Wenn’s extern schnell gehen sollTerramaster D1 SSD Pro gibt ohne Lüfter mächtig Gas
Von Klaus Wedekind.webp)
Das Terramaster D1 SSD Pro ist ein externes Gehäuse, das mit der Unterstützung von Thunderbolt 5 und USB 4 für Höchstgeschwindigkeiten ausgelegt ist. Dabei bleibt es ohne Lüfter mucksmäuschenstill, kühlt aber trotzdem effektiv.
Externe SSDs sind beliebt, da sie magere oder zu schwache Speicher von Computern oder anderen Geräten ersetzen können und ideal sind, wenn man ohne Cloud schnell und jederzeit auf große Datenmengen zugreifen möchte. Dabei kann man entweder zu Komplettlösungen greifen, die dann auch irgendwann komplett ausgetauscht werden müssen, oder legt sich ein externes Gehäuse zu, das man mit einer SSD seiner Wahl bestücken kann.
Soll es besonders schnell sein, kann das Terramaster D1 SSD Pro eine perfekte, aber auch teure Alternative sein, der Hersteller möchte dafür inklusive einer soliden Transportbox 270 Euro sehen. ntv.de hat ausprobiert, ob dies das SSD-Gehäuse auch wert ist.
Groß und schwer, aber aus gutem Grund
Das Gerät ist mit 13,9 × 6,4 × 15 cm deutlich größer und mit knapp 318 g auch wesentlich schwerer als herkömmliche externe SSDs. Das hat aber einen sehr guten Grund: Das Terramaster D1 SSD Pro hat nicht nur einen entsprechenden Look, sondern das Gehäuse besteht tatsächlich aus massivem Aluminium. Über die rundum laufenden Kühlrippen kann es sehr effektiv Wärme ableiten, wodurch es keinen Lüfter benötigt. Das heißt, es bleibt auch unter Höchstlast vollkommen still.
Das D1 SSD Pro kann handelsübliche NVMe-SSDs im M.2-2280-Formfaktor mit bis zu 8 Terabyte (TB) Kapazität aufnehmen. Der Speicher wird über ein Wärmeleitpad thermisch an den Aluminiumkörper des Gehäuses angebunden. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet, seine beiden Hälften passen ohne Lücke aufeinander. Um das D1 SSD Pro zu öffnen, muss man lediglich eine einzelne Schraube zwischen den Kühlrippen lösen.
Auf dem neuesten Stand
Die Elektronik ist mit NVMe-SSDs auf Basis von PCIe Gen 3.0, Gen 4.0 und Gen 5.0 kompatibel und unterstützt das NVMe-Protokoll. Als externe Schnittstellen stehen Thunderbolt 3, 4 und 5 sowie USB ab Version 3 zur Verfügung. Laut Hersteller erreicht das Gehäuse mit einer Samsung 990 PRO 4 TB (PCIe Gen 4.0) an einem Mac-Rechner mit M4-Pro-Chip Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 7061 und 6816 Megabyte pro Sekunde (MB/s).
ntv.de hat mit einer Crucial T500 1 TB ebenfalls eine sehr leistungsfähige SSD mit PCIe Gen 4.0 eingesetzt, die unter anderem schnell genug für Gaming oder professionelle Videobearbeitung ist. Im vergangenen Sommer bot sie mit rund 90 Euro noch ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Aufgrund der aktuellen kritischen Speicherknappheit hat sich ihr Preis verdoppelt, im Schnitt kostet sie jetzt oft mehr als 160 Euro.
Sehr gute Werte
Ein Gerät, das Thunderbolt 5 unterstützt, gibt es in der Redaktion derzeit nicht; im Test kam ein MacBook Air M4 mit Thunderbolt 4 zum Einsatz. Die Gehäuse-SSD-Kombination konnte also nicht ihr volles Potenzial zeigen. Trotzdem waren die gemessenen Werte ausgezeichnet für eine externe Lösung. Sie lassen darauf schließen, dass das D1 SSD Pro unter idealen Bedingungen die Terramaster-Angaben erreichen kann.
Im Blackmagic Disk Speed Test kam die Test-Kombi beim Schreiben von Daten auf durchschnittlich 3750 MB/s, beim Lesen wurden rund 3050 MB/s gemessen. Das sind höhere Geschwindigkeiten, als der Mac mit seiner internen 1-TB-SSD erreicht hat (3600/2900 MB/s). Die Übertragung einer 84 Gigabyte (GB) großen Datei mit Fotos und Videos dauerte rund eine Minute - das ist eine sehr gute Leistung.
Hitze kein Thema
Die Wärmeentwicklung war auch bei längeren Übertragungen niemals ein Problem, die Temperatur der Kühlkörper bewegte sich durchgehend unter 50 Grad, meistens blieb sie deutlich niedriger.
Da heutzutage viele Videos mit Smartphones aufgenommen werden, ist es auch gut zu wissen, dass das Terramaster D1 SSD Pro an kompatiblen Geräten wie einem aktuellen iPhone 17 Pro Max funktioniert. Man kann sich also bei diesen Geräten einen großen Flash-Speicher oder zusätzlichen Cloud-Speicher sparen.
Backup-Software für Smartphones und PCs
Terramaster bietet für iPhones und Android-Geräte die kostenlose Backup-Software TDAS mobile an. Im Test wurden dabei Übertragungsraten bis zu etwa 400 MB/s erreicht. Das iPhone bietet auch nur USB 3, was man an der LED über dem Anschluss am D1 SSD Pro sieht. Denn in diesem Fall leuchtet sie gelb, nur bei mindestens Thunderbolt 4 oder USB 4 leuchtet sie weiß.
Für Windows-Rechner gibt es die ebenfalls kostenlose Software TPC Backupper. An einem Mac wählt man einfach die externe SSD als Backup-Volume in Time Machine aus.
Fazit
Das D1 SSD Pro hält weitgehend, was der Hersteller verspricht. Es ermöglicht mit entsprechend hochwertigen SSDs sehr schnelle Datenübertragungen und kühlt dabei zuverlässig ohne Lüfter. 270 Euro sind aber sehr viel Geld, und man muss ja auch noch einen Speicher dazukaufen, der inzwischen unangenehm teuer geworden ist. Wenn die Ansprüche nicht ganz so hoch sind, ist eine günstigere Alternative die Terramaster D1 SSD Plus, die fast ebenso schnell ist, aber bereits für rund 90 Euro zu haben ist.
