Technik

Pilotphase in Indien Whatsapp Pay soll in sechs Monaten starten

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Whatsapp Pay steht offenbar in den Startlöchern.

(Foto: imago images/Pixsell)

Schon bald sollen Nutzer via Whatsapp Geld überweisen können. Facebook-Chef Mark Zuckerberg möchte den Dienst in rund sechs Monaten in mehreren Ländern starten. In Indien ist Whatsapp Pay bereits in der Pilotphase.

Mark Zuckerberg hat in einem Gespräch mit Analysten angekündigt, in den kommenden sechs Monaten in mehreren Ländern Whatsapp Pay zu starten. Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit für Nutzer, über den Messenger Geld zu überweisen oder Rechnungen zu bezahlen. Sie könnten dann Geld "so schnell und einfach wie ein Foto senden", sagte Facebook-CEO laut "The Economic Times".

Der Bezahldienst basiert auf dem indischen Unified Payments Interface (UPI), das Kunden erlaubt, ihr Bankkonto mit Whatsapp Pay zu verbinden. In Indien, wo Whatsapp rund 400 Millionen aktive Nutzer hat, befindet sich der Dienst auch bereits in der Pilotphase, UPI wartet allerdings noch auf die Lizenz.

Was ist mit Facebook Pay?

Ob Whatsapp Pay das im vergangenen Herbst in den USA gestartete Facebook Pay ersetzen oder ergänzen soll, ist nicht ganz klar. In der Pressemitteilung zu Facebook Pay heißt es, man wolle den Dienst künftig mehr Menschen an weiteren Orten zur Verfügung stellen. Außerdem ist Facebook Pay auch in Instagram und Whatsapp nutzbar. Laut "Business Today" könnte der Unterschied darin liegen, dass Facebook Pay als plattformübergreifendes Shopping-Tool dienen soll, während über Whatsapp Pay Nutzer vor allem Geld an Kontakte schicken können.

Offen ist auch, ob und wann Whatsapp Pay in Europa starten wird. Im Mai 2019 berichtete die "Financial Times", Facebook habe für den Dienst London als Basis ausgewählt und stelle dort rund 100 Entwickler und andere Mitarbeiter ein. Allerdings soll in der britischen Hauptstadt das weltweite Geschäft von Whatsapp Pay koordiniert werden, was nicht zwingend bedeutet, dass man auch bald in Deutschland via Whatsapp bezahlen kann. Zuckerberg habe London unter anderem ausgewählt, da dort viele Menschen leben, die ihre Ursprünge in Ländern haben, wo Whatsapp besonders populär ist - unter anderem Indien.

Wechat zeigt in China, was möglich ist

Neu ist die Idee, per Messenger zu bezahlen, nicht. In China ist es schon seit 2014 gang und gäbe, über Wechat Rechnungen zu bezahlen, Geld zu überweisen oder sogar Gehälter auszubezahlen. Der Dienst mit rund 1,1 Milliarden aktiven Nutzern ist dort weit mehr als ein einfacher Messenger, er ist das Schweizermesser der sozialen Dienste.

Die Chinesen nutzen Wechat zum Chatten, Einkaufen, Telefonieren, Spielen, rufen mit ihm Taxis, reservieren Plätze in Restaurants oder gehen via Wechat auf Partnersuche. Die Möglichkeiten des Messengers sind groß, da er über Mini-Programme nahezu beliebig erweiterbar ist. Datenschutz spielt dabei in China keine Rolle.

Quelle: ntv.de, kwe