren erkennen oder verschiedene mögliche Design-Lösungen ausprobieren können. 

VR verändert Möbelkaufen

"Virtuelle Realität entwickelt sich schnell und in fünf bis zehn Jahren wird es ein integrierter Bestandteil unseres Lebens sein", sagt Ikea-Manager Jesper Brodin. Künftig könnten Kunden zum Beispiel eine Reihe von Möbel-Lösungen per VR-Headset virtuell erkunden, bevor sie sie kaufen. Auch die Auto-Branche testet derzeit Möglichkeiten, wie Interessenten möglicherweise eine Testfahrt in einer virtuellen Umgebung realitätsgetreu erleben oder alle Details eines neuen Modell maßstabsgetreu mit einem Headset auch zu Hause erkunden können.

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Aus der Sicht eines Kindes: Ikeas VR Experience erlaubt Perspektivwechsel.

(Foto: Ikea)

Die App wurde auf der zum Softwarekonzern Valve gehörenden Spieleplattform Steam veröffentlicht, sie basiert auf Software des Spieleherstellers Epic Games. Ikea weist darauf hin, dass sich die Anwendung noch in der Pilotphase befindet. Noch bis August will das Möbelhaus damit erste Erfahrungen sammeln, wie künftige virtuelle Einkaufstouren aussehen könnten.

Zum Start der Vive gibt es bereits eine ganze Reihe von Software, rund 50 Apps sind zum Teil kostenlos verfügbar. Einige Anwendungen hatte HTC in der Vergangenheit bereits auf den großen Technik-Messen wie IFA und MWC vorgestellt. "Heise" weist darauf hin, dass viele Titel zwar ungeschliffener aussähen als die Software für die Konkurrenz-Brille Oculus Rift, dafür aber mit deutlich mehr Liebe gemacht seien. Ikeas App sei dabei unter den weniger spannenden Anwendungen.

HTC Vive hat entscheidenden Vorteil

Theoretisch sind alle VR-Anwendungen auf Steam auch mit der Oculus Rift nutzbar - entscheidender Unterschied sind aber die Hand-Controller, mit denen man bei der HTC Vive je nach Anwendung durch die virtuellen Welten navigieren und mit Gegenständen interagieren kann. Manche der Vive-Apps sind nur mit den Hand-Controllern spielbar und daher quasi exklusiv, so wie die Ikea-App.   

Wer auf den VR-Zug aufspringen möchte, muss investieren, denn die Anforderungen an die Hardware sind hoch, der Preis der VR-Brille ebenfalls. Rund 900 Euro kostet die Basisausstattung der HTC Vive in Deutschland. Dazu gehören die Brille, zwei Controller sowie zwei Basisstationen, die den Raum ausmessen. Der Versand schlägt noch einmal mit rund 60 Euro zu Buche.

Damit ist der VR-Spaß aber noch nicht garantiert, denn auch ein leistungsstarker PC ist Pflicht - Empfehlungen für Hardware gibt's auf der Vive-Webseite. Zu den Mindestanforderungen gehören eine GPU der Klasse Nvidia GeForce GTX 970, AMD Radeon R9 290 oder gleichwertig, dazu eine Intel-i5-4590- oder AMD-FX-8350-CPU oder gleichwertig. Mehr als 4 Gigabyte Arbeitsspeicher sind ebenfalls erforderlich, dazu als Video-Ausgang HDMI 1.4, DisplayPort 1.2 oder neuer und mindestens ein USB-2.0-Anschluss. Als Betriebssystem wird mindestens Windows 7 SP1 vorausgesetzt. Wer seinen PC testen will, kann das direkt bei Steam tun.

Quelle: n-tv.de, jwa/dpa

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