Wirtschaft

Wärmebildkameras gegen Corona Amazon überwacht Mitarbeiter-Temperatur

53173918.jpg

Aus mehr als 50 Amazon-Lagern in den USA sind Coronavirus-Fälle gemeldet worden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Corona-Zeit ist Boom-Zeit für Amazon: Der Online-Händler schwimmt wegen der weltweiten Quarantäne-Vorschriften in Aufträgen. Damit dem Giganten nicht gerade jetzt die Mitarbeiter ausgehen, überwacht Amazon sogar deren Körpertemperatur während der Arbeit.

Amazon setzt Angestellten zufolge in den USA Wärmebildkameras ein, um fiebrige Mitarbeiter zu identifizieren. In mindestens sechs Lagerhallen des Online-Händlers rund um Los Angeles und Seattle seien entsprechende Geräte installiert worden, berichten Angestellte. Wenn die Kameras erhöhte Temperaturen zeigten, werde bei den betroffenen Mitarbeitern noch einmal auf der Stirn Fieber gemessen.

Amazon bestätigte den Einsatz solcher Kameras in einigen Lagerhallen. Damit werde für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter gesorgt. Aus mehr als 50 Amazon-Lagern in den USA sind Coronavirus-Fälle gemeldet worden, woraufhin Arbeitnehmervertreter die Schließung von Einrichtungen forderten.

Covid-19-Tests in Vorbereitung

Mitte der Woche hatte Amazon bekanntgegeben, alle Mitarbeiter auf Covid-19 testen zu wollen, auch diejenigen, die keine Symptome zeigen. Der Logistikkonzern habe mit dem Aufbau einer Einrichtung für Covid-19-Tests begonnen, sagte CEO Jeffrey Bezos in einem Brief an die Aktionäre. Das Unternehmen habe seinen Mindestlohn per Ende April angehoben - um 2 Dollar pro Stunde in den USA, 2 kanadische Dollar in Kanada, 2 Pfund in Großbritannien und 2 Euro in europäischen Ländern, teilte Bezos mit.

Darüber hinaus zahle Amazon seinen Mitarbeitern das Doppelte ihres regulären Satzes für Überstunden bei einem Minimum von 34 Dollar pro Stunde, sagte er. Laut Bezos kosten diese Lohnerhöhungen das Unternehmen bis Ende April mehr als 500 Millionen Dollar. Für unabhängige Lieferdienstpartner und ihre Fahrer, Amazon Flex-Teilnehmer und Zeitarbeiter in finanzieller Notlage hat das Unternehmen laut Bezos einen Hilfsfonds mit anfangs 25 Millionen Dollar eingerichtet.

Mehr Mitarbeiter, schwere Vorwürfe

Amazon
Amazon 3.205,03

Amazon hatte bereits mitgeteilt, dass der Konzern 100.000 neue Stellen in Vertriebszentren und über sein Liefernetzwerk in den USA geschaffen habe und plane, 75.000 weitere Mitarbeiter einzustellen. Amazon hat mindestens drei Lagerhausangestellte entlassen und andere abgemahnt, die angeben, sie seien ausgegrenzt worden, nachdem sie während der Gesundheitskrise auf bessere Arbeitsbedingungen gedrängt hatten - eine Behauptung, die das Unternehmen bestreitet.

Das Wall Street Journal hatte Anfang der Woche berichtet, dass Beschäftigte und ehemalige Mitarbeiter, die keiner Gewerkschaft angehören, berichten, dass gegen sie von Seiten des Konzerns Vergeltungsmaßnahmen ergriffen werden. Grund sei ihr Drängen auf bessere Arbeitsbedingungen, nachdem sie während einer Zeit erhöhter krankheitsbedingter Ausfälle einen erheblichen Auftragsansturm zu bewältigen hatten.

Quelle: ntv.de, shu/rts/DJ