Kein Entlastungsbedarf bei TankrabattWirtschaftsforscher: Einkommen der Haushalte sind aufwärtsgerichtet

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen keinen Bedarf für Entlastungsmaßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.
"Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte sind aufwärtsgerichtet", sagte Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle am Donnerstag bei der Vorstellung der Herbstprognose der Institute. "Auch die Inflation der vergangenen Jahre ist bei den Löhnen mehr als ausgeglichen worden." Daher brauche es keine zusätzlichen Maßnahmen, um den Konsum der Menschen anzukurbeln.
Die jüngste Entlastungsmaßnahme der Bundesregierung, den Tankrabatt, kritisierten die Ökonomen scharf. Solche teuren Maßnahmen könne sich der Staat derzeit nicht leisten und sie seien "zudem ökonomisch kontraproduktiv". Steuersenkungen bei Kraftstoffen "dämpfen das Preissignal und verhindern einen Teil der Nachfragereduktion, die bei einem knappen Energieangebot gerade erforderlich ist", sagte Holtemöller.
Die verhaltene Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland haben die Wirtschaftsinstitute in ihrer gemeinsamen Prognose zwar durchaus als problematischen Faktor für die deutsche Wirtschaft identifiziert. Als Grund dafür führen die Ökonomen jedoch in erster Linie die schlechte Stimmung im Land an. "Es braucht einfach ein Klima, in dem die Menschen wieder Vertrauen haben, dass es in diesem Land vernünftig weitergeht", sagte Holtemöller. "Das scheint mir das größte Problem im Moment zu sein."