Wirtschaft

Fulminanter Coinbase-Einstand Banken hieven Dow ins Plus

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Übertraf die Erwartungen der Marktbeobachter: Goldman Sachs.

(Foto: REUTERS)

Auf den letzten Metern geht dem Dow Jones die Luft aus: Der US-Leitindex steigt zunächst auf ein Rekordhoch, kann das Niveau am Ende aber nicht ganz halten. Anleger blicken trotzdem optimistisch auf die kommenden Wochen. Für Wirbel sorgt der Börsengang von Coinbase.

Nach einem flauen Start hat die Wall Street neue Rekorde verzeichnet. Im späten Geschäft schmolzen die Gewinne aber wieder ab, und nur der Dow schloss noch leicht im Plus. Gestützt wurde er von Goldman Sachs, die von starken Zahlen profitierten. Daneben öffneten auch JP Morgan und Wells Fargo ihre Bücher und gaben damit den Startschuss in die Berichtssaison.

Dazu gesellte sich der großvolumige Börsengang von Coinbase im Tagesverlauf. Die Aktie der derzeit größten US-Handelsplattform für Kryptowährungen verbuchte massive Aufschläge; in der Spitze ging es gegenüber dem Referenzpreis um über 70 Prozent auf 429,54 Dollar nach oben, wodurch die Bewertung des Unternehmens auf über 100 Milliarden Dollar hochschnellte. Am Ende stand die Aktie bei 328,28 Dollar, ein Plus von 31 Prozent.

Mit Aussagen von Zentralbankseite kamen die Kurse zurück. Fed-Chairman Jerome Powell sagte, die US-Notenbank werde die Anleihekäufe deutlich vor der ersten Zinserhöhung zurückfahren. Derweil war im Beige Book von einem moderaten Wachstumstempo und einer leichten Zunahme der Inflation 2021 die Rede.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,2 Prozent auf 33.731 Punkte. Er hat im Verlauf einen neuen Rekord erzielt, wie auch der S&P-500, der indes 0,4 Prozent im Minus schloss. Der Nasdaq-Composite (minus 1 Prozent) blieb mit steigenden Renditen noch stärker zurück, nachdem er am Dienstag die anderen Indizes hinter sich gelassen hatte.

Analysten erwarten "starke Wirtschaftsdaten"

Auf der Bankenseite lieferte vor allem JP Morgan. Das Geldhaus konnte seinen Gewinn verfünffachen und damit besser als erwartet abschneiden. Allerdings profitierte der Finanzkonzern nicht zuletzt von der Auflösung von Rückstellungen für Kreditausfälle. Der Kurs sank um 1,9 Prozent - seit Jahresbeginn hat der Titel jedoch über 21 Prozent angezogen.

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Auch Goldman Sachs (plus 2,3 Prozent) überzeugte. Die Investmentbank verbuchte nach einer Versechsfachung einen Rekordgewinn, auch die verdoppelten Einnahmen sorgen für einen Rekord. Aktienhandel und Abschreibungen im Kreditgeschäft entwickelten sich besonders vorteilhaft. Wells Fargo (plus 5,6 Prozent) lieferte Erstquartalszahlen oberhalb der Marktprognosen. Dabei profitierte die Bank auch von aufgelösten Kreditrückstellungen.

"Wenn sich die Fundamentaldaten in den kommenden Wochen herauskristallisieren, sollten einige wirklich aufsehenerregende Unternehmensergebnisse und einige sehr starke Wirtschaftsdaten folgen. Es geht darum herauszufinden, ob die Fundamentaldaten stark genug sind, um zu rechtfertigen, was wir an den Märkten gesehen haben", sagte Marktstratege Paul O'Connor von Janus Henderson Investors.

Preis für Erdöl springt nach oben

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Am Devisenmarkt neigte der US-Dollar zu leichter Schwäche. Zwar steige die Inflation, die schlimmsten Befürchtungen hätten sich vorerst aber nicht erfüllt, hieß es. Insofern gewinne das Festhalten der Fed an der lockeren Geldpolitik mehr Glaubwürdigkeit.

Der Preis für Erdöl sprang nach oben - auch dank der Dollarschwäche. Vor allem aber mit den unerwartet stark gesunkenen Lagerbeständen in den USA machte der Preis einen Satz aufwärts. Derweil sieht die Internationale Energieagentur (IEA) den globalen Energiemarkt auf dem Weg der Erholung. Trotz einer uneinheitlichen wirtschaftlichen Belebung je nach Impffortschritt hat sie ihre Erwartung für die globale Ölnachfrage 2021 angehoben.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Zum Auftakt der US-Bilanzsaison hielten Europas Anleger derweil ihr Pulver trocken. Der Dax schloss 0,2 Prozent tiefer auf 15.209 Punkten. Der EuroStoxx50 legte dagegen 0,2 Prozent auf 3976 Zähler zu.

Quelle: ntv.de, fzö/DJ/rts

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