Technik

ANC, toller Klang, ausdauernder Libratone Track Air+ schlagen Apple Airpods

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Die Libratone Track Air+ überflügeln Apples Airpods.

(Foto: kwe)

Die Libratone Track Air+ sind kabellose Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Im Test überzeugen sie fast auf ganzer Linie und leisten sich nur kleine Schwächen. Da können auch Apples Airpods nicht mehr mithalten.

Es ist für kabellose Ohrhörer nicht leicht, besser als die Airpods zu sein, denn Apples In-Ears bieten ein starkes Gesamtpaket aus Tragekomfort, gutem Klang und Ausdauer. Libratone hat es jetzt mit den Track Air+ aber geschafft. Sie haben eine smarte Geräuschunterdrückung, klingen prima und halten länger durch als Apples Ohrhörer.

Gelungenes Design

Das Design der Track Air+ sieht nicht nur gut aus. Die Kombination aus kissenförmigem Körper, nach unten gerichteten Flügeln und Stöpsel ermöglicht einen äußerst sicheren, aber gleichzeitig komfortablen Sitz. Man spürt die rund 5,5 Gramm leichten Ohrhörer kaum und muss außerdem nicht lange rumschrauben, bis man eine optimale Position gefunden hat. Und weil sie nach IPX4 schweiß- und spritzwassergeschützt sind, kann man sie auch beim Sport verwenden - sie fallen nicht heraus. Libratone legt insgesamt vier verschieden große Stöpsel-Paare bei. Durch die geschickte Konstruktion der Track Air+ reicht das aus, um für alle Ohr-Formen eine Lösung zu finden.

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Die Ohrhörer können sich sehen lassen.

(Foto: Libratone)

Der perfekte Sitz ist eine Voraussetzung, damit die dänischen Ohrhörer ihren ganzen Zauber entfalten können. Denn die kleinen Dinger haben eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC), die nur richtig funktioniert, wenn die Stöpsel die Gehörgänge verschließen. Sie lässt sich stufenlos einstellen oder passt den Filter automatisch an die Umgebungs-Lautstärke an.

Effektive Geräuschunterdrückung

Zwar kann die Geräuschunterdrückung nicht so effizient wie bei guten Over-Ear-Kopfhören sein, doch das ANC der Track Air+ arbeitet erstaunlich gut. Auf höchster Stufe vermindert es beispielsweise gleichmäßiges Rauschen in Zügen oder Autos deutlich, mit etwas Musik auf den Ohren hört man es gar nicht mehr.

Im Alltag hat sich die smarte Automatik als ideal erwiesen, die in den meisten Situationen die richtige Einstellung findet. So lange man durch die Straßen geht, kriegt man genug vom Verkehr mit. Bleibt man eine Weile stehen oder setzt sich hin, werden Geräusche nach kurzer Zeit deutlich gedämpft. Vom ANC profitieren auch Gesprächspartner, die bei Anrufen wenig von Umgebungsgeräuschen belästigt werden.

Die Track Air+ haben durch ihr Design mit zwei Mikrofonen allerdings auch eine Achillesferse: Sie können nicht besonders gut mit starkem Wind umgehen. Das Brausen wird dann gelegentlich verstärkt statt vermindert, was den Hörgenuss enorm trüben kann.

Sehr guter Klang

Unter Normalbedingungen klingen die Ohrhörer aber sehr gut. Die Track Air+ bieten kräftige, wohldosierte Bässe, ausgeglichene Mitten und klare Höhen. Man hört auch relativ viele Details und die Ohrhörer öffnen eine recht breite Bühne. Man kann sich vorstellen, dass die Airpods ähnlich klingen würden, wenn sie irgendwie in der Lage wären, Umgebungsgeräusche passiv oder aktiv abzuhalten. Einen Equalizer bietet die Libratone-App nicht, aber man kann Profile mit verstärkten Bässen oder Höhen wählen. Für eine möglichst gute Bluetooth-Übertragung unterstützen die Libratone Track Air+ die Standards AAC und AptX.

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Die Track Air+ sind spritzwassergeschützt.

(Foto: Libratone)

Die Bedienung ist extrem einfach gehalten. Die Steuerung erfolgt grundsätzlich über Doppel-Tipper auf die Außenseiten der Ohrhörer. Das heißt, es gibt lediglich zwei mögliche Kommandos: eins links, eins rechts. Dabei kann man in der zugehörigen App entscheiden, ob man einen Song pausieren oder überspringen, zwischen ANC und verstärkter Umgebungswarnehmung wechseln oder einen digitalen Assistenten starten möchte. Egal, wie man die Steuerung konfiguriert, nimmt man mit Doppel-Tippern immer Gespräche an oder legt auf.

Einfach ist besser

Das ist sehr puristisch und man fragt sich, warum Libratone die Nutzer nicht auch Funktionen mit einem einzelnen Tipper aufrufen lässt. Wenn man aber bereits andere Ohrhörer genutzt hat, die das bieten, weiß man, dass das nervig sein kann, da man dann auch durch unbeabsichtigte Berührungen immer eine Reaktion auslöst. Einfach ist in diesem Fall besser, Pause und Song überspringen plus Auto-ANC reicht. Schön wäre allerdings, wenn man die Lautstärke ändern könnte, beispielsweise durch drei Tipper.

Einfach ist auch die Kopplung der Ohrhörer: erst links, dann rechts, das war's. Danach verbinden sich die Track Air+ automatisch, sobald sie aus der Box genommen werden. Dabei funktionieren sie auch einzeln und die Wiedergabe wird pausiert, wenn sie aus dem Ohr genommen werden. Liegen sie länger unbenutzt auf dem Tisch, gehen sie in den Ruhemodus und wachen auf, sobald sie bewegt werden.

Echte Dauerläufer

Durch den neuen Qualcomm-Chip ist die Bluetooth-Verbindung (5.0) sehr stabil, die Ohrhörer arbeiten zuverlässig synchron und lassen sich durch andere Funkquellen nur selten aus dem Gleichgewicht bringen. Der neue Chip ist außerdem dafür verantwortlich, dass die Ohrhörer ausdauernder als die Airpods sind. Libratone gibt sechs Stunden an, was sich im Alltag als ziemlich zutreffend erwiesen hat. Zusätzlich kann man die Track Air+ dreimal im Case laden.

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Wer's mag: Die Version ohne ANC wird's auch in Pink geben.

(Foto: kwe)

Die Box selbst ist wunderbar klein und kann wie bei der zweiten Generation der Airpods induktiv geladen werden. Libratone hätte lediglich an den Spitzen der Ohrhörer-Flügel Vertiefungen im Case anbringen sollen, damit man sie leichter herausnehmen kann. Ohne ist das ziemlich fummelig und man muss aufpassen, dass kein Ohrhörer dabei abstürzt.

Das bessere Gesamtpaket

Trotz seiner kleinen Schwächen lassen die Track Air+ die Airpods alles in allem hinter sich. Sie klingen besser, haben eine effektive Geräuschunterdrückung, sind spritzwassergeschützt und halten noch etwas länger durch als Apples Ohrhörer.

Der Preis von 200 Euro geht in Ordnung, die Airpods sind auch nur 20 Euro günstiger. Wer sparen möchte und kein ANC benötigt, kann auch auf die Libratone Track Air warten, die später im Sommer für 160 Euro auf den Markt kommen. Sie bieten ansonsten alle Vorzüge der Plus-Variante und sind durch den Verzicht auf die Geräuschunterdrückung sogar noch ausdauernder.

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Quelle: n-tv.de