Forscher warnen vor PopulismusInstitute sehen Gefahr für Fachkräfte und Arbeitsmarkt

Mit Blick auf die jüngsten Wahlen in Deutschland warnen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute vor einer "in Teilen stärker populistisch geprägten Politik".
Dies könnte "die Attraktivität des Standorts für gut qualifizierte Beschäftigte beeinträchtigen und damit die Demografie bedingt ohnehin zunehmenden Arbeitskräfteengpässe verschärfen", sagte am Donnerstag Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle bei der Vorstellung der Herbstprognose der Institute.
In den vergangenen Wochen sei die politische Unsicherheit im Zusammenhang mit den jüngsten Wahlen und den daraus resultierenden Regierungsbildungen noch gestiegen. Offen sei insbesondere, welche Folgen sich daraus für die wirtschaftspolitische Reformagenda ergeben.
Die AfD war bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag stärkste Kraft geworden, bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin gewann die Linke. Die im Bund regierenden Parteien CDU und SPD büßten stark an Zustimmung ein. Die Position von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist geschwächt, in der SPD wird der Reformkurs der Bundesregierung zunehmend in Frage gestellt.