Technik

"Mario 3D World + Bowser's Fury" Super Mario überzeugt im Doppelpack

Nintendo bringt den Jump-and-Run-Spaß zurück. Super Mario darf dabei gleich in einem Doppelabenteuer ran. Die Neuauflage von "Super Mario 3D World" ist gelungen, doch erst im zweiten Teil des Spiele-Doppelpacks darf der Konsolenheld so richtig aufdrehen.

Zuletzt hatte sich Nintendo in "Super Mario Party" dem kollektiven Partyspaß gewidmet, in "Super Smash Bros. Ultimate" zur universalen Prügelpause geladen und Luigi wieder auf Geisterjagd ("Luigi's Mansion 3")geschickt. Jetzt kehrt der japanischen Videospielentwickler zu den Wurzeln zurück und hievt seinen größten Helden wieder aufs Podest. In "Super Mario 3D World + Bowser's Fury" für die Nintendo Switch bestreitet der Italo-Klempner ein Jump-and-Run-Abenteuer, das Retro-Elemente mit aufgehübschter Nintendo-Optik und modernem Gameplay vereint.

Wie das Plus im Titel "Super Mario 3D World + Bowser's Fury" bereits erahnen lässt, ist die neueste Nintendo-Schöpfung ein Spiele-Doppelpack. Allerdings ist nur "Bowser's Fury" eine neue Umsetzung. "Super Mario 3D World" zählte auf der Vorgängerkonsole Wii bereits zu den erfolgreichsten Titeln, verstecken muss sich die Neuauflage dennoch nicht. Ganz im Gegenteil.

Die Story bei "Super Mario 3D World" ist schnell erzählt. Bösewicht Bowser hat die Bewohner der Feenwelt entführt und in Einmachgläser gesperrt, der findige Klempner Mario soll sie befreien. Nintendo setzt dabei auf den klassischen Level-Aufbau, indem sich Mario innerhalb eines Zeitlimits bis zum Endpunkt vorkämpfen muss und auf dem Weg wichtige Sterne und Münzen einsammelt. Im Gegenzug zu den Evergreens auf Gameboy oder Super Nintendo springt Mario nicht nur zweidimensional durchs Bild, im neuen Titel lässt sich die Kamera drehen, die Welt wird dreidimensional und auch der Weg zum Level-Ende muss über alle Himmelsrichtungen beschritten werden.

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Mario hüpft flauschig in den Sonnenuntergang.

(Foto: Nintendo)

Die einzelnen Level sind thematisch gegliedert. Von grünen Wiesen, über Wüsten, Eiswelten bis hin in den Weltraum. Mario darf sich in ansehnlichen Umgebungen so richtig austoben. Dabei kann der Spieler auch in die Rolle seines Bruders Luigi, Pilzkopf Toad oder Prinzessin Peach schlüpfen. Alle haben leicht abgewandelte Fähigkeiten. Während Mario ein Rundumpaket darstellt, kann Luigi höher springen und Peach ein kleines Stückchen in der Luft gleiten. Das Spielgefühl ist bei jedem Spielcharakter unterschiedlich, echte Vorteile bekommt der Spieler allerdings nicht.

Viel wichtiger sind da schon die Kostüme, die man Mario und Co. überstülpen kann. Mit jedem einzelnen gibt es einen Fähigkeiten-Boost. Die Feuerblume lässt die Protagonisten kleine Feuerbälle verschießen, im Waschbärenkostüm verpasst ihr Gegnern einen bauschigen Schwanzhieb, mit einem blauen Schildkrötenpanzer auf dem Rücken können Bumerangs geschleudert werden. Beim wichtigsten und neuesten Kostüm setzt Nintendo auf eins: Katzen-Content! Schlüpft Mario ins Katzenfell, kann er Wände hochklettern und Gegnern einen Patzenhieb verpassen - obendrein sieht die mittlerweile 35 Jahre alte Figur noch knuffiger aus. Viel entscheidender als die Optik ist die Tatsache, dass mit den Katzenfähigkeiten die 3D-Welten erst so richtig erkundet werden können - so lassen sich verborgene Münzen und Sterne an Stellen entdecken, die man sonst gar nicht auf dem zweidimensionalen Schirm hatte.

Auf dem Weg, alle Feen aus ihren glasigen Gefängnissen zu befreien, warten zwar keine allzu kniffligen Aufgaben auf Mario, die Level sind aber gespickt mit versteckten Passagen und Räumen, die Sammelobjekte verbergen. Auch die Zwischen- und Endbosse sind nicht die große Herausforderung. Die abwechslungsreichen und kreative Gestaltung der Boss-Arenen sorgt aber dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

In der echten Open-World noch stärker

Spannend und abwechslungsreich bleibt die Mario-Erfahrung auch in "Bowser's Fury". Im Gegensatz zur "3D World", die zumindest dem "Von A nach B"-Prinzip folgt, ist der zweite Teil des neuen Nintendo-Titels ein eigenständiges Abenteuer in einer echten Open-World. Mario sind keine Grenzen und Vorgaben gesetzt, wann und wie er die einzelnen Level-Inseln bewältigt. Ziel ist es möglichst viele Katzen-Insignien zu sammeln, um den Schmusekatzensee und seine Inseln von Bowsers Schreckensherrschaft zu befreien.

Der Dauerbösewicht ist nämlich durch schwarzen Glibber zu einem Godzilla-mäßig großen und zornigen Monster mutiert - inklusive brandgefährlichem Feuerstrahl. Bowser ist so erschreckend wütend, dass sogar Sohnemann Bowser Junior sich Sorgen macht und Erzfeind Mario um Hilfe bittet. Bösewicht Junior wird fortan zum Verbündeten, der Mario begleitet und mit den wichtigen Power-Up-Items, besser gesagt den Kostümen, die es auch in "3D World" gibt, versorgt, ab und an mal ein paar Gegner ausschaltet und gelegentlich auf versteckte Wege hinweist. Wie doll der kleine Bowser unterstützt, lässt sich vorher per Schwierigkeitsgrad festlegen.

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Die Bosskämpfe sind nicht die ganz große Herausforderung.

Und ja, auch in "Bowser's Fury" ist das Katzenkostüm ein wichtiges Element, die Spielewelt ist vom Katzenmotto regelrecht geprägt. Bäume, Mini-Gegner oder Gebäude - alle haben zumindest ganz dezent Katzenohren oder Tatzenanstrich verpasst bekommen. Echte Kätzchen schwirren natürlich ebenfalls um den Schmusekatzensee herum, sonst würde der Name ja keinen Sinn ergeben. Das alles ist ein schöner und schnuckeliger Kontrast zu den Momenten, wenn Bowser die Bühne betritt. Der Himmel verdunkelt sich, Regen setzt ein und der Koloss lässt die Erde beben. Er wirft mit riesigen Felsbrocken und glühender Lava um sich - ein echtes Endzeitszenario entsteht.

Bosskämpfe in Godzilla-Manier

Beenden kann Mario das Spektakel, indem er genügend Katzen-Insignien sammelt und die Giga-Glocke läutet. Dann tauscht der Schnauzbartträger Latzhose gegen Katzenkostüm und wird auf Bowsers Größe aufgepumpt. Es folgen mehrere Bosskämpfe auf Augenhöhe - auch hier fühlt man sich an die kultigen Godzilla-Filme aus Fernost erinnert.

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Die Bosskämpfe gegen Bowser sind allerdings ein kleines Manko des Spiels. Gleich mehrfach tritt Mario gegen den monströsen Schurken an, der Weg ihn zu besiegen, bleibt stets der gleiche. Das ist aber auch schon der einzige negative Aspekte, der Monotonie aufkommen lassen kann. Die einzelnen Level auf dem Weg zum Bosskampf sind wie in "3D World" total abwechslungsreich. Speedrun-Passagen, Kletterpartien, unsichtbare Pfade erkunden oder auf dem "Loch Ness"-Monster Pflessie durch die Gewässer rasen. An Vielfalt mangelt es Nintendos Mario-Doppelpack in keinster Weise. Nintendo untermalt das Ganze noch mit der Mario-typischen Musik - fertig ist der kultige Spielspaß.

Der lässt sich noch steigern durch den Multiplayer. In "3D World" können bis zu vier Spieler gleichzeitig die Level mit und gegeneinander absolvieren. Alle haben zwar die Aufgabe, die Feen zu befreien, gleichzeitig wetteifern aber alle Mitspieler darum, wer die meisten Münzen, Punkte und Sterne sammelt. Sabotage ist erlaubt, schließlich trägt der Punktführende stets ein kleines Krönchen auf dem Kopf. In "Bowser's Fury" kann zumindest ein weiterer Mitspieler in die Rolle von Bowser Junior schlüpfen und Mario unterstützen.

Vom Spaßfaktor trifft Nintendo mit seinem Mario-Doppelpack also wieder einmal voll ins Schwarze. An die Spieldauer und die verrückt geniale Kreativität aus dem "Switch"-Titel "Super Mario Odyssey" kommt "Super Mario 3D World + Bowser's Fury" zwar nicht heran. Mit ordentlich Retro-Charme, einer offeneren Welt und einer coolen Story um den monströsen Bowser überzeugt die Spielekombi aber dennoch. Ein Muss für Katzenliebhaber und Mario-Fans.

Quelle: ntv.de