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Schutz vor Datenverlust USB-Sticks immer sicher entfernen?

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Einen USB-Stick trennt man besser nicht einfach so vom PC.

(Foto: jwa)

Muss man USB-Sticks heutzutage noch sicher entfernen oder kann man sie auch einfach so vom PC abziehen? Viele Nutzer denken, dass das keinen Unterschied macht. Doch wer unvorsichtig ist, riskiert Datenverlust.

Viele Computernutzer gehen mit externen Speichermedien wie USB-Sticks, SD-Karten oder Festplatten relativ sorglos um. Die Bequemlichkeit siegt: Schnell in den USB-Port stecken, Dateien rüberschieben, Gerät wieder abziehen, fertig. Meistens geht das auch gut, Datenverlust ist die Ausnahme, trotzdem gilt: Wer an seinen Dateien hängt, geht lieber auf Nummer sicher.

Dass es heutzutage nicht mehr nötig ist, Datenträger über die Funktionen "Sicher entfernen" oder "Auswerfen" vom Computer zu trennen, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Nach wie vor gilt: Wenn Speichermedien am Computer hängen, kann es sein, dass gerade Informationen übertragen oder gespeichert werden – auch wenn man das nicht direkt bemerkt, weil es im Hintergrund geschieht. Wird ein Stick in diesem Moment einfach so vom Computer abgezogen, können Dateien verloren gehen oder unbrauchbar werden.

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Die Taskleiste bietet unten rechts Optionen zum Auswerfen von USB-Sticks.

(Foto: jwa/Screenshots)

Kopiert man bloß Dokumente, Filme oder Fotos auf ein externes Medium, ist das Risiko gering. Doch wenn man Dateien - zum Beispiel Word- und Excel-Dokumente oder Präsentationen - auf dem Stick oder der externen Festplatte öffnet und bearbeitet, sollte man in jedem Fall warten, bis eventuelle Schreib- und Speicherprozesse beendet sind. Das ist zu vergleichen mit einem Computer, den man einfach so vom Strom trennt, ohne ihn vorher herunterzufahren. Sind gerade keine Schreib- oder Leseprozesse aktiv, passiert nichts. Doch riskant ist die abrupte Trennung trotzdem.

Bei Blinklicht besser warten

Ob Computer und externes Medium gerade Daten austauschen, erkennt man bei vielen Festplatten und USB-Flashlaufwerken an einem kleinen Lämpchen, das blinkt, solange das Gerät verwendet wird. Hier sollte man unbedingt abwarten, bis das Blinken aufhört, bevor man das Gerät vom Computer trennt. Auch empfiehlt es sich, Lade- und Fortschrittsbalken ernstzunehmen, die Auskunft darüber geben, wie lange ein Datentransfer noch dauert. Verweigert der Computer das sichere Entfernen, liegt es wahrscheinlich daran, dass noch ein Programm geöffnet ist, das auf eine Datei auf dem Stick zugreift. Schickt man ein Gerät in den Standby-Modus oder den Ruhezustand, wird beim Aufwachen der Systemzustand exakt wiederhergestellt. Externe Laufwerke sollte man deshalb vor der Ruhephase entfernen, weil der Rechner "im Schlaf" nicht angemessen darauf reagieren kann.

Übrigens: Mit dem sicheren Auswerfen verhindert man auch, dass ein sogenanntes "Dirty Bit" gesetzt wird, mit dem Windows eine Festplatte als fehlerhaft markiert, wenn Schreibvorgänge nicht korrekt abgeschlossen wurden. In diesem Fall erscheint beim nächsten Anstecken die Empfehlung, den möglicherweise fehlerhaften Datenträger zu überprüfen und zu reparieren. Und das kann gerade bei größeren Speicher lange dauern.

Sicher entfernen lässt sich externe Hardware am einfachsten über das entsprechende Symbol in der Taskleiste. Ist ein Gerät verbunden, erscheint unten rechts ein USB-Stecker mit einem grünen Häkchen. Wird das Symbol nicht gezeigt, reicht ein Klick auf den weißen, nach oben weisenden Pfeil ("Ausgeblendete Symbole einblenden"). In der Liste mit verbundenen Geräten klickt man anschließend auf den Massenspeicher, der entfernt werden soll. Alternativ können Geräte auch im Ordner "Computer" entfernt werden, indem man mit der rechten Maustaste auf den entsprechenden Eintrag klickt und dann "Auswerfen" wählt. Alle noch nicht gespeicherten Daten werden dann auf den Datenträger geschrieben und das Gerät sauber getrennt.

Quelle: n-tv.de, jwa

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