Wirtschaft

Bauern machtlos Aldi und Norma senken Butterpreise

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Preisverfall bei Milchprodukten ist nicht gestoppt. Zu Wochenbeginn läuten zwei Discounter eine neue Runde ein und verbilligen einige Molkerei-Produkte. Die Bauern schlagen Alarm. Die Politik verspricht Exporthilfen.

Die derzeit niedrigen Milchpreise machen's möglich: Auch die Preise für Molkereiprodukte wie Butter und Käse sinken. Die Supermarktketten Aldi Süd und Norma teilten mit, sie hätten den Preis für ein Päckchen Butter von 85 Cent auf 79 Cent gesenkt. Das sind immerhin sieben Prozent. Auch einige Käsesorten wurden bei beiden Ketten billiger. In der Regel ziehen die anderen Ketten in Kürze nach.

Der Preis, den Landwirte derzeit für einen Liter Milch bekommen, ist nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes von 40 Cent im Januar 2014 auf unter 28 Cent im Juli 2015 abgestürzt. Derzeit übersteigt das Angebot von Milch die Nachfrage. Im März war das System der Milchquote abgeschafft worden - sie war im Jahr 1984 eingeführt worden, um auf die Überproduktion von Milchprodukten zu reagieren.

Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands ist die Menge aber seit April weder in Deutschland noch in Europa nennenswert gestiegen. Gründe für den Preisverfall seien vor allem das Russland-Embargo, die schwächelnde Konjunktur in asiatischen Märkten wie China sowie die Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels.

Schmidt: Keine Exporterstattungen

Angesichts des Preisverfalls will Bundesagrarminister Christian Schmidt den Export deutscher Milchprodukte fördern. Ein "möglicher neuer Exportmarkt" sei der Nahe Osten, sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag". Auch die Lage im Iran wolle er "genau beobachten". Die Unterstützung könne aber nicht darin bestehen, wieder Exporterstattungen zu gewähren.  Die Unterstützung könne aber nicht darin bestehen, wieder Exporterstattungen zu gewähren. "Verbilligte europäische Exportprodukte gefährden lokale Märkte, zum Beispiel in Entwicklungsländern. Da mache ich nicht mit."

Weiter sagte der Minister, dass Angebot und Nachfrage auf dem Milchmarkt derzeit nicht im Gleichgewicht seien. Es sei viel Milch auf dem Markt, das drücke auf die Preise. Verbandsvize Udo Folgart hatte gesagt, der aktuelle Milchauszahlungspreis sei nicht kostendeckend. Die Preise müssten dringend deutlich steigen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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