Technik

Thermostat FritzDECT 301 im Test So regelt die Fritzbox die Heizung

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16 Grad ist die voreingestellte Spartemperatur des FritzDECT 301.

(Foto: kwe)

Mit dem Thermostat FritzDECT 301 kann die Fritzbox zu Hause die Heizung regeln. Im Test überzeugt das System, Installation und Bedienung sind kinderleicht. Aber es gibt auch noch Luft nach oben.

Mit programmierbaren Thermostaten kann man die Heizkosten drücken. Laut Stiftung Warentest sind sechs bis acht Prozent drin, in manchen Wohnungen je nach Situation sicher auch noch etwas mehr. Zum Spareffekt kommt hinzu, dass man es ohne Wartezeit immer dann wohlig warm hat, wenn man es braucht. Eine gute Lösung sind schon einfache Thermostate, wo man direkt am Regler Zeiten und Temperaturen programmieren kann, die es bereits für rund 20 Euro gibt. Komfortabler und flexibler sind aber vernetzte Geräte, die man auch von unterwegs ansteuern kann, beispielsweise, wenn man mal früher nach Hause kommt. Nutzer, die eine Fritzbox mit DECT-Funktion haben, müssen dafür kein neues System kaufen, bei einigen Thermostaten kann der Router die Kontrolle übernehmen. Dazu gehört das neue FritzDECT 301, das n-tv.de getestet hat.

Vorab informieren

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Wenn es so eng wird, unterscheiden sich die Messwerte des Thermostats möglicherweise erheblich von der Raumtemperatur. Das kann man aber in der Benutzeroberfläche ausgleichen.

(Foto: kwe)

Angst vor einem Wechsel von Thermostaten muss grundsätzlich niemand haben, es wird garantiert keine Sauerei geben. Die Regler öffnen und schließen nur ein Ventil am Heizkörper und können gefahrlos abgeschraubt werden. Das FritzDECT 301 passt an viele gängige Heizkörper, für manche ist aber ein Adapter notwendig. Einer gehört zum Lieferumfang, unter Umständen muss aber ein Adapter nachgekauft werden. Am besten checkt man vorher die von AVM bereitgestellte Liste. Außerdem sollte man unbedingt überprüfen, dass die Firmware mindestens die Version 6.83 hat. Bei Geräten, die von Internetanbietern bereitgestellt werden, sind zeitnahe Aktualisierungen der Software nicht immer gegeben und die 1&1-Boxen 7312 und 7412 sind trotz DECT-Funktionalität nicht kompatibel.

Schnell installiert

Die Montage und Inbetriebnahme ist ein Kinderspiel. Bevor man es anschraubt, entfernt man am Thermostat die Folie, die den Kontakt zur Batterie unterbindet, und es ist bereit für die Einrichtung. Man muss dann nur noch an der Fritzbox die DECT-Taste drücken und nach wenigen Augenblicken ist die Verbindung hergestellt. Danach schraubt man das Thermostat an und bestätigt die automatische Anpassung des Geräts an das Heizkörperventil mit einem Druck auf die OK-Taste. Das war's schon. Sehr gut.

Prima ist auch, dass das Thermostat sehr fest sitzt - es macht nicht so einen wackeligen Eindruck wie manche Konkurrenzprodukte. Praktisch ist auch, dass man das Gehäuse drehen kann, um das Display ablesen zu können, wenn zum Beispiel eine Fensterbank die Sicht von oben nimmt. Im Gegensatz zum Vorgänger FritzDECT 300 hat das neue Modell außerdem ein E-Ink-Display, das nur minimal Strom verbraucht, wenn die Anzeige wechselt. Das macht sich sicher bemerkbar, aber man sollte sich trotzdem darauf einrichten, dass man ein- oder zweimal im Jahr Batterien (2 x AA/Mignon/LR6) wechseln muss.

Übersichtliche Einstellungen

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Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich.

(Foto: kwe)

Jetzt könnte man natürlich direkt am Thermostat die Temperatur einstellen, doch das wäre natürlich nicht so smart. Stattdessen ruft man im Browser die Benutzeroberfläche der Fritzbox auf, indem man "fritz.box" und dann gegebenenfalls sein Passwort eingibt. Im Menü findet man das neue Thermostat dann unter Heimnetz - Smart Home.

Dort kann man eine "Komforttemperatur" und eine "Spartemperatur" bestimmen und festlegen, in welchen Zeiträumen wie geheizt werden soll. Das kann man übersichtlich über eine Grafik machen oder die Zeiten in einem Eingabefenster eintragen. Da die Temperatur am Thermostat gemessen wird, kann man zusätzlich die tatsächlich im Raum gemessene Temperatur eingeben. Dann wird geheizt, bis die Soll-Temperatur plus die Differenz zur Raumtemperatur erreicht ist. Sind mehrere Heizkörper im Raum, kann man sie zu einer Gruppe zusammenfassen und die Einstellungen bündeln. Außerdem kann man für Urlaube eine eigene Temperatur einstellen oder einen Zeitraum bestimmen, in dem gar nicht geheizt wird.

Fenster-Automatik für Vergessliche

Das ist zwar übersichtlich und funktioniert vorzüglich, aber die Möglichkeiten sind etwas zu eingeschränkt. Vor allem ist schade, dass nur zwei Temperaturen eingestellt werden können. Beispielsweise muss es am Wochenende nicht so warm sein, wenn man tagsüber aktiv ist, die Spartemperatur möchte man sich dann aber auch nicht antun. Und am Abend hat man es gerne etwas kuscheliger, wenn man es sich auf dem Sofa gemütlich macht.

Mit Vorsicht ist auch die automatische Fenstererkennung zu genießen. Wenn es draußen nicht bitterkalt ist, schaltet das Thermostat nämlich recht spät ab, wenn die Temperatur abfällt, oder erkennt dies gar nicht. Das Gleiche gilt, wenn der Heizkörper nicht direkt unter dem Fenster sitzt. Am besten stellt man die Empfindlichkeit der Erkennung auf die höchste Stufe und probiert, ob es klappt. Besser für Umwelt und Geldbeutel ist es zwar, die Fenster-Taste am Thermostat zu nutzen, um die Heizung vorübergehend abzuschalten. Aber wenn man das mal vergisst, hat man eine Absicherung. Um bei Pannen oder leeren Batterien Warnungen per E-Mail zu erhalten, ist es auch ratsam, Push-Mitteilungen einzurichten.

Ist man nicht zu Hause, kann man auf sein smartes Fritzbox-Heim über einen Browser am PC oder die iOS- und Android-Apps zugreifen. Dazu muss an der Box unter Internet ein MyFritz-Konto eingerichtet sein. Auch die Fernsteuerung klappt unproblematisch, aber die Möglichkeiten sind noch weiter eingeschränkt als in der Fritzbox-Oberfläche. Viel mehr als die Temperaturen erhöhen oder senken ist in der App nicht drin.

Sehr gut, aber es geht noch besser

Unterm Strich ist das FritzDECT 301 ein sehr gutes smartes Thermostat, das ein perfektes Team mit der Fritzbox bildet. Installation und Bedienung sind unkompliziert und die Temperaturen werden zuverlässig geregelt. Auch der Preis von rund 55 Euro geht absolut in Ordnung. Schön wäre allerdings, wenn AVM über Updates weitere Einstellungsmöglichkeiten nachliefern würde. Am besten wäre es, wenn man für verschiedene Zeiträume beliebige Temperaturen einstellen könnte, wie es bei anderen Smart-Home-Systemen möglich ist.

Quelle: ntv.de