Technik

Vorsicht vorm Oktober-Update Windows 10 löscht persönliche Dateien

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Das neueste Windows-10-Update hat für manche Nutzer eine böse Überraschung.

(Foto: jwa)

Das neue Windows-10-Upgrade lässt bei manchen Nutzern Fotos und Dokumente verschwinden. Microsoft zieht deshalb die Notbremse und rät: Finger weg von der Installation. Wer das Upgrade bereits hat, hat entweder Glück oder sollte schnell handeln.

Es gibt wohl nicht viel, das für PC-Nutzer schlimmer ist, als wenn nach einem Software-Update plötzlich persönliche Daten fehlen. Genau dieses Schicksal ist einigen Windows-10-Nutzern widerfahren, nachdem sie das große Oktober-Upgrade installiert hatten. Jetzt steht Microsoft doppelt schlecht da, denn das Problem war offenbar seit Monaten bekannt, und die von Microsoft angebotenen Lösungsansätze können den Schaden nicht immer wiedergutmachen.

Besonders ärgerlich ist das Daten-Desaster, weil mit dem Upgrade persönliche Daten, unter anderem aus den Ordnern "Dokumente" und "Bilder", gelöscht wurden. Bei den Problemen handelt es sich laut Microsoft zwar um "isolated reports", also um Einzelfälle. Portale wie "The Next Web" oder "The Register" verweisen aber auf zahlreiche Einträge bei Twitter, Reddit oder auf Microsofts Support-Seiten.

Problem schon länger bekannt

Bitter: Die Datenverluste hätten offenbar verhindert werden können. "Heise" meldet, dass es schon vor der offiziellen Veröffentlichung entsprechende Hinweise gegeben hat. Teilnehmer an Microsofts Insider-Programm hatten die Probleme bereits vor Wochen angesprochen, wie mindestens zwei Einträge in der Microsoft-Community belegen, einer vom 18. Juni und einer vom 9. August. Microsoft war den Hinweisen aber offenbar nicht nachgegangen.

Laut "Heise" liegt die Ursache für das Desaster unter anderem darin, dass Microsoft die Oktober-Aktualisierung eben nicht als Update, sondern als Upgrade ausgeliefert hat. Der wichtige Unterschied: Bei einem Update werden nur veränderte Dateien und Funktionen ausgetauscht. Ein Upgrade ist aber eine Neuinstallation, bei der die alte Windows-Version in den Ordner "Windows.old" verschoben wird. Anschließend versucht Windows, Dateien, Anwendungen und Einstellungen aus der alten Version zu übernehmen - und dabei kann es wie im aktuellen Fall zu Fehlern kommen.

Microsoft hat zwar schnell reagiert und die Verteilung des Windows-10-Upgrades auf Version 1809 noch am Wochenende gestoppt. Installieren konnte man es aber schon Tage vorher. Nutzern, die das Update zu diesem Zeitpunkt zwar schon geladen, aber noch nicht installiert hatten, rät Microsoft, die Aktualisierung bis auf Weiteres auszusetzen. Wer es schon installiert hat, soll das entsprechende Gerät so wenig wie möglich nutzen und die Kunden-Hotline kontaktieren.

Support keine große Hilfe

Ob man hier Hilfe bekommt, ist aber fraglich: Laut "Bleeping Computer" gaben die Mitarbeiter des Microsoft-Supports auf Nachfrage an, dass der Fehler noch untersucht werde und man keinerlei Tools zur Wiederherstellung der verlorenen Daten habe. Ein Reddit-User berichtet, dass man ihm bei der Kundenhotline geraten habe, mithilfe der Systemwiederherstellung zu einem früheren Systemzustand vor der Installation des Updates zurückzukehren. Falls das nicht möglich sei, bleibe in einem nächsten Schritt nur noch die Möglichkeit, dass ein Support-Mitarbeiter per Fernzugriff versuche, die verlorenen Dateien wiederherzustellen. Entscheidend für den Erfolg sei, dass die Bereiche mit den gelöschten Daten nicht mit neuen Dateien überschrieben wurden. Das erklärt auch die Empfehlung von Microsoft, betroffene Geräte möglichst wenig zu nutzen.

Eine andere Lösung für das Problem gibt es bislang nicht. Einen Anruf beim Kundenservice können sich Betroffene aber offenbar sparen. Wer das neue Windows bereits heruntergeladen, aber noch nicht installiert hat, sollte das auch nicht tun. Wenn ein Dialogfenster erscheint, in dem zur Installation des Upgrades aufgerufen wird, sollten Nutzer den Installationszeitpunkt verschieben. "The Next Web" rät zudem dazu, den Rechner nicht auszuschalten und einen Neustart zu verhindern.

Zurück zur vorigen Version

Um zur vorigen Windows-Version zurückzukehren, öffnen Nutzer die Windows-Einstellungen, klicken auf Update und Sicherheit und dann auf Wiederherstellung. Anschließend wählen sie Erste Schritte unter zur vorherigen Version von Windows 10 zurückkehren. Laut Microsoft haben Nutzer nach der Installation eines Upgrades aber nur zehn Tage Zeit dafür.

Wer den PC über einen Systemwiederherstellungspunkt in einen früheren Status zurücksetzen will, gibt im Windows-Suchfeld "Systemsteuerung" ein, öffnet die entsprechende App und tippt dann ins Suchfenster "Wiederherstellung" und klickt auf Wiederherstellung. Über Systemwiederherstellung öffnen kann man Änderungen rückgängig machen. Dazu muss allerdings der Computerschutz aktiviert sein, denn sonst erstellt das System keine Wiederherstellungspunkte. Überprüfen kann man den Schutz unter Wiederherstellung - Systemwiederherstellung konfigurieren - Konfigurieren. Hier muss die Option Computerschutz aktivieren ausgewählt sein.

Quelle: ntv.de, jwa