Wirtschaft

Millionen für verspätete Flieger Airbus entschädigt die Bundeswehr

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Spielt eine der Hauptrollen in der Neuausrichtung der Bundeswehr: Ein Airbus vom Typ A400M im Landeanflug.

(Foto: REUTERS)

Was tun, wenn die bestellte Ware zu spät kommt und dann auch noch mit Mängeln? Die deutsche Verteidigungsministerin muss für den deutschen Steuerzahler aushandeln, wie viel Airbus für das A400M-Debakel bezahlen muss. Jetzt gibt es erste Details.

Der Luftfahrtkonzern Airbus muss wegen der Verzögerungen bei der Auslieferung des militärischen Transportflugzeugs A400M einem Medienbericht zufolge eine Entschädigung zahlen. Das habe Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder mit dem Konzern ausgehandelt, hieß es bei "Spiegel Online" ohne nähere Angaben zur Quelle der Informationen. Auch die Höhe der Entschädigungszahlung steht demnach bereits fest: Airbus wird demnach einen Betrag von 13 Millionen Euro an die Bundeswehr überweisen.

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Die deutschen Streitkräfte sind für Airbus wichtiger Großkunde in einem Marktsegment, in dem Prestige und Einsatzerfahrung von großer Bedeutung sind. Eine erfolgreiche Einführung als neues 'Lastentier' bei der Bundeswehr könnte andere Staaten von der Praxistauglichkeit der Maschine überzeugen.

Die Entschädigungssumme fällt überschaubar aus: Die genannte Summe macht den Angaben zufolge nicht einmal zehn Prozent des Stückpreises eines der Militärtransporter aus. Insgesamt kosten die Maschinen pro Stück demnach rund 175 Millionen Euro. Das Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der A400M sollte bei der Bundeswehr eigentlich schon vor Jahren die betagten Transall-Maschinen ersetzen. Die Auslieferung des Militärtransporters liegt jedoch weit hinter dem Zeitplan zurück. Bislang hat die Bundeswehr erst eine einzige flugfähige Maschine zur Erprobung erhalten, mehr als höchstens zwei Maschinen dürften die Streitkräfte dem Bericht zufolge auch im laufenden Jahr nicht mehr bekommen.

Gestaffelte Konditionen

Die Einigung sieht laut "Spiegel Online" zudem vor, dass Airbus Mängel an den zur Auslieferung anstehenden Maschinen kostenfrei beheben muss. Die Bundeswehr dürfe bis dahin 17 Prozent des Kaufpreises zunächst einbehalten, zudem gebe es pro Flieger eine Gutschrift von 2,2 Millionen Euro.

Außerdem müsse Airbus die Maschinen kostenfrei modernisieren, hieß es. Bisher sollte die Bundeswehr eine abgespeckte Version abnehmen. In der Ausstattung der viermotorigen Transportflieger fehlen bislang Selbstschutzeinrichtungen zur Abwehr feindlicher Geschosse. Auch für das Landen auf nicht betonierten Pisten gab es zunächst Einschränkungen.

Das Ministerium schweigt

Das Verteidigungsministerium wollte sich laut "Spiegel Online" nicht zu der Einigung äußern, da mit dem Hersteller Stillschweigen vereinbart worden sei. Die Bundeswehr hatte insgesamt 53 der Transportmaschinen bestellt. Weitere A400M gehen an andere europäische Staaten. Nach dem Absturz einer für die Türkei bestimmten Maschine im spanischen Sevilla hatte auch der einzige A400M der Bundeswehr zeitweise am Boden bleiben müssen.

Die Grünen-Verteidigungsexpertin Agniezka Brugger verwies in Berlin zudem auf Softwareprobleme beim A400M, was für die Planung von Einsätzen eine Vorlaufzeit von 50 Stunden erforderlich mache. Brugger forderte mit Blick auf die Pannenserie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf, "den Kuschelkurs mit der Rüstungsindustrie ein für alle Mal zu beenden". Vor neuen Großaufträgen müssten im Vorhinein Entschädigungsansprüche festgelegt werden.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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