Technik
Nur noch Warnungen sind bei WarnWetter liefert kostenlos.
Nur noch Warnungen sind bei WarnWetter liefert kostenlos.(Foto: kwe)
Mittwoch, 20. Dezember 2017

Nur Warnungen noch gratis: WarnWetter kostet jetzt Geld

Der Deutsche Wetterdinst setzt ein Urteil um und macht die Vollversion seiner WarnWetter-App kostenpflichtig. Wer nicht zahlt, erhält jetzt nur noch Warnungen.

Nachdem das Landgericht Bonn (Aktenzeichen 16 O 21/16) Mitte November untersagte, die App WarnWetter gratis zur Verfügung zu stellen, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf weitere Rechtsmittel verzichtet und in der Anwendung bis auf Warnungen vor extremen Wetterlagen alle Funktionen gesperrt. Wer sie weiternutzen möchte, muss die aktuelle Version installieren und die Vollversion für 1,99 Euro freischalten. In einer Mitteilung innerhalb der gesperrten Vorversion schreibt der DWD: "Wir bedauern sehr, dass es uns damit nicht mehr möglich ist, die Allgemeinheit weiterhin mit allen für die Beurteilung einer warnwürdigen Wetterlage notwendigen Informationen kostenfrei zu versorgen."

"Über seinen Auftrag hinausgeschossen"

Geklagt hatte laut DWD-Info WetterOnline. Das Gericht urteilte, der DWD agiere mit der App nicht hoheitlich, sondern als wirtschaftliches Unternehmen - auch wenn er kein Geld verlange. Denn mit dem Angebot steigere der DWD seine Bekanntheit und damit seine Marktmacht. Ein Sprecher des Verbandes deutscher Wetterdienstleister begrüßte das Urteil. Der Deutsche Wetterdienst sei mit der App weit über seinen Auftrag hinausgeschossen. Die Behörde solle Daten erheben, aufbereitet zur Verfügung stellen und vor Wettergefahren warnen. Die DWD-Wetter-App tue weit mehr als das.

Ein DWD-Sprecher hielt dagegen, in der App werde absichtlich nur ein geringer Teil der Informationen verbreitet, die der Wetterdienst habe. Dagegen stelle der DWD seit dem 1. Juli alle seine Daten kostenlos den privaten Diensten für ihre Arbeit zur Verfügung. Die privaten Wetterdienste in Deutschland kämpften an der falschen Stelle. Die wirkliche Gefahr für ihr Geschäftsmodell liege nicht bei der deutschen Wetter-Behörde DWD, sondern bei internationalen Wetterkonzernen etwa aus den USA.

Quelle: n-tv.de