Technik
Sieht so das Oneplus 6T aus?
Sieht so das Oneplus 6T aus?(Foto: sinaimg.cn / via phoneradar.com)
Dienstag, 11. September 2018

Besser als Face ID des iPhone?: Oneplus bringt den Super-Sensor

Oneplus könnte mit seinem kommenden Flaggschiff einen echten Meilenstein setzen: Das Oneplus 6T wird wohl das erste weltweit erhältliche Smartphone mit Fingerabdruck-Sensor im Display.

Für Android-Hersteller wird es immer schwieriger, ihre neuen Modelle mit echten technischen Innovationen auszustatten. Die großen Neuerungen der letzten Jahre waren im Wesentlichen die Dual-Kamera und das quasi randlose 18:9-Display. Nachdem nahezu alle Hersteller auf diese Züge aufgesprungen sind, steht jetzt die nächste Technologie vor ihrer Massenmarkt-Premiere, die bald schon in allen Flaggschiffen eingesetzt werden könnte. Das OnePlus 6T könnte das erste weltweit erhältliche Smartphone sein, das einen Fingerabdruck-Scanner im Display hat.

Jahrelange Entwicklung

Die Technologie an sich ist dabei alles andere als neu: Schon im Frühjahr 2015 stellte Chip-Hersteller Qualcomm auf dem Mobile World Congress (MWC) den funktionierenden Prototypen eines Ultraschall-Fingerabdrucksensoren vor, der durch Glas, Metall und andere Materialien "hindurchsehen" kann. Gut zwei Jahre später zeigten die Amerikaner auf dem Shanghai-Ableger des MWC die neueste Generation seiner Ultraschall-Sensoren in einem Smartphone des chinesischen Herstellers Vivo, das aber nicht für den Massenmarkt oder den weltweiten Verkauf bestimmt war.

Ein paar Modelle mit Scanner im Display hat Vivo seither veröffentlicht, doch kaufen kann man sie in Deutschland und den meisten anderen Märkten nur über Umwege. Huaweis Luxus-Smartphone, das "Porsche-Design Mate RS", hat den Fingerabdruck-Scanner zwar im Display und wird auch in Deutschland angeboten, aber es kostet 1550 Euro und ist damit kaum für eine breite Zielgruppe gedacht. 

Offiziell bestätigt

Oneplus könnte also mit dem 6T eine Quasi-Premiere feiern. Ein Firmensprecher hat "Cnet" gegenüber bestätigt, dass das nächste Oneplus-Flaggschiff einen Fingerabdrucksensor im Display hat. Die Vorstellung ist möglicherweise für den 17. Oktober angesetzt - dieses Datum ist auf einem Screenshot zu sehen, den Oneplus mit "Cnet" geteilt hat. Das Feature soll ganz unprätentiös "Screen Unlock" heißen und andere Entsperrmöglichkeiten wie die Gesichtserkennung ergänzen.

Ob es sich dabei um Qualcomms ursprünglich "Sense ID" genannte Ultraschall-Technologie handelt oder um ein anderes Verfahren, wird aus dem Bericht nicht ganz deutlich. Laut "Cnet" arbeiten im Oneplus 6T ein optischer Bildsensor und ein KI-Prozessor zusammen. Legt man den Finger aufs Display in den Entsperrbereich, leuchtet der Bildschirm an dieser Stelle auf, damit der Sensor den Fingerabdruck scannen kann.

Unterschied zwischen Android und Apple

Wahrscheinlich wird Oneplus mit dem Display-Sensor nicht lange alleine bleiben. Hersteller wie Samsung dürften flott nachziehen, auch Huawei könnte den Sensor in seinem nächsten Flaggschiff für den Massenmarkt unterbringen. Laut "Androidcommunity" wird Samsung das Galaxy S10 mit einem Finger-Scanner im Display (Fingerprint On Display, FOD) ausstatten, nachdem ein solcher FOD-Sensor schon für das Galaxy S9 erwartet worden war. Technische Probleme hinderten Samsung aber daran, die Technologie wie geplant einzusetzen. Der Sensor soll vom taiwanischen Hersteller "Global Initiatives Symposium" stammen und auf der dritten Generation von Qualcomms Ultraschalltechnologie basieren.

Auch Oneplus wollte den FOD-Sensor eigentlich schon voriges Jahr mit dem 5T einführen, hatte aber mit technischen Problemen zu kämpfen. Apple wollte einen solchen Sensor eigentlich im iPhone X verbauen, entschied sich dann aber dagegen und schwenkte auf Gesichtserkennung um. Daran wird sich auch mit den neuen iPhones nichts ändern, Apple will vorerst an seiner "Face ID" festhalten. Das gab Apple-Experte Ming-Chi Kuo laut "9to5Mac" Anfang September zu Protokoll.

Bei Android-Smartphones werde sich die Technologie aber schnell durchsetzen, wenn sie nicht mehr nur unter hochwertigen OLED-Displays verbaut, sondern auch in Verbindung mit günstigeren LCDs eingesetzt werden könne. Im Laufe des kommenden Jahres werden FOD-Sensoren laut Kuo dann bereits so weit entwickelt sein, dass sie Fingerabdrücke auf der ganzen Displayfläche erkennen und nicht mehr nur in einem Teilbereich. Ob Apple irgendwann wieder umschwenkt, lässt Kuo offen - bis auf weiteres bleiben Face ID und FOD-Sensoren die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den Android-Topmodellen und Apple. 

Quelle: n-tv.de