Wirtschaft

Rezession schwächer als erwartet Altmaier hebt Konjunkturprognose an

Die schwerste Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte ist wohl nicht mehr abzuwenden, zu stark sind die Auswirkungen der Corona-Krise. Doch die Wirtschaft bricht wohl weniger stark ein als befürchtet: Bundeswirtschaftsminister Altmaier korrigiert die Konjunkturprognose für dieses Jahr nach oben.

Die Bundesregierung rechnet in der Corona-Rezession mit einem etwas weniger starken Wirtschaftseinbruch als zunächst befürchtet. Nach einer neuen Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 5,8 Prozent sinken, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mitteilte. Der Einbruch fällt demnach nur etwas größer aus als im Jahr der Finanzkrise 2009, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,7 Prozent geschrumpft war. Dies wäre aber immer noch die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte.

In ihrer Ende April vorgelegten Frühjahrsprojektion hatte die Bundesregierung damit gerechnet, dass infolge der Corona-Krise das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt. "Die Rezession im ersten Halbjahr ist weniger stark ausgefallen als wir befürchten mussten", sagte Altmaier. Der Aufschwung nach dem Lockdown "geht schneller und dynamischer vonstatten als wir es zu hoffen gewagt hatten".

Für das kommende Jahr ist der Minister aber etwas pessimistischer. 2021 wird ein Wachstum von 4,4 Prozent erwartet. Bisher hatte die Bundesregierung mit einem Plus von 5,2 Prozent gerechnet. Altmaier sprach von einer V-förmigen Erholung. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung wegen massiver Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Vergleich zum Vorquartal um nahezu 10 Prozent eingebrochen.

Anzeichen einer Trendwende

Zuletzt mehrten sich die Hinweise auf eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte: Der Ifo-Geschäftsklimaindex - der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft - legte zuletzt vier Monate in Folge zu. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise stieg im Juli die Beschäftigung in Deutschland wieder. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, sank die Arbeitslosenzahl bereinigt um saisonale Einflüsse gegenüber Juli um 9000 Personen.

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Einige Branchen wie die Tourismuswirtschaft oder der Luftverkehr aber sind weiter massiv belastet. Die Spitzen der schwarz-roten Koalition hatten zuletzt angekündigt, wichtige Instrumente wie das erleichterte Kurzarbeitergeld zu verlängern. Damit sollen Jobs gesichert werden. Die neue Prognose Altmaiers ist zusammen mit einer anstehenden Sonder-Steuerschätzung auch eine Grundlage für den Bundeshaushalt 2021.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/rts