Technik
(Foto: picture alliance / Arno Burgi/dp)
Mittwoch, 11. Juli 2018

Gegen Verbreitung von Gerüchten: Whatsapp markiert künftig Kettenbriefe

Der Messenger Whatsapp sagt massenhaft verbreiteten Falschnachrichten den Kampf an: Weitergeleitete Nachrichten sollen künftig durch ein Symbol schneller erkannt werden. Damit reagiert das Unternehmen auf schreckliche Vorfälle in Indien.

Falschmeldungen machen auch vor Whatsapp nicht Halt. Durch den Messenger werden regelmäßig "Fake News" viral verbreitet, oft sind es Spam-Nachrichten oder Kettenbriefe. Doch in Indien führten solche Whatsapp-Gerüchte zuletzt zu mehreren Mob-Angriffen mit tödlichem Ausgang.

Whatsapp reagiert nun auf die Berichte und Beschwerden: Künftig sollen weitergeleitete Text- und Sprachnachrichten sowie Bilder und Videos mit einem entsprechenden Hinweis markiert werden. So erkennen Nutzer sofort, dass nicht der Absender den Inhalt erstellt hat, sondern es sich etwa um einen Kettenbrief handelt. Der Hinweis zeigt einen Pfeil und das Wort "forwarded" oder "weitergeleitet". Um diese Information zu bekommen, muss die neueste Version von Whatsapp installiert sein.

In einem Fall in Indien wurde eine Frau im westlichen Bundesstaat Gujarat durch die massenhafte Verbreitung von Falschnachrichten getötet. Zuvor hatten zahlreiche Menschen eine unwahre Nachricht über den Messengerdienst erhalten, wonach Hunderte Menschen in der Gegend Kinder entführen und verkaufen wollten.

Das Todesopfer war nach Polizeiangaben mit drei weiteren Frauen in der Stadt Ahmedabad unterwegs, als mehrere Menschen sie umstellten und ausfragten. Die Situation eskalierte dermaßen, dass ein wütender Mob aus rund hundert Menschen die vier Opfer trat und mit Stöcken schlug, wie die Polizei erklärte. Verkehrspolizisten befreiten die Frauen und brachten sie ins Krankenhaus, doch für eine von ihnen kam jede Hilfe zu spät.

Weitere Angriffe durch Nachrichten

Die unwahre Whatsapp-Nachricht führte laut Polizei offenbar zu vier weiteren Mob-Angriffen, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden. Die Polizei rief die Bevölkerung dazu auf, sich nicht von falschen Nachrichten in sozialen Medien "mitreißen" zu lassen.

Im vergangenen Jahr wurden in Indien laut Medienberichten 22 Menschen infolge von über Whatsapp verbreiteten Gerüchten getötet. Bislang gibt es keine einheitliche, koordinierte Reaktion der Behörden auf das Phänomen. Teilweise nutzen Behörden Lautsprecher, um die Bewohner vor den Gerüchten zu warnen.

Quelle: n-tv.de