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DVB-T2 ist jetzt neuer Standard Warum bleibt der TV-Bildschirm schwarz?

Neues Digitalfernsehen DVB-T2

Es gibt in Elektromärkten eine große Auswahl an Empfangsgeräten für DVB-T2.

(Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Wer heute nur noch einen schwarzen Bildschirm am Fernseher sieht, hat vielleicht verschlafen, dass von DVB-T auf DVB-T2 umgestellt wurde. Jetzt gilt es, schnell nachzurüsten oder zu einer Alternative zu wechseln.

Nach einer langen Vorbereitungsphase ist es nun so weit: In weiten Teilen Deutschlands wurde von DVB-T auf DVB-T2 umgestellt. Wer keinen neuen Empfänger hat, schaut jetzt in die Röhre. Wer die Umstellung verschlafen hat, muss aber nicht in Panik geraten. Die Elektromärkte sind gut bestückt, Engpässe bei den nötigen Geräten sind nicht zu erwarten.

Um DVB-T 2 HD zu empfangen, benötigt man entweder ein modernes TV-Gerät, das einen entsprechenden Empfänger bereits integriert hat. Oder man rüstet ältere Fernseher mit einer sogenannten Set-Top-Box auf. Geräte, die zusätzlich zum grünen DVB-T-2-Logo mit "Freenet TV" gekennzeichnet sind, können private Sender selbst entschlüsseln, ansonsten muss auch noch ein Decoder-Modul für rund 80 Euro gekauft werden.

Zunächst ist das Angebot der Privaten zum Ausprobieren drei Monate lang gratis, dann kostet das Programm der Privaten in hoher Auflösung 69 Euro im Jahr. Auch ein Überspringen der Werbeblöcke soll dann nicht mehr möglich sein. "Wir gehen davon aus, dass der Großteil der betroffenen Nutzer die Umstellung auf das Bezahl-Fernsehen mitmachen wird", sagte der Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform, Andre Prahl.

Streaming, Kabel und Satellit als Alternativen

Beim Satelliten-Fernsehen gibt es die Privatsender weiterhin in Standard-Auflösung (SD) und kostenfrei. Allerdings steigt auch hier die Zahl der Kunden, die bereit sind, für ein besseres Bild (HD Plus) zu bezahlen. Erstmals zählt etwa die HD Plus GmbH, Tochter des Satellitenbetreibers SES, mehr als zwei Millionen Kunden. Und vom Umstieg beim terrestrischen Signal will HD Plus zusätzlich profitieren.

Anbieter von Streaming-Diensten, die das TV-Signal über das Internet verbreiten, erhoffen sich ebenfalls, durch die Umstellung neue Kunden zu gewinnen. Dienste wie TV-Spielfilm, Zattoo, Magine oder Waipu.tv rühren gerade kräftig die Werbetrommel. Durch die Umstellung auf DVB-T2 würden "knapp 10 Prozent des eigentlich gesättigten deutschen TV-Marktes auf neue Empfangswege verteilt", argumentiert Zattoo.

Die Hoffnung der Streaming-Anbieter ist, dass vielen Nutzern die Anschaffung neuer Hardware zusätzlich zu den neu anfallenden Kosten zu aufwendig ist. Für die Streaming-Angebote müssen Nutzer nur eine App auf ihr Smartphone laden. Der Empfang der privaten Sender ist jedoch auch bei ihnen kostenpflichtig und nur per Abo möglich.

Als Alternative zu DVB-T2 präsentieren sich derzeit außerdem die Telekom mit dem Angebot Entertain und Vodafone (Kabel Deutschland). Aber auch andere Kabel-Anbieter haben sich in Stellung gebracht und versprechen, dass der Bildschirm auch nach der Abschaltung von DVB-T nicht schwarz bleiben wird.

Quelle: n-tv.de, kwe

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