Wirtschaft

Satelliten-Expertise von Google? Apple plant offenbar Expansion ins All

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Der neue Firmensitz von Apple im Silicon Valley trägt den Spitznamen "Raumschiff" und soll Ende April eröffnet werden.

(Foto: REUTERS)

Die neue Zentrale von Apple wird bereits "Raumschiff" genannt. Nun deutet sich an, dass der Konzern tatsächlich gen Weltall strebt - mit eigenen Satelliten. Dafür hat der iPhone-Bauer offenbar zwei Experten von der Konkurrenz abgeworben.

In wenigen Tagen soll es so weit sein: Bis Ende des Monats soll Apples "Raumschiff" im kalifornischen Cupertino offiziell eröffnen. Der Spitzname des neuen Hauptquartiers passt zu den jüngsten Ambitionen des US-Technologieriesen. Wie das Finanzportal Bloomberg in Berufung auf Apple-Kreise berichtet, plant das Unternehmen um Chef Tim Cook den Einstieg ins Satellitengeschäft.

Um die Expansion ins All voranzutreiben, hat Apple nun offenbar zwei hochrangige Experten von Google in die neue Firmenzentrale im Apple Park gelotst. Dem Bericht zufolge handelt es sich um John Fenwick und Michael Trela. Beide arbeiteten zuvor seit 2014 beim Internetriesen. Fenwick leitete bei Google die Spacecraft Operations, während Trela Chef der Satelliten-Technik war. Bisher äußerten sich weder Apple noch der Google-Konzern dazu.

Somit ist noch unklar, wofür Fenwick und Trela genau engagiert wurden. Angeblich werden sie bei Apple Greg Duffy unterstellt sein. Dieser ist Mitbegründer des Start-ups Dropcam. Apple kaufte den Kamera-Entwickler im Jahr 2014 für etwa 555 Millionen Dollar. Seit Beginn dieses Jahres leitet Duffy bei Apple ein geheimes Projekt. Bloomberg zufolge deutet vieles darauf hin, dass sein Team dabei Satelliten entwickeln soll – sowohl, um Bilder aus dem All zu sammeln, als auch, um Breitband-Internet bereitzustellen.

Kooperation mit Boeing?

Mit der mutmaßlichen Abwerbung der Satelliten-Experten von Google erhält ein lang anhaltendes Gerücht neue Nahrung: Bereits seit zwei Jahren wird darüber spekuliert, ob Apple eine Zusammenarbeit mit Boeing anstrebt. Der US-Luftfahrtkonzern steht offenbar kurz davor, mehr als 1000 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn in Betrieb zu nehmen. Diese sollen dann weltweites Breitband-Internet ermöglichen. Branchenkennern zufolge hat Apple bereits Kooperationsgespräche mit Boeing geführt. Bisher nutzte Apple Drohnen sowie fremde Satelliten, um Daten für seine Karten-App zu sammeln.

Die Satelliten-Pläne würden zur derzeitigen Strategie von Apple passen. Seit einigen Jahren investiert das wertvollste Unternehmen der Welt massiv in die Forschung, um neue Wege abseits des Kerngeschäfts mit iPhones, iPads und Mac-Computern zu beschreiten. So ist Apple dabei, sein selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Erst Mitte April erhielten die Erben von Steve Jobs in Kalifornien die Erlaubnis, Tests zum autonomen Fahren durchzuführen. Mithilfe eigener Navigations-Satelliten könnte auch dieses Projekt perfektioniert werden.

Quelle: n-tv.de, cri

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