Wirtschaft

Flaute in der Kasse Adidas bricht Gewinn weg

2lnh0020.jpg7539449611819151242.jpgDer Sportartikel-Hersteller Adidas konnte sich im zweiten Quartal erneut der Konsumflaute nicht entziehen, verhinderte aber ein Abrutschen in die Verlustzone. Der Konzerngewinn brach im abgelaufenen Quartal um 93 Prozent auf neun Mio. Euro ein. Analysten hatten im Schnitt sogar mit einem Verlust von fünf Mio. Euro gerechnet. Der Umsatz lag mit 2,45 Mrd. Euro leicht über den Markterwartungen, aber ohne Währungseffekte acht Prozent unter Vorjahr.

Im zweiten Halbjahr 2009 rechnet Adidas mit einer deutlichen Besserung beim Gewinn, allerdings nicht oberhalb der Werte des Vorjahres. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die Talsohle in unseren Finanzergebnissen dieses Jahr durchschritten haben", sagte Vorstandschef Herbert Hainer.

Niedrigere Rendite

Adidas stellt sich auf eine niedrigere Rendite ein. Im ersten Halbjahr lag die operative Marge nur noch bei 2,6 Prozent - sieben Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Die Vorräte des Konzerns stiegen weiter an. Der Umsatz dürfte im Gesamtjahr währungsbereinigt um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz fallen, wie Hainer bekräftigte.

Fortschritte bei der krisengeplagten US-Tochter Reebok, die schon vor der Rezession mit Problemen kämpfte, lassen weiter auf sich warten. Der Reebok-Umsatz fiel im Zeitraum April bis Juni ohne Währungseffekte um neun Prozent auf 449 Mio. Euro, der Betriebsverlust summierte sich auf 51 Mio. Euro. Hainer hatte der Tochter, die 2006 für gut drei Mrd. Euro übernommen wurde, immer wieder eine Bestandsgarantie ausgesprochen.

Reebok-Produkte sollten teurer und margenstärker werden, so der Plan des Adidas-Managements. Der Fokus wird stärker auf Frauen und Fitness gelegt. Trotzdem wird nun damit gerechnet, dass die Erlöse im Gesamtjahr währungsbereinigt zurückgehen und nicht mindestens stabil bleiben, wie zuletzt prognostiziert.

Neue Zuständigkeiten

Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer und Vorstandsmitglied Erich Stamminger sollen beim Sportartikler künftig mehr Verantwortung übernehmen. Hainer übernimmt künftig die Zuständigkeit für den neu geschaffenen Bereich "Global Sales". Die entsprechenden Manager für die Verkaufsaktivitäten und den Einzelhandel berichten an Hainer.

Reebok und Konsumflaute plagen AdidasStamminger bekommt die Verantwortung für den neuen Bereich "Global Brands". Bisher war er für die Marke Adidas zuständig, nun kommt die mit großen Problemen kämpfende US-Tochter Reebok hinzu. Die obersten Marketing-Manager sowie Reebok-Chef Uli Becker werden an Stamminger berichten.

Quelle: n-tv.de, nne/rts

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17.08.09