Wirtschaft

Buhlen um Telecom Italia Ägyptischer Milliardär bestätigt Heiratslust

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Naguib Sawiris ist Chef und größter Aktionär von Orascom Telecom.

(Foto: REUTERS)

Bei Telecom Italia geben sich Kaufinteressenten angeblich die Klinke in die Hand. Einer von ihnen bestätigt jetzt sein Interesse: der ägyptische Milliardär Sawiris. Per Mail lässt er wissen, er werde ein Gebot vorlegen, wenn Rom ihm grünes Licht signalisiert.

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Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris hat sein Interesse an einer Beteiligung an Telecom Italia bestätigt. Zugleich erklärte er aber in einer an die Nachrichtenagentur Reuters verschickten E-Mail, sich womöglich zurückzuhalten, sollte die italienische Regierung tatsächlich gegen seinen Einstieg bei dem hoch verschuldeten Konzern sein.

Er erwäge potenziell, in Telecom Italia zu investieren, schreibt Sawiris. Falls jedoch Medienberichte zuträfen, wonach die Regierung in Rom einen Zusammenschluss mit der spanischen Telefonica bevorzuge, würde er eventuell kein Angebot vorlegen. Italiens Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni sagte in einem Reuters-Interview, die Regierung verfolge keine Strategie, solche Investitionen zu verhindern. Es sollte den Unternehmen überlassen bleiben, über die Bedingungen für "ausländische Übernahmen oder so etwas" zu entscheiden.

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Telecom Italia hat Sawiris 2012 abblitzen lassen.

(Foto: REUTERS)

Telecom Italia lehnte eine Stellungnahme zu Sawiris' Erklärung ab. Vergangenes Jahr hatte der Ägypter angekündigt, drei Milliarden US-Dollar in das Unternehmen stecken zu wollen. Das Angebot wurde vom Verwaltungsrat des Konzerns abgelehnt. Eine neue Offerte habe er nicht abgegeben, sagte Sawiris.

Sawiris war im Vorfeld bereits als einer unter mehreren möglichen Investoren gehandelt worden. Außer ihm sollen informierten Kreisen zufolge auch der US-Konzern AT&T sowie der America-Movil-Konzern des mexikanischen Telekom-Milliardärs Carlos Slim Kontakt mit verkaufswilligen Großaktionären aufgenommen haben. Bestätigt sind die Berichte aber nicht.

Konsolidierung in der Telekom-Branche

Telecom Italia gilt als eines der ersten Übernahmeziele in der erwarteten Neuordnung des Telekomsektors, ausgelöst durch den Ausstieg des britischen Branchenriesen Vodafone aus dem US-Mobilfunk-Jointventure Verizon Wireless. Der bisherige Partner Verizon überweist dafür 130 Milliarden Dollar nach London. Vodafone hat bereits erklärt, unter anderem massiv in den Ausbau seiner Netze in Italien investieren zu wollen. In Deutschland wollen die Briten Kabel Deutschland  übernehmen. So soll ein Schwergewicht mit superschnellen Datennetzen im Mobilfunk und Festnetz entstehen, mit dem Vodafone Marktführer Telekom in die Zange nehmen kann.

Telecom Italia gehört zu 22,4 Prozent der Holdinggesellschaft Telco, die ihrerseits von den italienischen Geldhäusern Mediobanca und Intesa Sanpaolo  sowie dem Versicherer Generali und der spanischen Telefonica kontrolliert wird. Sie müssen bis zum 28. September entscheiden, ob sie aus dem Aktionärsbündnis aussteigen oder daran festhalten. Mediobanca hat bereits offen erklärt, einen Verkauf ihres unprofitablen Pakets vorzubereiten.

Quelle: n-tv.de, rts

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