Wirtschaft

Sorge vor Google & Co. Autobauer sichern sich Karten-Daten

Auch Mercedes-Benz arbeitet am selbstfahrenden Auto. Getestet wird hier der S 500 Intelligent Drive. Foto: Daimler AG

Daimler und andere Autobauer testen bereits selbstfahrende Autos. Die Kontrolle über digitale Kartendienste gilt als entscheidend für den Wettbewerb.

(Foto: dpa)

Auf dem Automarkt liefern sich Deutschlands Premium-Hersteller einen harten Konkurrenzkampf. Um gegen die drohende Übermacht der US-Technologiekonzerne bestehen zu können, tun sie sich jetzt zusammen und machen einen wichtigen Schritt.

Audi, BMW und Daimler stehen nach den Angaben eines Insiders kurz vor der Übernahme des Kartendaten-Anbieters Here zu einem Preis zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro. Wie die informierte Person weiter sagte, führt die bisherige Here-Mutter, Nokia, derzeit mit keinen weiteren Kaufinteressenten Verhandlungen über das Unternehmen. Es sei deshalb wahrscheinlich, dass es noch Ende Juli oder aber Anfang August zu einer schriftlichen Einigung zwischen den deutschen Autoherstellern und Nokia komme.

Dass die Verhandlungen in einem sehr fortgeschrittenen Stadium seien, bestätigten weitere Insider. Sie machten allerdings keine Angaben zu einem wahrscheinlichen Kaufpreis. Zuvor hatte schon das Manager Magazin über die grundsätzliche Einigung berichtet.

Die digitale Kartentechnik wird zur Vernetzung von Fahrzeugen oder für selbstfahrende Autos immer wichtiger. Die wie von Roboterhand gesteuerten Wagen sollen die Fahrstrecke in Zukunft mit Sensoren abtasten und mit den digitalen Karten-Daten abgleichen, um sicher ans Ziel zu steuern.

Mit der Übernahme des Kartenanbieters wollen die Autobauer verhindern, dass IT-Konzerne die Kontrolle über die Schlüsseltechnologie gewinnen, um so die Preise zu diktieren und die lukrativen neuen Geschäfte mit den Daten zu dominieren.

Uber ausgestochen

Nokia hat nach Einschätzung von Experten das am weitesten entwickelte Kartenangebot. Zu den Bietern hatte auch der Fahrdienstanbieter Uber gehört, dem sich die chinesische Internet-Suchmaschine Baidu angeschlossen haben soll. Eine dritte Gruppe bestand Insidern zufolge aus den beiden chinesischen IT-Firmen Tencent, NavInfo und dem schwedischen Finanzinvestor EQT. Die deutschen Autohersteller gelten allerdings bereits seit mehreren Wochen als aussichtsreiche Kaufinteressenten für den Kartendaten-Anbieter Here.

Dow Jones berichtete Anfang Juli, dass Nokia und die Autohersteller noch über Details verhandelten. Damals war nach den Angaben von Insidern etwa offen, ob Audi, BMW und Daimler Here vollständig oder nur zum Teil übernehmen. Unter anderem über diese Frage gibt es jetzt offenbar Einigkeit: Die informierte Person sagte nun, es sei eine Übernahme von 100 Prozent der Here-Anteile vorgesehen.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ/rts

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