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Graue Streifen, keine Reaktion iPhone hat Display-Probleme

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Bendgate kommt zurück: Hat das iPhone 6 Plus deshalb die Displayprobleme?

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Viele Besitzer eines iPhone 6 Plus klagen über Display-Fehler und Totalausfälle. Die Probleme treten vor allem beim großen iPhone auf - hat die Bendgate-Affäre etwas damit zu tun?

Die Aufmerksamkeit der Technik-Presse dreht sich seit Wochen ums iPhone 7, doch jetzt rückt das Vorvorgänger-Modell ins Rampenlicht. Der Grund dafür ist wenig erfreulich: Viele Nutzer eines iPhone 6 und iPhone 6 Plus klagen aktuell über Probleme mit dem Touchscreen ihres Smartphones, die das Gerät praktisch unbenutzbar machen.

Laut einem Bericht des Reparatur-Spezialisten "iFixit" zeige das Display bei vielen iPhones der 6er-Reihe graue Streifen am oberen Rand und reagiere nur noch schlecht oder gar nicht mehr auf Touch-Eingaben. Das meldet unter anderem "ZDNet". Auch in Apples Supportforen häuften sich demnach die Einträge, in denen Nutzer ähnliche Probleme schildern, insbesondere beim iPhone 6 Plus.

Lose Chips für Defekt verantwortlich

Die Problemquelle ist unbekannt, im Display selbst liege sie aber offenbar nicht, schreibt ZDNet. Unabhängige Werkstätten vermuteten den Grund für die Aussetzer vielmehr in zwei Controller-Chips für das Display, die sich auf dem Logic-Board des Smartphones befinden. Die Touch-IC-Chips mit der Bezeichnung U2402 Meson und Cumulus U2401 würden laut iFixit von Apple-Mitarbeitern jedoch nicht ausgetauscht. Betroffenen Kunden würde stattdessen geraten, das gesamte Logic-Board auszutauschen oder gleich ein neues iPhone anzuschaffen. Unabhängige Werkstätten bieten den Austausch der betroffenen Komponenten dagegen an.

Auf der Suche nach einer Ursache für die Schäden am Logicboard kommt der Bendgate-Fall zur Sprache: Im Herbst 2014 kursierten aufgeregte Meldungen im Netz, die von verbogenen iPhones berichteten – vor allem das iPhone 6 Plus sei leicht zu verbiegen, hieß es damals. Was wirklich dran ist an Bendgate, hatte Stiftung Warentest überprüft. Das Ergebnis: Um ein Smartphone zu verbiegen, müssten die Besitzer schon "an ihre Schmerzgrenze" gehen und sich zum Beispiel absichtlich mit dem iPhone in der Gesäßtasche auf eine harte Stuhlkante setzen. Ein Skandal also, der keiner war.

Spätfolgen von Bendgate?

Trotzdem könnten die Biegekräfte, die auf das Logic-Board wirken, dafür sorgen, dass sich die Lötverbindungen der Controller-Chips mit der Zeit lösen - auch wenn der Nutzer gar nichts davon mitbekommt. Das schrieb Jessa Jones von der Werkstatt "iPadRehab" bereits im April 2016 in einem Blogeintrag. Unterstützung für ihre These liefert die Tatsache, dass Apple beim iPhone 6s und 6s Plus die Chips nicht mehr auf dem Logic-Board unterbringt, sondern im Gehäuse, wo sie besser gegen Biegekräfte geschützt sind. Bei den betroffenen iPhones könne es zudem kurzfristig helfen, gezielt aufs Display zu drücken - auch das deutet auf lose Kontakte hin.

iFixit zitiert mehrere Experten, die jeden Monat Dutzende iPhones mit demselben Defekt in die Werkstatt bekommen. Zum Beispiel Jason Villmer, Reparatur-Experte aus Missouri: "Das Problem ist so weit verbreitet - ich glaube, dass es in fast jedem iPhone 6 und 6 Plus schlummert und wie eine tickende Bombe nur darauf wartet, Ärger zu machen."

Ein offizielles Statement von Apple gibt es derzeit nicht, Kunden mit Problemen werden an den Support verwiesen. Kunden, deren iPhone noch Garantie hat, sollten laut iFixit davon Gebrauch machen und ihr Gerät austauschen lassen - auch wenn die Probleme ebenso bei einem neuen Gerät auftreten können. Ist der Garantiezeitraum bereits überschritten, ist die günstigste Lösung eine Reparatur durch einen unabhängigen Spezialisten, der die betroffen Chips austauscht.

Quelle: n-tv.de, jwa

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