Für Stromausfälle und FreizeitDas sind die besten Powerstations
Von Klaus Wedekind
Wenn der Strom ausfällt, halten Powerstations den Kühlschrank am Laufen und liefern Saft für andere wichtige Geräte im Haushalt. Herrscht kein Notfall, sind sie enorm praktisch bei Outdoor-Aktivitäten. ntv.de nennt empfehlenswerte Geräte für kleine und größere Wohnungen, die im Test überzeugt haben.
In Berlin müssen zu Jahresbeginn Zehntausende Menschen bitter erleben, dass auch in Deutschland längere Stromausfälle möglich sind, sei es durch Anschläge, eine Panne, Extremwetter, marode Infrastruktur oder Ungleichgewichte durch Über- oder Unterproduktion. Um darauf vorbereitet zu sein, sollte man nicht nur Vorräte anlegen, sondern auch größere Akkus bereithalten, damit im Ernstfall der Kühlschrank und andere wichtige Geräte weiter versorgt werden.
Das können Batteriespeicher von Solaranlagen auf dem Dach oder Balkonkraftwerken leisten, wenn sie entsprechende Funktionen bieten. Besser geeignet sind aber gewöhnlich mobile Geräte, die abseits von Notfällen auch beim Camping oder im Garten zum Einsatz kommen können. Je nach Größe der Wohnung, der Anzahl oder dem Stromverbrauch der zu versorgenden Geräte sind Speicher mit Kapazitäten von einigen Hundert Wattstunden (Wh) bis zu mehreren Kilowattstunden (kWh) die richtige Wahl.
Bis 500 Wattstunden
Kleine Powerstations mit weniger als 1 kWh sind nur bedingt für Notfälle geeignet. Das liegt nicht nur an der kleinen Kapazität, sondern auch an einer zu geringen Leistung, mit der sie beispielsweise keinen Kühlschrank betreiben können, der beim Start seines Kompressors einen hohen Anlaufstrom benötigt. Für kürzere Stromausfälle oder zusätzlich zu einem größeren Speicher können sie aber nützlich sein. Und wenn es in erster Linie um Mobilität geht, sind sie unschlagbar.
Ein besonders kompaktes Gerät ist die Ecoflow River 3, die 245 Wh bietet. Die 3,55 kg leichte Powerstation ist sehr handlich und leistet dauerhaft bis zu 300 W, wobei kurzfristig bis zu 600 W möglich sind. Für schnelle Einsätze ist sie in weniger als einer Stunde komplett aufgetankt. Geräte versorgt die Powerstation über eine AC-Steckdose, zwei USB-A-Anschlüsse, die bis zu 12 W Leistung bieten und - leider - nur einen USB-C-Ausgang, der auf bis zu 100 W kommt. An einem Autoanschluss kann man Geräte mit bis zu 12 W laden oder betreiben.
Wie bei hochwertigen Geräten inzwischen üblich, hat die Powerstation einen Lithium-Eisenphosphat-Akku (LiFePo4), der deutlich langlebiger als Lithium-Ionen-Batterien ist. Nach 3000 Ladezyklen soll die Kapazität laut Ecoflow noch mindestens 80 Prozent betragen. Bei einem täglichen Einsatz wäre dies nach ungefähr zehn Jahren der Fall.
Der LiFePo4-Akku des Jackery Solargenerator 300 Plus hat eine Kapazität von 288 Wh. Die Powerstation ist ebenfalls sehr kompakt und mit 3,75 kg gut zu transportieren. Sie hat zwei USB-C-Buchsen, die Geräte mit bis zu 100 W aufladen, einen USB-A-Ausgang, der auf 15 W kommt, einen Autoanschluss sowie eine 230-Volt-Steckdose, die dauerhaft 300 W liefern und in der Spitze kurzzeitig 600 W erreichen kann. Bei ihr ist die Vorbereitungszeit etwas länger, sie ist bestenfalls in knapp zwei Stunden von 0 auf 100 Prozent geladen.
Praktisch für dunkle Nächte und Notfälle ist eine kleine integrierte Lampe. Sie leuchtet bei einem vollen Akku dauerhaft 100 Stunden oder sendet ebenso lange ein Notsignal.
1-kWh-Powerstations
Batteriespeicher mit rund 1 kWh Kapazität sind ideale Kompromisse zwischen Mobilität, Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Sie können oft auch Kühlschränke oder Geräte mit ähnlichem Bedarf einige Stunden lang betreiben und haben mehr Anschlüsse, sind aber immer noch relativ kompakt und leicht.
Erst kürzlich hat in dieser Kategorie die Anker Solix C1000 Gen 2 im Praxistest überzeugt. Die 11,3 kg schwere Powerstation hat drei USB-C-Ausgänge. Zwei davon liefern jeweils bis zu 140 Watt. Die dritte USB-C-Buchse kommt auf 15, der benachbarte USB-A-Anschluss auf 12 W. Sind beide Ausgänge belegt, bieten sie gemeinsam höchstens 20 Watt. Darunter reihen sich vier AC-Steckdosen aneinander, an einer Seite befindet sich ein Autoanschluss.
Die Powerstation liefert dauerhaft 2000 W, in Spitzen bis zu 3000 W. Außerdem ist ihr LiFePo4-Akku konkurrenzlos schnell aufgetankt: mit 1600 W dauert es weniger als 50 Minuten. Bemerkenswert ist außerdem, dass das Gerät auch bei hoher Leistung noch recht leise arbeitet.
Mit einer USV-Reaktionszeit von 10 Millisekunden (ms) kann die Powerstation einen PC davor bewahren, bei einem Stromausfall abzustürzen, wenn sie zwischen Steckdose und Computer geschaltet ist. Kleinere Geräte bieten diese Funktion oft auch, sind aber mit 20 ms manchmal zu langsam.
Eine empfehlenswerte Alternative ist die Jackery Explorer 1000v2, die 10,7 kg auf die Waage bringt. Sie bietet zwei AC-Steckdosen, zwei USB-C-Anschlüsse, die auf 30 und 100 W kommen, sowie eine USB-A-Buchse, die bis zu 18 W liefert. Zusätzlich gibt es einen 12-Volt-Autoanschluss. Wenn es darauf ankommt, ist die Explorer 1000v2 an einer Steckdose mit 1500 W in rund einer Stunde aufgeladen.
Mit höchstens 1500 W ist die Explorer 1000v2 nicht so leistungsstark wie die Anker Solix C1000 Gen 2. Aber für Kühl-Gefrier-Kombinationen genügt das allemal, und die Powerstation ist deutlich günstiger zu haben.
2-kWh-Geräte
Wenn man auf die längere Nutzung von Fernsehern und anderen Unterhaltungsgeräten verzichtet, kann man mit einem 2-kWh-Batteriespeicher auch längere Stromausfälle überstehen. Wie bei anderen Powerstations gilt es aber zu beachten, dass die im Datenblatt genannte Kapazität nicht tatsächlich zur Verfügung steht, da bei der Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom Verluste von etwa zehn bis 20 Prozent entstehen.
Ein Champion in dieser Klasse ist die Ecoflow Delta 3 Max Plus. Sie wiegt zwar 22 Kilogramm, ist aber mit zwei großzügigen Haltegriffen noch relativ bequem zu transportieren. Um Geräte zu versorgen, hat sie vier AC-Steckdosen. Hinzu kommen vier USB-C-Anschlüsse, von denen einer bis zu 140 W liefern kann. Die beiden anderen erreichen gemeinsam 45 W. Eine USB-A-Buchse stellt bis zu 18 W zur Verfügung. Die USV-Reaktionszeit beträgt 10 ms.
Die Powerstation hat eine Spitzenleistung von 6000 W, wobei an einem Ausgang 3000 bis 3900 (X-Boost) W möglich sind. Sie selbst kann mit bis zu 2300 W in weniger als 50 Minuten aufgeladen werden. Dabei bleibt sie erstaunlich leise, meistens arbeitet sie sogar lautlos.
Möglich machen den geräuscharmen Betrieb LFP-Batteriezellen mit einem sogenannten Full-Tab-Design. Bei herkömmlichen Batteriezellen sind die elektrischen Anschlüsse (Tabs) nur an einer Stelle der Elektrode angebracht, bei dieser Technik sind mehrere über die gesamte Fläche der Elektrode verteilt. Das reduziert den Widerstand, erhöht die Effizienz, senkt die Wärmeentwicklung und verlängert die Lebensdauer.
Während man für die Ecoflow Delta 3 Max Plus rund 1500 Euro hinblättern muss, bekommt man die Jackery Explorer 2000 v2 inklusive eines mobilen 200-W-Solarpanels bereits für knapp 1100 Euro. Obendrein ist sie für eine Powerstation mit 2 kWh mit 17,7 kg fast schon ein Leichtgewicht. Die kompakte und gleichzeitig sehr robuste Bauweise ermöglicht eine sogenannte Cell-to-Body-Technologie (CTB). Dabei werden die Batteriezellen in die Struktur integriert, statt als gesondertes Akkupack vom Gehäuse umfasst.
Um Geräte zu Hause oder unterwegs zu versorgen, hat die Powerstation zwei AC-Steckdosen, zwei USB-C-Anschlüsse, die auf 30 und 100 W kommen, und eine USB-A-Buchse, die bis zu 18 W zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es einen 12-Volt-Autoanschluss. Die Ausstattung ist nicht schlecht, allerdings könnten zwei USB-C-Ausgänge für manche Ansprüche zu wenig sein.
Die höchste dauerhaft mögliche Ausgangsleistung ist 2200 W, für kurze Spitzen beim Start von Elektrogeräten sind laut Handbuch bis zu 4400 W möglich. Im Test hielt die Jackery Explorer 2000 v2 bei einem Wasserkocher mit 2600 W für eine Minute durch. Von 0 auf 80 Prozent kann der LiFePo4-Akku in rund 50 Minuten aufgetankt werden, für eine volle Ladung benötigt er 1,7 Stunden. Auch die USV-Reaktionszeit der Jackery Explorer 2000 v2 beträgt 10 ms.
Mehr als 2 kWh
Möchte man mit mehr als 2 kWh Batteriespeicher für Stromausfälle gerüstet sein, ist oft die einfachste Lösung, Erweiterungsakkus für Geräte mit geringerer Kapazität zu kaufen. Einzeln transportiert, kann man eine solche Lösung noch tragbar nennen. Die größte bisher von ntv.de getestete Powerstation kann man dagegen trotz ihrer Tragegriffe nicht so bezeichnen. Bis zu einem gewissen Grad mobil ist die 51,5 kg schwere Ecoflow Delta Pro 3 trotzdem, denn sie hat zwei Rollen und lässt sich an einem Teleskopgriff wie ein extrem schwerer Trolley hinter sich herziehen.
Fürs Camping ist die Powerstation auch nur bedingt geeignet, aber sie lässt sich dafür außerhalb von Notfällen sehr vielseitig einsetzen. Unter anderem kann man mit ihr E-Autos auftanken oder sie als Speicher für Balkonkraftwerke einsetzen. Computer schützt sie mit 10 ms USV-Reaktionszeit. Und wenn eine noch größere Kapazität gewünscht wird, hat sie auch Anschlüsse für zwei zusätzliche Batterien mit jeweils 4 kWh.
Die Powerstation selbst bietet ebenfalls 4 kWh. Sie hat vier AC-Steckdosen, die Geräte dauerhaft mit bis zu 4000 Watt (W) versorgen können. Kurzzeitig sind sogar bis zu 8000 W möglich. Weitere Anschlüsse sind eine RV-Buchse für die Versorgung von Wohnmobilen sowie zwei 12-Volt-Ausgänge (DC 5521/Anderson). Zwei USB-C-Buchsen liefern bis zu 100 W, zwei USB-A-Anschlüsse bis zu 18 W.
An einer Steckdose ist die Powerstation von 0 auf 80 Prozent in rund einer Stunde geladen. Für die restlichen 20 Prozent benötigte sie im Test etwa eine halbe Stunde.