Wirtschaft

Höherer Verbrauch als angegeben? 30 Automodelle weisen auffällige Werte auf

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Wird aus dem Abgasskandal ein Verbrauchsskandal?

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Abgasaffäre von VW steht eigentlich der Stickoxidausstoß im Fokus. Bei nachfolgenden Untersuchungen unterschiedlicher Hersteller misst das Kraftfahrt-Bundesamt aber auch auffällige CO2-Werte - die bestimmen den Spritverbrauch.

Die Abgasaffäre in der Automobilbranche dreht sich zunehmend um den Spritverbrauch. Das Bundesverkehrsministerium teilte mit, dass infolge des VW-Skandals bei 30 Automodellen ein auffällig hoher CO2-Ausstoß gemessen wurde. Die Fahrzeuge könnten damit mehr Sprit verbrauchen als angegeben. Um welche Modelle oder Hersteller es sich handelt, teilte das Ministerium nicht mit. Zur Begründung hieß es, die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Offen blieb auch, wann der Untersuchungsbericht veröffentlicht werden soll. Bisher gab das Ministerium nur die gemessenen Stickoxid-Werte bekannt. Daraufhin hatten Audi, Mercedes, Opel, Porsche und die leichten VW-Nutzfahrzeuge bereits 630.000 Fahrzeuge zurückgerufen.

Das Ministerium hatte infolge der manipulierten Abgastests bei Volkswagen eine Untersuchungskommission eingerichtet. Unter Federführung des Kraftfahrt-Bundesamts wurde bei 53 Modellen unterschiedlicher Hersteller untersucht, ob auch sie illegale Software zur Verschleierung des Abgasausstoßes verwenden. Seitdem sind Auffälligkeiten bei Stickoxid-Werten bekannt geworden, es wurden aber auch auffällige CO2-Werte festgestellt.

BGH spricht von einem "erheblichen Mangel"

Ärgerlich sind höhere CO2-Werte für Autobesitzer, weil ihr Fahrzeug laut ADAC dadurch automatisch mehr Sprit verbraucht. Sollte der Mehrverbrauch zehn Prozent oder mehr betragen, liegt nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes von 1997 gar ein "erheblicher Mangel" vor, der zu einem Rücktritt vom Kaufvertrag oder zur Herabsetzung des Kaufpreises berechtigt.

Zudem könnte durch zu niedrig angegebene CO2-Werte der Staat geschädigt worden sein, da sich die Kfz-Steuer am Kohlendioxidausstoß bemisst. Im vergangenen Jahr betrugen die Einnahmen daraus 8,8 Milliarden Euro.

Zu den verdächtigen Autos soll unter anderem der Opel Zafira gehören. Die Deutsche Umwelthilfe erklärte, dass bei eigenen Messungen ein Dieselmodell des Zafira "starke Abweichungen" bei CO2-Angaben aufgewiesen habe. Im Labor seien sie 16,5 Prozent höher gewesen als vom Hersteller angegeben, bei Straßenmessungen im Schnitt gar um 43,1 Prozent.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/dpa

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