Technik

Mit lichtstarker Leica-Linse Panasonic Lumix LX100 II ist edel und gut

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Die Panasonic Lumix LX100 II ist eine edle Kompakte.

(Foto: jwa)

Die Lumix LX100 II ist Panasonics neue Top-Kamera mit MFT-Sensor. Die kompakte Knipse macht tolle Bilder, hat unzählige Funktionen und ist klasse verarbeitet. Im Praxistest von n-tv.de zeigt sie aber auch Macken.

Eine Kamera mit Micro-Four-Thirds-Sensor ist für Hobby-Fotografen ein guter Kompromiss zwischen Spiegelreflex und Smartphone-Knipse: Sie ist kompakt genug für eine Immer-dabei-Kamera und bietet mit ihrem größeren Sensor viel mehr Spielraum bei Tiefenschärfe, Dynamikumfang und Lichtempfindlichkeit als jedes Smartphone. Panasonics Lumix LX100 war lange Zeit ein Star in der Micro-Four-Thirds-(MFT)-Klasse. Jetzt ist der Nachfolger da.   

Wie bei anderen MFT-Kameras liegt der Reiz der Lumix LX100 II im Verhältnis von Sensorgröße und Gehäuse: Im Vergleich zu den Kompakt-Stars aus Sonys RX100-Reihe mit 1-Zoll-Sensor ist das Gehäuse kaum größer, nur das Objektiv steht weiter heraus. Andersherum sind zwar Systemkameras mit größerem APS-C-Sensor wie die Canon EOS M6 fast genauso kompakt. Aber auch hier macht das Objektiv den Unterschied: Ein ähnlich lichtstarkes Zoom-Objektiv wäre an einem APS-C-Sensor viel größer und schwerer.

Lichtstarkes Leica-Objektiv

Technische Daten

  • Objektiv: Leica DC-Vario Summilux, f/1.7-2.8, 24-75 mm, Optische Bildstabilisierung (OIS)
  • Optischer Zoom: 3,1x
  • Auflösung: 17 MP (4:3), 16 MP (3:2), 15 MP (16:9), 12,5 MP (1:1)
  • Video-Aufnahmen: 4K, 30 fps / Full-HD, 60 fps
  • ISO: 100 - 25.600
  • Fokusbereich Normal: 50 cm - unendlich
  • Naheinstellgrenze Makro: 3 cm (Weitwinkel), 30 cm (Tele)
  • Belichtungszeit: ca. 60 - 1/4000 Sek. (mechanisch)
  • Serienbilder: 11 Bilder/Sek. / 30 Bilder/Sek. (4K-Modus)
  • Touch-Display, 3 Zoll LCD, 1,24 Megapixel
  • Elektronischer Sucher, 0,38 Zoll LVF
  • WLAN, Bluetooth 4.2
  • Micro-HDMI, Micro-USB
  • Akku: 1025 mAh, 7,4 Wh
  • Maße: 115 x 66,2 x 64,2 (mit Objektiv) mm
  • Gewicht: 392 g (mit Akku und Speicherkarte)

Das Objektiv mit optischem Bildstabilisator ist fest verbaut und sehr vielseitig. Die Leica-Linse deckt einen Brennweitenbereich von 24-75 Millimeter (Kleinbildäquivalent) ab und ist mit einer Offenblende von f/1.7 sehr lichtstark. Zoomt man hinein, sinkt die Blende bis 52 mm schrittweise auf einen immer noch guten Wert von f/2.8.

Panasonic verbaut in der LX100 II einen 17,3 x 13 Millimeter großen 20-Megapixel-Sensor, nutzt aber nicht die gesamte Fläche, sondern beschränkt den Bildausschnitt auf 17 Megapixel. Schuld ist die Bauweise des Objektivs, dessen Bildkreis nicht den gesamten Sensor abdeckt. Der Größenvorteil des MFT-Sensors wird damit zwar ein Stück weit aufgegeben, doch auch mit diesem Zuschnitt hat die LX100 II noch mehr Sensorfläche als zum Beispiel Sonys RX100-Modelle. Und bei Aufnahmen im 3:2- oder im 16:9-Format passt an den Seiten mehr aufs Bild - die Hintergründe erklärt "Cameralabs" in seinem Test der Kamera.

Egal in welchem Format, die LX100 II schießt tolle Bilder, auch bei wenig Licht. Erst ab ISO 1600 macht sich Bildrauschen bemerkbar, bis ISO 3200 sind die Bilder brauchbar, erst ab ISO 6400 wird's kritisch. Wer gerne im komprimierten JPEG-Format knipst, bekommt direkt aus der Kamera gute Bilder mit großem Dynamikumfang, akkurater Farbwiedergabe und akzeptabler Schärfe bis zum Bildrand. Zudem stehen viele Filter zur Verfügung, Panorama-Fotos und HDR-Bilder sind auch mit dabei und RAW-Aufnahmen können direkt in der Kamera bearbeitet werden.

Vielseitiger Aufnahmekünstler

WLAN und Bluetooth hat die LX100 II auch an Bord und sie verbindet sich mit der gelungenen App problemlos mit dem Smartphone. Bilder können so direkt aufs Handy übertragen werden, die App kann alle Einstellungen anpassen und die Kamera aus der Ferne auslösen - besonders praktisch für Selfies oder unverwackelte Langzeitaufnahmen.

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Die Panasonic Lumix LX100 II hat auch einen elektronischen Sucher.

(Foto: jwa)

Im 4K-Modus (8 Megapixel) knipst die LX100 II 30 Bilder pro Sekunde, bei denen der Fokus im Nachhinein angepasst werden kann (Post Focus). Per "Focus Stacking" lässt sich zudem eine große Tiefenschärfe erzielen. Videos filmt die LX100 II in guter Qualität bis zu 4K mit 30 Bildern pro Sekunde (fps), Full-HD-Filme mit maximal 60 fps. Im 4K-Modus ist der Bildausschnitt kleiner, die Brennweite verlängert sich dafür entsprechend auf 30-94 mm. Klarer Minuspunkt: Die Kamera hat keinen Anschluss für externe Mikrofone. Auch einen Ausklappblitz gibt's nicht, dafür aber einen Zubehörschuh für externe Blitze.  

Der Autofokus reagiert blitzschnell und sehr präzise und die Kamera ist schnell bereit - nur rund zwei Sekunden dauert es vom Einschalten bis zum ersten Foto. Im Makromodus kann man bis auf 3 Zentimeter ans Objekt herangehen und bekommt noch ein scharfes Bild - bei voll ausgefahrenem Zoom liegt die Naheinstellgrenze allerdings bei 30 Zentimetern.

Das wichtigste immer griffbereit

Die LX100 II hat einige nette Details vom Vorgänger LX100 übernommen: Ein Einstellring am Objektiv regelt die Blendenöffnung, ein Rädchen an der Oberseite die Verschlusszeit - beides kann die Kamera natürlich auch automatisch einstellen. Ein weiteres Rädchen ist für die Belichtungskorrektur zuständig, und mit der kleinen "iA"-Taste wechselt man in die "intelligente Automatik".

Ein seitlicher Schalter am Objektiv wechselt zwischen Autofokus, Makro-Autofokus und manuellem Fokus, zudem kann man per Schieber das Seitenverhältnis wählen: 3:2, 16:9, 1:1 oder 4:3. So sind alle wichtigen Einstellungen direkt erreichbar, ohne erst das Menü bemühen zu müssen.

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Für die Hosentasche ragt das Objektiv der Panasonic Lumix LX100 II etwas zu weit hervor.

(Foto: jwa)

Wer zoomen will, hat die Wahl zwischen einem leichtgängigen Zoomring am Objektiv oder dem für Kompaktkameras üblichen Zoom-Hebel am Auslöser. Leider braucht der Zoom für einen ganzen Weg knapp 3 Sekunden, das darf ruhig schneller gehen. Der Zoomring kann auch mit anderen Funktionen belegt werden. Dazu kommen fünf frei belegbare Funktionstasten, ein Einstellrädchen und die üblichen weiteren Tasten.

Kein Klappbildschirm

Das 3-Zoll-Touch-Display ist scharf und hell, außerdem gibt's einen gut gelungenen elektronischen Sucher. Großer Nachteil: Das Display lässt sich nicht kippen und schwenken. Fürs Navigieren in den unendlichen Tiefen des Einstellungsmenüs kann man Touch oder Tasten verwenden. Der Autofokus wird standardmäßig per Finger-Tipp eingestellt - auch dann, wenn man durch den elektronischen Sucher blickt und das Display ausgeschaltet ist.

Dieser Touch-Fokus ist eine gute Idee, zumal man den Fokusbereich mit Daumen und Zeigefinger vergrößern oder verkleinern kann. Im Praxiseinsatz offenbart sich aber schnell seine unpraktische Seite: Wer mit dem linken Auge durch den Sucher schaut, berührt schnell mit der Nase das Display und verschiebt den Fokus. Außerdem ist die Nase dem Daumen beim Fokussieren ständig im Weg.

Die Akkulaufzeit gibt Panasonic mit 340 Bildern an, wenn man das Touchdisplay als Sucher nutzt. Das kommt im Praxiseinsatz ungefähr hin und ist in Ordnung, aber nicht herausragend. Setzt man den elektronischen Sucher ein, verkürzt sich die Laufzeit. Immerhin: Sehr praktisch ist die Möglichkeit, den Akku per Micro-USB-Kabel aufzuladen. So braucht man auf Reisen kein Extra-Ladegerät, höchstens noch ein zusätzliches Ladekabel, denn die meisten Smartphones, die kein iPhone sind, nutzen inzwischen USB-C.

Nach ein paar Testtagen ist klar: Die LX100 II ist eine unglaublich vielseitige Kamera, die tolle Bilder macht und kaum Wünsche offen lässt. Wer sich einmal eingearbeitet hat, wird kaum etwas vermissen. Das hat natürlich auch seinen Preis, doch der ist mit rund 950 Euro angemessen. Die LX100 II hat aber auch ihre Macken: Dass sie kein Klapp-Display hat, ist ärgerlich. Ein Mikrofonanschluss wäre für Videofilmer sehr nützlich, und der Touch-Autofokus ist zwar klasse gedacht, für "Links-Blicker" aber total unpraktisch zu bedienen. Wer mit diesen Einschränkungen leben kann, hat mit der LX100 II eine hervorragende Immer-dabei-Knipse, die auch Profiansprüchen gerecht wird. Für die Hosentasche ist sie zwar zu groß, aber in die Jackentasche passt sie ohne große Probleme. 

Quelle: n-tv.de

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