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Weiterleiten stark eingeschränkt Whatsapp geht gegen Kettenbriefe vor

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Ein Klassiker unter den Whatsapp-Fake-News: die Nachricht des angeblichen Firmenchefs Jim Balsamico.

(Foto: jwa)

Kettenbriefe und Falschmeldungen verbreiten sich über Whatsapp oft in Windeseile. Der Messenger will dem nun ein Ende setzen und schränkt das Weiterleiten von Nachrichten ein. Gegen die Verbreitung von Fake News kann aber auch jeder selbst etwas tun.

Unter Whatsapp-Nutzern ist es beliebte Praxis, Nachrichten aller Art an möglichst viele Kontakte weiterzuleiten. Das können zu Anlässen wie Weihnachten oder Neujahr kurze Grußbotschaften, inspirierende Texte oder lustige Videos sein. Aber auch Falschmeldungen und sogenannte Kettenbriefe mit hanebüchenen Virus-Warnungen verbreiten sich über den Messenger in Windeseile. Damit das in Zukunft nicht mehr ganz so leicht geht, schränkt Whatsapp jetzt die Weiterleiten-Funktion weiter ein.

Nutzer auf aller Welt können bei Whatsapp jetzt nur noch fünf Kontakte oder Chat-Gruppen gleichzeitig auswählen, die eine weitergeleitete Nachricht bekommen sollen. Das kündigte Whatsapp-Managerin Victoria Grand in Indonesiens Hauptstadt Jakarta an. Es ist zwar nach wie vor möglich, seine gesamte Kontaktliste zu versorgen, doch der Aufwand ist ungleich größer. Die Nutzer des Messenger-Dienstes sollten sich mehr auf den privaten Austausch von Nachrichten unter Freunden fokussieren, heißt es dazu in einer Mitteilung des Unternehmens.

Lynchmobs in Indien

Die Einschränkung ist nicht die erste ihrer Art: Bereits im Juli 2018 schränkte Whatsapp das Weiterleiten von Nachrichten weltweit auf 20 Kontakte ein. In Indien wurde schon damals die Beschränkung auf 5 Kontakte eingeführt. Hier wurden aufgrund von Falschmeldungen über Kindesentführung oder andere Verbrechen, die über Whatsapp verbreitet wurden, mehrere Menschen Opfer von wütenden Lynchmobs.

Seit Sommer 2018 werden weitergeleitete Nachrichten, Bilder und Videos in der Chat-Ansicht zudem entsprechend gekennzeichnet, durch ein Pfeil-Symbol und den Hinweis "forwarded" oder "weitergeleitet". So sollen Nutzer auf den ersten Blick erkennen können, dass nicht der Absender den Inhalt erstellt hat, sondern dass es sich zum Beispiel um einen Kettenbrief handelt.

In Deutschland sind die negativen Auswirkungen von weitergeleiteten Falschinformationen bisher überschaubar. Doch Kettenbriefe und Virus-Warnungen gelangen auch hier immer wieder in Umlauf. Das beste Mittel dagegen ist nach wie vor gesunde Skepsis. Und ob das Limit nun bei 20 oder bei 5 Kontakten liegt: Am besten leitet man Kettenbriefe gar nicht weiter.

Quelle: n-tv.de, jwa

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