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Sehr wenig, aber wichtig Wie viel US-Technik ist im Huawei P30 Pro?

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(Foto: kwe)

Ein Blick auf alle im Huawei P30 Pro verwendeten Komponenten zeigt, dass nicht einmal 1 Prozent des Smartphones US-Technik ist. Die wichtigsten Lieferanten kommen aber aus Ländern, die sehr wichtige Verbündete der USA sind.

"Nikkei Asian Review" wollte genau wissen, wie viele US-Komponenten Huawei tatsächlich ersetzen müsste, wenn es beim Huawei P30 Pro auf US-Technik verzichten müsste. Dafür hat es ein Gerät komplett zerlegen lassen und alle Teile aufgelistet. Das Ergebnis: Lediglich 15 von insgesamt 1631 Komponenten stammen von US-Lieferanten. Das entspricht 0,9 Prozent. Es handelt sich dabei aber zum Teil um sehr wichtige Bauteile wie den Arbeitsspeicher von Micron oder das Deckglas von Corning. Daher ist der Anteil an den Gesamtkosten von rund 364 Dollar mit knapp 60 Dollar beziehungsweise 16 Prozent größer.

Japan und Südkorea zahlen den höchsten Preis

Sollte die Produktion des P30 Pro einbrechen, sind vor allem Lieferanten aus zwei Ländern betroffen, die enge Verbündete der USA sind: Japan mit 869 Komponenten (53,2 Prozent) und Südkorea mit 562 Bauteilen (34,4 Prozent). Aus China, das die Trump-Regierung mit seinem Bann eigentlich treffen möchte, kommen nur 80 Teile (4,9 Prozent). Taiwanische Firmen liefern 83 Komponenten (5 Prozent).

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Auch wenn es relativ wichtige Teile sind, könnte Huawei die US-Komponenten wohl recht leicht ersetzen. Für das P30 Pro ist dies aber vermutlich gar nicht nötig, da sich die Chinesen noch kräftig eingedeckt haben, als sich abzeichnete, dass sie das US-Handelsministerium auf eine schwarze Liste setzt. Die echten Probleme beginnen für Huawei erst mit Geräten, die künftig vorgestellt werden. Ändert sich nichts, darf es bei diesen Smartphones nicht mehr Googles Android verwenden.

Auch wenn das Unternehmen tatsächlich schon im Herbst seine eigene Android-Variante "Ark OS" einsetzen kann, wird es damit kaum in westlichen Märkten Geräte verkaufen können. Noch dicker kommt es im kommenden Jahr, wenn Huawei auch keine Hisilicon-Prozessoren mit ARM-Architektur mehr produzieren darf - Smartphone-Prozessoren mit einer anderen Architektur existieren bisher praktisch nicht.

Huaweis Verkäufe brechen ein

Auch wenn US-Präsident Donald Trump nun nach einem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka verkündete, Lieferungen von Unternehmen seines Landes an Huawei künftig wieder zuzulassen: Konzernchef Ren Zhengfei rechnet damit, dass Huaweis internationales Smartphone-Geschäft schon in diesem Jahr um 40 Prozent schrumpft. Die Verluste schätzt er in den kommenden zwei Jahren auf mindestens 30 Milliarden Dollar.

Wie die Komponenten des P30 Pro zeigen, werden auch Japan, Südkorea und Taiwan durch den Handelskrieg alleine im Mobilfunk-Sektor stark mitgenommen. Doch Huawei produziert nicht nur Smartphones, weshalb auch die USA ihren Preis zahlen müssen. Angeblich hat Huawei bisher jährlich für 11 Milliarden Dollar US-Technologie eingekauft.

Quelle: n-tv.de, kwe

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