Technik

Bluetooth-Box mit Ausdauer Urbanears Rålis - ein schickes Bass-Monster

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Der Urbanears Rålis macht sich auch in der Wohnung gut.

(Foto: jwa)

Der Bluetooth-Lautsprecher Rålis bringt wie alle Urbanears-Produkte Farbe ins Leben von Musikfans. Sein Gehäuse ist schick und robust, sein Klang überraschend voll. n-tv.de verrät die Stärken und Schwächen des Bass-Quaders.

Die Kopfhörer und Lautsprecher von Urbanears sind Lifestyle-Produkte für Musikfreunde. Die Gerät der Schweden sind nicht nur funktional, sondern immer auch ein modisches Statement. Dem schwarz-silbernen Einheitslook der Konkurrenz setzen sie Farbe entgegen, die erschwinglichen Preise richten sich an eine junge Zielgruppe. Der Bluetooth-Lautsprecher Rålis ist da keine Ausnahme: Sein quaderförmiges Gehäuse in Blau, Rot oder Grau macht was her, zum guten Aussehen kommt ein überraschend satter Sound - doch seine größte Stärke ist zugleich seine größte Schwäche.

Schwedischer Minimalismus

Viel dran ist nicht am Rålis, das merkt man sofort, wenn man ihn aus seiner Verpackung befreit. Neben dem Lautsprecher gibts nur noch ein Stromkabel zum Aufladen, das wars. An der Rückseite findet man einen Audio-Eingang, die paar Bedientasten sind absolut selbsterklärend, sodass ein Blick ins Handbuch überflüssig ist. Wer trotzdem einen Blick hineinwirft, bekommt bestätigt: Versteckte Extra-Funktionen gibt es nicht, der Rålis setzt auf Minimalismus.

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Der Urbanears Rålis ist sparsam, aber ausreichend ausgestattet.

(Foto: jwa)

Das ist gar nicht verkehrt, denn was er kann, kann er gut und Eingewöhnungszeit braucht es nicht. Er koppelt sich mit bis zu zwei Bluetooth-Geräten gleichzeitig, per Tastendruck wechselt man zwischen beiden Quellen. Auf Wunsch kann man über den Analog-Eingang noch eine dritte Quelle hinzufügen. Im Pressetext heißt es deshalb, man könne mit dem Rålis DJ spielen - das stimmt zwar nur so halb, denn natürlich kann man nicht zwei Quellen ineinander überblenden. Aber immerhin können zwei oder drei Nutzer ihre Geräte parallel verbinden und sich so mit der Musikauswahl abwechseln.

Blumlein macht's mächtig

Für den mächtigen Sound mit viel Bass und klaren Mitten und Höhen ist die Blumlein-Stereo-Klangtechnik verantwortlich, die n-tv.de schon in Marshalls Kilburn II positiv überrascht hat. Die Lautsprecher strahlen nach hinten und vorne ab, in jede Richtung je einen Stereokanal. Auf der Rückseite ist zudem eine Bassöffnung. Mit dem recht kompakten Rålis kann man so locker eine größere Runde im Wohnzimmer beschallen oder die Koch-Session auflockern.

Eigentlich gehört der Rålis aber nach draußen, denn seine kräftigen Bässe drängen sich zeitweise zu sehr in den Vordergrund - wer gerne basslastige Musik hört, etwa elektronische Tanzmusik oder Hip Hop, wird sich mitunter einen Regler wünschen, um den Bass rauszudrehen, denn manchmal wummert er ganz schön und in geschlossenen Räumen wird das noch verstärkt. Für Freunde von dicken Bässen mit toleranten Nachbarn ist der Rålis wahrscheinlich genau richtig. Und Musik, bei der sich nicht alles um eine dicke Bassdrum dreht, kommt gut zur Geltung; bei Jazz oder Klassik kommen die tiefen Kontrabässe schön zur Geltung.

Trotzdem, dass es am Gerät selbst keinen Regler fürs Feintuning gibt - wie etwa beim Kilburn II - ist etwas schade, denn mit weniger Bass könnte das Klangbild noch ausgewogener sein und der Rålis sich so für noch mehr Einsätze qualifizieren. Und einen kleinen Nachteil hat das Stereo-Konzept, bei dem der linke Kanal nach vorne und der rechte nach hinten abstrahlt. Denn in Aufnahmen, bei denen Instrumente klar einem Kanal zugeordnet sind, klingt die Wiedergabe etwas unausgewogen, wenn man einer Lautsprecherseite zugewandt ist.  

Powerbank und Tragegurt

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Die Bedientasten sind beim Urbanears Rålis ins Gehäuse eingelassen.

(Foto: jwa)

Ansonsten stimmt aber alles mit ihm. Mit der Textil-Trageschlaufe lässt er sich trotz des ansehnlichen Gewichts leicht tragen, mit Spritzwasser kann er dank IPX2 umgehen, die Akkulaufzeit ist mit 20 Stunden gut bemessen und über die eingebaute Powerbank kann der Rålis via USB-Kabel ein angeschlossenes Smartphone aufladen. Die Tasten sind dezent im Gehäuse eingelassen und ragen nicht hervor, was zum minimalistischen Aussehen beiträgt.

Der Neuzugang in der Urbanears-Familie reiht sich nahtlos ins Produkt-Portfolio der Schweden ein, denn er hält die Balance zwischen Lifestyle-Gadget und Funktionalität und ist mit rund 200 Euro nicht zu teuer. Wer ihn aber vor allem wegen des Klangs und nicht vorrangig aus optischen Gründen kaufen möchte, sollte Marshalls Kilburn II zumindest in Erwägung ziehen - Sound und Technologie sind sehr ähnlich, doch mit seinen Reglern zur stufenlosen Anpassung von Bässen und Höhen hat er einen großen Feature-Vorteil. Das spiegelte sich auch im Preis wider, Marshalls Speaker kam für 300 Euro auf den Markt, er kostet im Netz inzwischen aber nur noch 240 Euro.

Quelle: n-tv.de

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