Technik
Das Nokia 3.1 hat ein gutes Format.
Das Nokia 3.1 hat ein gutes Format.(Foto: jwa)
Mittwoch, 04. Juli 2018

Drei Jahre Update-Garantie: Nokia 3.1 ist König seiner Preisklasse

Von Johannes Wallat

Das Nokia 3.1 ist ziemlich günstig, die Hardware ist ordentlich, die Verarbeitung gut. Es hat zwar auch klare Schwächen, dafür aber einen dicken Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Seitdem HMD Global die Marke Nokia wiederbelebt hat, steht der finnische Traditionsname für ordentliche Smartphones, gute Preise und eine vorbildliche Update-Politik. Das Nokia 3.1 führt diese Linien fort und setzt in einem Punkt eine neue Bestmarke: Es ist mit einer Preisempfehlung von 159 Euro das günstigste Android-Smartphone der Finnen und in seiner Preisklasse wohl das Smartphone mit der längsten Update-Garantie.

Kein Premium, muss aber auch nicht

Technische Daten
  • System: Android 8.0.0
  • Display: 5,2 Zoll, LCD, HD+
  • Prozessor: MediaTek 6750N, 1,5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB + microSD
  • Dual-SIM
  • LTE Cat. 4, WLAN ac
  • Bluetooth 4.2
  • Kamera: 13 MP, f/2.0
  • Frontkamera: 8 MP, f/2.0
  • Akku: 2990 mAh
  • Maße: 146 x 69 x 8,7 mm
  • Gewicht: 138 g

Auf der Website der Finnen wird das Nokia 3.1 vollmundig als "Premiumbegleiter" angepriesen. Das ist zwar etwas übertrieben, denn wirklich erstklassig ist am aktuell günstigsten Nokia eigentlich nichts. Doch auch ohne Premium-Features gibt es genug Gründe, die für das 3.1 sprechen.

Da ist zuerst einmal seine Größe: Es ist eigentlich gar nicht richtig kompakt, der 5,2-Bildschirm im 18:9-Format ist von deutlich sichtbaren Rändern umgeben, der Eindruck eines nahezu rahmenlosen Displays drängt sich hier nicht auf. Trotzdem liegt es toll in der Hand, Nokia hat hier den sogenannten "Sweet Spot" getroffen, ein gutes Gleichgewicht zwischen großem Display und Handlichkeit. Dadurch ist das Nokia 3.1 auch mit dem Daumen noch gut zu bedienen.

Dazu kommt die hochwertige Verarbeitung: Die Rückseite aus mattem Kunststoff fühlt sich angenehm an, der Rahmen aus Metall fasst das Smartphone schön ein, das Displayglas ist an den Rändern leicht gewölbt. Damit gewinnt Nokia zwar keinen Innovationspreis, beweist aber ein gutes Gespür für funktionales und ansprechendes Design.

Das Nokia 3.1 ist klasse verarbeitet.
Das Nokia 3.1 ist klasse verarbeitet.(Foto: jwa)

Das Display ist nicht besonders hell, die Automatik reagiert im Test etwas träge, doch für ein Smartphone aus der Kategorie Supergünstig kann sich der Bildschirm wegen seiner guten Farben und Kontraste trotzdem sehen lassen. Dass er nur in HD auflöst, stört überhaupt nicht. Auch das Arbeitstempo ist für ein Smartphone seiner Preisklasse voll in Ordnung. Natürlich dürfen Nutzer hier keine Highspeed-Navigation erwarten, mitunter dauert's etwas länger, zum Beispiel bei der Aufnahme von HDR-Bildern mit der 13-Megapixel-Kamera.

Im Alltag zur Stelle

Wichtiger ist aber: Das Nokia 3.1 lässt seine Nutzer im Alltag nicht allzu lang warten und ist da, wenn man es braucht. Das gilt auch für die Kamera, die ordentliche Aufnahmen macht. Preisverdächtig sind die Fotos der Single-Knipse nicht, aber für Schnappschüsse reicht die Qualität allemal. Bei Tageslicht leistet die Kamera gute Arbeit - das gilt übrigens auch für die 8-Megapixel-Frontkamera.

Es gibt aber auch Dinge, die beim finnischen Preis-König nicht so gut sind. Zum Beispiel der interne Speicher, der mit 16 Gigabyte sehr knapp ausfällt. Immerhin können Nutzer eine microSD-Karte einsetzen und zusätzlich zwei SIM-Karten nutzen. Auch dass kein Fingerabdruck-Scanner an Bord ist, kann man angesichts des niedrigen Preises zwar akzeptieren. Eigentlich ist so ein Sensor anno 2018 aber in jeder Preisklasse Standard. Auch Gesichtsentsperrung bietet das Nokia 3.1 nicht an.  

Entscheidender Vorteil  

Dafür hat Nokias Preisbrecher einen anderen großen Vorteil: Das 3.1 ist Teil von Googles Android-One-Programm. Damit hat es ein relativ schlankes und entschlacktes Android ohne Zusatz-Apps und ohne eigene Benutzeroberfläche, die Ressourcen frisst. Viel wichtiger ist aber die Garantie, dass das Nokia 3.1 wie alle Android-One-Geräte zwei Jahre lang mit Android-Updates und sogar drei Jahre mit Sicherheits-Updates versorgt wird.  

Damit hat das neue Smartphone der Finnen einen klaren Vorteil gegenüber anderen Günstig-Geräten, zum Beispiel den Modellen von Huaweis Tochter Honor. Deren Smartphones sind zwar teils besser ausgestattet, das Honor 7A kostet zum Beispiel nur 140 Euro und bietet Fingerabdruck-Sensor und Gesichtsentsperrung. Doch für zügige und langfristige Update-Versorgung ist Honor nicht bekannt, spätestens mit dem neuen Android P wird in der Billig-Klasse Schluss sein. Das Nokia 3.1 bekommt dagegen auch noch den Nachfolger - und dann noch für ein Jahr die wichtigen Sicherheitsupdates.

Quelle: n-tv.de