Technik

Größte Gefahr im WarmenWie man das Smartphone vor Kälteschäden schützt

08.01.2026, 12:28 Uhr
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Steife Finger oder zu schnelles Aufwärmen sind für das Smartphone gefährlicher als die Kälte selbst. (Foto: IMAGO/YAY Images)

Normalerweise machen niedrige Temperaturen Smartphones nichts aus. Doch wenn es wie in diesen Tagen klirrend kalt ist, können die Geräte kollabieren. Die größte Gefahr droht ihnen aber, wenn sie wieder im Warmen sind - oder durch klamme Finger.

Bei Kälte, Eis und Schnee kommen nicht nur Fußgänger mitunter gefährlich ins Rutschen, auch der Akkustand des Smartphones kann bei sehr niedrigen Temperaturen plötzlich abschmieren. Denn je kälter er ist, desto weniger Energie speichert er, erklärt der IT-Branchenverband Bitkom.

Wirklich gefährlich wird es für die Geräte aber erst, wenn sie zu schnell wieder warm werden oder die Nutzer klamme Finger haben. Damit weder die Batterie schlappmacht oder noch Schlimmeres passiert, rät der Verband, einige Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten:

Gerät warm halten

Das Smartphone außen umzuhängen, ist bei frostigen Temperaturen keine gute Idee. Stattdessen sollte man es nah am Körper tragen, beispielsweise in der Jackeninnentasche. Zum Telefonieren nutzt man möglichst Kopfhörer.

Große Temperaturschwankungen vermeiden

Wenn das Gerät extrem abgekühlt ist, etwa weil es im Auto zurückgelassen oder in einer Außentasche getragen wurde, muss man aufpassen, dass es nicht zu schnell wieder warm wird. Denn dann kann sich gefährliches Kondenswasser im Inneren bilden, was im schlimmsten Fall einen Kurzschluss auslöst.

Deshalb ist es ratsam, ein eiskaltes Gerät auszuschalten und es dann eine knappe Stunde lang langsam aufwärmen zu lassen, am besten an einem mäßig warmen Ort wie dem Schlafzimmer. Dabei sollte man die Hülle abnehmen, damit eventuell eingeschlossene Feuchtigkeit entweichen kann. Schnelles Laden gilt es in dieser Phase zu vermeiden, da dabei die Batterie sehr warm werden kann.

Akku schonen

Bei großer Kälte steigt der Innenwiderstand des Akkus stark an, wodurch die Spannung unter Last einbricht. Das Smartphone schaltet sich dann zum Schutz ab, obwohl rechnerisch noch Ladung vorhanden ist. Um das Risiko plötzlicher Ausfälle zu minimieren, ist es ratsam, den Ladestand über 50 Prozent zu halten, da dies den Spannungseinbruch reduziert.

Stöße und Stürze vermeiden

Kaltes Displayglas ist spröder und springt schneller. Außerdem hat man bei großer Kälte oft klamme Finger und trockene Haut, weshalb das Smartphone leichter aus der Hand rutscht. Hüllen halten nicht nur das Gerät warm, wenn es aus der Tasche gezogen wird, sie sind auch griffiger als die glatten Handys.

Gut zu wissen

Große Kälte kann die Bedienung beeinträchtigen: Der Touchscreen reagiert träger, Flüssigkristalle in Displays arbeiten langsamer. Die gewohnte Berührungsempfindlichkeit und Farbdarstellung des Displays kehren aber in aller Regel zurück, wenn das Smartphone wieder wärmer wird.

Zwei Drittel hatten schon Handyprobleme bei Kälte

Einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research zufolge hatten gut zwei Drittel (68 Prozent) der Smartphonenutzer hierzulande bei kaltem Wetter schon einmal Probleme mit ihren Geräten. Besonderen Schutz lässt dem Telefon im Winter demnach aber nur gut jede und jeder Zweite (51 Prozent) angedeihen.

Ebenso viele (51 Prozent) ärgern sich darüber, dass sich Touchdisplays nicht grundsätzlich mit allen Handschuhen bedienen lassen. (Sondern nur mit solchen, die mit leitfähigen Textilien oder Beschichtungen an den Fingern ausgestattet sind.)

Etwas weniger (46 Prozent) geben an, das Smartphone in der kalten Jahreszeit draußen insgesamt weniger als sonst zu nutzen. Befragt worden waren 1.002 Menschen ab 16 Jahren.

Quelle: ntv.de, kwe/dpa

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