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Nur ein Marketing-Gag? Sony verärgert Fans mit PS5-Knappheit

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Playstation 5 kostet mit Laufwerk 500 Euro, als Digital-Edition 400 Euro.

(Foto: Sony)

Ohne wirkliche Vorankündigung startet Sony nachts die Vorbestellungen für die Playstation 5. Obwohl dies viele nicht mitbekommen, ist die Spielkonsole ruckzuck ausverkauft. Mit Engpässen bei der Produktion hat dies aber angeblich nichts zu tun.

Wenn man seine Kunden so richtig ärgern möchte, muss man es genau so wie Sony machen: Obwohl das Unternehmen versprochen hatte, Käufer früh genug über den Starttermin der Vorbestellungen für die Playstation 5 zu informieren, gingen diese kurz nach Bekanntgabe der Preise und des Marktstarts ohne jede Vorwarnung mitten in der Nacht (Europa) los. Viele Fans bekamen das gar nicht mit, und wenn doch, war es oft schon zu spät, denn die PS5 war schon nach wenigen Minuten vergriffen. Ob und wann die beteiligten Verkäufer wieder Bestellungen annehmen ist noch völlig offen. Was die Fans davon halten, sagen sie auf Twitter sehr deutlich.

Wie "IGN" berichtet, hatte Sonys Marketing-Chef zuvor noch zugesichert, genau so eine Situation werde nicht stattfinden. Fans sollten nicht das Gefühl haben, losrennen und sich in eine Schlange stellen zu müssen, sagte er. Stattdessen verkündete Sony am 16. September lediglich die Preise der beiden PS5-Varianten und ihren Marktstart am 12. beziehungsweise 19. November (Europa) an. Zum Start der Vorbestellungen fiel kein Wort. Doch dann twitterte der Hersteller, es ginge im Laufe des 17. September bei ausgewählten Händlern los und kurz darauf startete GameStop die Vorbestellungen, Best Buy und andere Händler folgten, in Deutschland neben Amazon unter anderem auch Media Markt, Otto und Saturn.

Produktionsprobleme?

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Möglicherweise hat Sony das Chaos gar nicht gewollt und einfach die Kontrolle verloren. Das wäre aber keine Entschuldigung für das schnelle Ende der Vorbestellungen - falls das Unternehmen im Vorfeld die Wahrheit gesagt hat. Denn "Bloomberg" hatte am 15. September berichtet, die Japaner hätten große Probleme bei der Chip-Produktion und könnten daher bis Ende März 2021 nur 4 statt wie geplant 11 Millionen Konsolen herstellen.

Damit wäre die Knappheit erklärt gewesen. Doch Sony ließ "Gameindustry.biz" wissen, es gäbe keine Produktionsprobleme und man habe die zu Beginn der Massenproduktion anvisierte Zahl niemals nach unten korrigiert. Das würde bedeuten, dass Sony von Anfang an nicht in der Lage war, die Nachfrage zu befriedigen oder es könnte genug Konsolen anbieten, tut es aber nicht, um den Hype anzuheizen. Auch das würden die Fans wohl nicht gut finden.

Quelle: ntv.de, kwe