Technik

Blizzard im Shitstorm "Warcraft 3 Reforged" gnadenlos verrissen

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Verbesserte Grafik und Synchronisation sind gelungen, das Gameplay wie früher - trotzdem hassen Spieler "Warcraft 3 Reforged".

(Foto: Blizzard)

Die Neuauflage des Kultspiels "Warcraft 3" fällt bei den Spielern nicht nur durch, sie zerreißen es wegen vieler Unzulänglichkeiten in der Luft und machen es zum "schlechtesten Spiel der Welt". Publisher Blizzard reagiert halbherzig.

Als das Strategiespiel "Warcraft 3: Reign of Chaos" im Sommer 2002 erschien, war es ein Riesenerfolg und erhielt traumhafte Bewertungen. Bei Metacritic, einer Webseite, die weltweit Kritiken auswertet, kam der Titel damals auf durchschnittlich 92 Prozent, wobei viele Fachmedien auch noch weit bessere Noten vergaben. Die Nutzer waren ebenso begeistert, sie bewerteten das Spiel mit durchschnittlich 9,2 von 10 möglichen Punkten. Genau das Gegenteil ist jetzt bei der Neuauflage der Fall. Die Spieler finden sie so grottenschlecht, dass sie "Warcraft 3 Reforged" mit nur 0,5 Punkten zum aktuell schlechtesten Spiel der Welt machen. Was ist da nur passiert?

Viele Mängel, aber es gibt schlimmere Spiele

Laut "Heise" und anderen Fachmedien liegt dies unter anderem an zahlreichen Unzulänglichkeiten der Neuauflage. Unter anderem hat Entwickler Blizzard den alten Warcraft-3-Launcher entfernt oder neue Menüs in das Original-Spiel übernommen. Man kann "Warcraft 3" also nicht wie vor 18 Jahren spielen, was bei Remakes sonst üblich ist. Features wurden gestrichen, die es im Original gab, beispielsweise automatische Turniere, Zwischensequenzen wurden nicht so aufpoliert, wie dies Vorschauen versprachen, und schließlich hat das Spiel auch noch Performance-Probleme.

Das ist aber vermutlich nicht allein der Grund für den Unmut der Spieler. So seien die überarbeitete HD-Grafik, die neue deutsche Synchronisation und ergänzende Inhalte durchaus gelungen, schreibt "Spieletipps". Und "Heise" weist darauf hin, dass "Warcraft 3 Reforged" auf jeden Fall besser sei als das bisherige Schlusslicht "Day One: Garry's Incident" und andere "verunglückte Software-Experimente".

Blizzard in Ungnade gefallen

Die Nutzer haben mit dem Entwickler auch mehrere offenen Rechnungen wegen dessen Geschäftsgebaren. Unter anderem war die Empörung groß, als das Unternehmen einen chinesischen Profi-Spieler sperrte, der die Proteste in Hongkong unterstützt. Die Gemeinde PC-Spieler war sauer, als Blizzard statt einer Fortsetzung der Diablo-Serie ein Handyspiel veröffentlichte und dass sich der Entwickler in seinem Endbenutzer-Lizenzvertrag (EULA) die Rechte an spielergenerierten Inhalten sichert.

Wohl um die Wogen zu glätten, hat Blizzard auf den Shitstorm ungewöhnlich reagiert. In einer Stellungnahme entschuldigt sich das Unternehmen und verspricht Fehler auszubügeln. Die Kritikpunkte räumt der Entwickler mit dem Statement aber nicht wirklich aus, in den wenigsten Kommentaren wird die Entschuldigung angenommen. Zufrieden zeigen sich aber einige enttäuschte Nutzer damit, dass Blizzard offenbar eine Rückerstattung des Kaufpreises von rund 30 Euro leichter als gewöhnlich macht.

Quelle: ntv.de, kwe