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Der Hype nimmt kein Ende Warum alle im "Fortnite"-Fieber sind

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Mit 45 Millionen Downloads und bis zu 3,5 Millionen Spielern gleichzeitig online zählt "Fortnite: Battle Royale" aktuell zu den beliebtesten Spielen weltweit.

(Foto: epicgames.com)

Kein Spiel ist zurzeit erfolgreicher: "Fortnite: Battle Royale" wird von Millionen Menschen gespielt und kann täglich neue Fans für sich begeistern. Doch was reizt Spieler weltweit an dem Online-Shooter im Comicstil?

Wer sich für Videospiele interessiert und hin und wieder Let's Play Videos auf YouTube schaut, kommt aktuell an "Fortnite: Battle Royale" wohl kaum vorbei. Videos rund um das Spiel von Epic Games finden sich täglich in den YouTube-Trends und die Google-Suche liefert Tausende Treffer. Doch auch Computerspiel-Muffel stolpern spätestens im heimischen Kinderzimmer über das aktuell erfolgreichste Spiel.

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Wenn es ein Thema geben sollte, das derzeit die Schulhöfe, die Uni-Campusse und vielleicht sogar so manchen Arbeitsplatz beherrscht, ist es mit großer Sicherheit Fortnite. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich das Online-Multiplayer-Spiel zu einem regelrechten Massenphänomen. Der Hype scheint einfach nicht abreißen zu wollen. Vor allem jüngere Spieler sind dem Comic-Shooter regelrecht verfallen. Dass Fortnite ein hohes Suchtpotenzial mitbringt, ist mittlerweile nicht mehr zu bestreiten. Doch woran liegt es, dass es so sehr den Nerv der Spieler trifft?

Das Spiel um Leben und Tod

Bereits 1987 metzelte sich Arnold Schwarzenegger in "The Running Man" durch eine brutale Spielshow. Doch erst durch die "Hunger Games"- Bücher und deren Verfilmungen erlebte das Konzept des "Spiels um Leben und Tod" in der Popkultur eine regelrechte Renaissance. Seitdem werden immer mehr Filme mit dieser Thematik produziert, wie zum Beispiel "Maze Runner", der 2014 in die Kinos kam.

Auch der Spieleindustrie ist das Erfolgskonzept nicht entgangen und es entstand das Genre Battle Royale. Der Begriff entstammt ursprünglich dem gleichnamigen japanischen Buch sowie dem darauf basierenden Dystopie-Film aus dem Jahr 2000. Das Spielprinzip ist dabei recht simpel: Bis zu hundert Spieler kämpfen nach dem Motto "Last-Man-Standing" alleine oder im Team auf einer weitläufigen Karte gegeneinander, bis nur noch einer übrig ist.

In "Fortnite" sammelt man auf einer Insel Waffen und Rohstoffe, baut Unterschlüpfe oder Brücken und versucht bei einem Schusswechsel möglichst schnell die richtigen Tasten zu treffen, um den Gegner zu erledigen. Dabei muss man sich stets rechtzeitig ins Auge des Sturms bewegen, das sich mit der Zeit verengt. Ist man dem tödlichen Sturm entkommen, hat bis zum Ende überlebt und auch noch den allerletzten Gegenspieler kalt gemacht, besiegeln ein paar hippe Dance-Moves den Sieg im "Battle Royale".

Sammeln, Zerschlagen, Bauen und Schießen

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Zunächst klingt das nicht allzu außergewöhnlich. Was aber in "Fortnite" den Unterschied macht, ist die Spitzhacke. Denn hier gibt es mehr zu tun als Waffen zu sammeln und zu schießen: Fast alles auf der Karte lässt sich komplett abbauen. Der Spieler bekommt somit Baumaterialien, die er idealerweise dazu einsetzen kann, ein Fort zu bauen, Hindernisse zu überwinden oder eine Schutzwand zu errichten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Dieses Feature lässt dem Spiel eine Tiefe und auch Komplexität zukommen, die man "Fortnite" auf den ersten Blick nicht zutrauen würde. Zudem ist die Baufunktion recht intuitiv umgesetzt, obwohl etwas Fingerfertigkeit und Übung gefragt sind, um auch in kniffeligen Situationen die richtigen Tasten zu treffen.

Ballern im Märchenland

Mit der Bauoption verbindet "Fortnite" geschickt die schöpferischen Elemente von "Minecraft" mit der nervenaufreibenden Spannung von Shootern wie "Counter Strike" und bedient sich dabei einer ungewöhnlich harmlosen und bunten Optik. Die farbenfrohe Umgebung wirkt wenig bedrohlich und erinnert an ein Märchenland im Comic-Design. Grüne Hügel, Täler und Wälder erstrecken sich abwechslungsreich über die gesamte Karte.

Auch die grafische Gewaltdarstellung im Spiel ist deutlich harmloser als in vielen anderen Online-Shootern. Nicht zuletzt, weil sie sich nicht an der Realität orientiert. Natürlich ist der Sinn des Spiels, so viele Gegner wie möglich abzuschießen, aber es kommt dabei ohne Blut und Leichen aus. Wenn ein Spieler zu Boden geht, wird er einfach wegteleportiert.

Damit hat "Fortnite" einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Während sein Vorgänger "Player Unknown’s Battle Grounds" (PUBG) erst ab 18 Jahren freigegeben ist, können Kinder und Jugendliche "Fortnite" schon ab 12 Jahren spielen. Gerade deshalb steht das Spiel bei Jüngeren hoch im Kurs. Außerdem ist die Basisvariante, im Gegensatz zum Konkurrenten, kostenlos erhältlich.

Mit 45 Millionen Downloads und bis zu 3,5 Millionen Spielern gleichzeitig online bricht "Fortnite: Battle Royale" damit alle Rekorde und zählt zu den beliebtesten Spielen weltweit. Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der Suchanfragen bei Google zum Keyword "fortnite" innerhalb der letzten Monate, so liegt der Schluss nahe, dass die Zahl der Spieler seit Anfang des Jahres nochmals deutlich gestiegen ist.

Da ist noch Luft nach oben

Trotz der riesigen Fangemeinde ist "Fortnite" noch nicht ganz auf dem Höhepunkt angekommen. "Pokemon Go", "Minecraft" und auch "Grand Theft Auto" verzeichneten vor einigen Jahren noch deutlich höhere Peaks bei Google Trends und wurden dementsprechend damals offenbar noch häufiger bei Google gesucht als heute "Fortnite". Ob es der Comic-Shooter in den Olymp der Videospiele schafft, wird sich also noch zeigen.

Sicher ist, dass in Zukunft auch andere Spieleentwickler ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Bei dem neuen Teil "Black Ops 4" der beliebten Call-of-Duty-Serie wird es auch ein Battle Royale. Außerdem kursieren Gerüchte, dass auch das neue "Red Dead Redemption 2" mit einem ähnlichen Modus ausgestattet sein soll. Unterdessen steht bereits die nächste Neuerung für "Fortnite" an, die offenbar mit einem Superhelden-Thema kommt.

 

Quelle: n-tv.de