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Das beste 2-in-1 mit Windows 10? Microsoft Surface Pro 6 ist gewohnt gut

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Das Microsoft Surface Pro 6 ist wie seine Vorgänger ein tolles Convertible.

(Foto: jwa)

Das Microsoft Surface Pro 6 ist ein starker Notebook-Tablet-Hybrid. Das 2-in-1-Gerät bietet Laptop-Leistung, ist aber leicht und kompakt und damit perfekt für unterwegs. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich aber wenig geändert - reicht das, um den Thron zu behaupten?

Microsoft treibt mit seiner Surface-Reihe die Konkurrenz vor sich her - bessere Laptop-Tablet-Kombinationen mit Windows 10 hat kein Hersteller im Angebot. Das ändert sich auch mit dem neuen Surface Pro 6 nicht. Spitzenleistung und Alltagskompatibilität gehen bei dem Tablet mit Tastatur-Dock Hand in Hand. Aber nicht alles ist gelungen.

Das Beste aus beiden Welten

Die Surface-Pro-Reihe kommt relativ nah dran an die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau, denn die Geräte sind so kompakt wie ein großes Tablet, wiegen ohne Tastatur unter 800 Gramm, bieten aber die volle Leistung eines handelsüblichen Notebooks. Das Surface Pro 6 führt dieses Erbe fort. Im Innern des Testgeräts für n-tv.de taktet zwar nur ein Core-i5-Prozessor der 8. Generation. Während bei vielen besonders flachen Ultrabooks und Tablets in diesem Fall die stromsparende Y-Reihe verbaut wird, setzt Microsoft aber auf ein leistungsstärkeres U-Modell.

Technische Daten

  • System: Windows 10
  • Display: 12,3 Zoll, 3:2, LCD, 2736 x 1824 Pixel (267 ppi)
  • Prozessor: Intel Core i5 8250U/Core i7 8650U
  • Grafik: Intel UHD 620
  • Arbeitsspeicher: 8/16 GB
  • Speicher (SSD): 128 GB/256 GB/512 GB/1 TB
  • Verbindungen: 1x USB-A 3.0, 3,5-mm-Audio, Mini-Display-Port, Surface Connect, MicroSD-Kartenleser
  • Kameras: 8 MP Rückkamera, 5 MP Frontkamera
  • WLAN ac, Bluetooth 4.1
  • Lautsprecher: 2 x 1,6 W Stereo
  • Akkulaufzeit: bis zu 13 Std. Videowiedergabe
  • Abmessungen: 292 x 201 x 8,5 mm
  • Gewicht (ohne Tastatur-Cover): 770 g (i5)/784 g (i7)

Der i5-8250U ist der schwächste Quad-Core-Chip der U-Reihe, aber wer mehr Power braucht, kann sein Surface Pro 6 auch mit einem Core-i7-Chip ausstatten. In dieser Konfiguration sind 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher möglich, das Testgerät für n-tv.de hat 8 Gigabyte und 256 Gigabyte internen Speicher, Microsoft verlangt dafür rund 1200 Euro. Als Speichervarianten stehen 128, 256, 512 Gigabyte oder 1 Terabyte zur Verfügung.  

Im Alltagseinsatz ist auch die schwächere Konfiguration ausreichend stark, um Office-Aufgaben, Surfen im Netz, anspruchslose Spiele oder einfache Bildbearbeitung zügig zu erledigen. Dass das Surface Pro 6 kein High-End-PC für Gamer oder für rechenintensive Grafikverarbeitung ist, versteht sich von selbst. Die Akkulaufzeit lag im Test bei normaler Nutzung bei rund 8 Stunden. Fotos machen kann man mit dem Surface Pro 6 natürlich auch, die Hauptkamera löst mit 8 Megapixeln auf, dazu gibt’s eine 5-MP-Frontkamera.

Tastatur unverändert gut

Das Tastaturcover ist das gleiche wie beim Vorgängermodell, aber das macht überhaupt nichts, denn auf dem dünnen Teil, dessen Handballenauflage mit weichem Alcantara überzogen ist, lässt es sich wunderbar tippen. Nützlich ist auch, dass die Tastatur auf Wunsch leicht angeschrägt am Tablet-Teil andockt. Selbst für die schnelle Arbeit auf dem Schoß ist das Surface Pro 6 geeignet, auch wenn der Standfuß etwas ins Bein drückt und "richtige" Notebooks etwas komfortabler sind.

Das 12,3-Zoll-Display macht einen hervorragenden Eindruck, sein 3:2-Format ist zum Beispiel für die Anzeige von Webseiten praktischer als das gängige 16:9-Format bei vielen Notebooks. Weil es sehr kontrastreich ist, macht es aber auch Spaß, Filme und Bilder anzuschauen. Der Bildschirm strahlt zudem sehr hell und bietet mit einer Auflösung von 2736 x 1824 Pixeln eine komfortabel hohe Auflösung.

Wer alles will, muss draufzahlen

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Standfuß und Tastatur-Cover machen das Microsoft Surface Pro 6 zum veritablen Laptop-Ersatz.

(Foto: jwa)

Die Anschlussmöglichkeiten des Surface Pro 6 sind aber nicht mehr unbedingt zeitgemäß: Ein USB-A-Steckplatz (USB 3.0) findet sich an der rechten Seite, dazu ein MicroSD-Kartenleser, ein Mini-Display-Port und ein Surface-Connect-Anschluss. Moderne Schnittstellen wie USB-C oder Thunderbolt fehlen, das ist etwas enttäuschend. Wer mehr Anschlussmöglichkeiten und schnellere Datenübertragung möchte, muss ein Surface Dock dazu kaufen, und das ist mit einem regulären Preis von 230 Euro ganz schön teuer.  

Ärgerlich ist auch, dass das Tastatur-Cover nicht im Lieferumfang enthalten ist, obwohl es quasi untrennbar mit dem Surface Pro 6 verbunden ist - ohne Tastatur-Cover ist es kein vollständiges 2-in-1-Gerät, und die meisten Käufer nehmen wohl lieber perfekt passendes Zubehör, als eine eigene Tastatur und Maus per Bluetooth anzuschließen. Der Tablet-Modus von Windows 10 ist zudem bei weitem nicht so ausgereift wie etwa iOS für Apples iPads. Das muss man beim Kauf mitbedenken und die 150 Euro einkalkulieren, die die Tastatur bei Microsoft kostet. Auch den Eingabestift Surface Pen muss man bei Bedarf dazu kaufen.

Etwas mehr wäre drin gewesen

Diese Einschränkungen trüben etwas den tollen Eindruck, den das Surface Pro 6 sonst macht. Auf der anderen Seite ist es natürlich gut, wenn Microsoft seinen Kunden freie Wahl lässt - so müssen sie kein Zubehör kaufen, das sie nicht brauchen, und wer zum Beispiel den Vorgänger hat und jetzt upgraden möchte, braucht keine neue Tastatur.

Im Vergleich zur vorigen Generation hat sich beim neuen Surface Pro also nicht viel verändert - zu wenig, möchte man meinen. Das macht sich vor allem bei den Anschlussmöglichkeiten bemerkbar. Die gab’s so schon beim Vorgänger aus dem Jahr 2017, und auch da wäre etwa ein USB-C-Steckplatz nicht verkehrt gewesen. Wer das volle Surface-Paket will, muss für’s Zubehör also kräftig draufzahlen. Das ist etwas schade, ändert aber nichts daran, dass das Surface Pro 6 in der Convertible-Klasse immer noch die Krone aufhat. 

Quelle: n-tv.de

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