Wirtschaft

Milliarden-Zahlungen in den USA Bayer einigt sich mit Glyphosat-Klägern

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Glyphosathaltige Mittel sollen in mehreren Fällen Krebs ausgelöst haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor zwei Jahren übernimmt Bayer den US-Saatguthersteller Monsanto. Kläger in den USA machen den Hersteller glyphosathaltiger Mittel für Krebserkrankungen verantwortlich. Nun kommt es vor Gericht zu einer Einigung.

Der Chemiekonzern Bayer hat sich im Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in den USA einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge mit einem Großteil der Kläger geeinigt. Der Konzern habe Vereinbarungen mit 50.000 bis 85.000 der geschätzten 125.000 Kläger in den USA getroffen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Verhandlungskreise. Einige Anwälte seien noch nicht bereit einzulenken.

Die Entschädigungen für die Kläger reichen demnach von einigen tausend bis zu einigen Millionen Dollar pro Fall. Laut Bloomberg wird Bayer der Vergleich rund zehn Milliarden Dollar kosten. Ein Konzernsprecher in den USA wollte den Bericht Bloomberg gegenüber nicht bestätigen.

Aufsichtsrat muss noch zustimmen

Bayer hatte 2018 den US-Saatguthersteller Monsanto übernommen, Hersteller von glyphosathaltigen Mitteln. Die Kläger in den USA machen diese Mittel für ihre Krebserkrankungen verantwortlich. Nach ersten Gerichtsentscheidungen begann ein Mediationsverfahren, in dem ein Vergleich ausgelotet werden soll. Laut Bloomberg sollen die nun erzielten Vereinbarungen im Juni bekannt gemacht werden. Der Aufsichtsrat von Bayer müsse zuvor noch zustimmen.

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Aktionärsvertreter hatten den Monsanto-Kauf scharf kritisiert, weil der Aktienkurs verfiel. Bei der Hauptversammlung Ende April 2019 hatten sie deshalb Konzernchef Werner Baumann und dem Vorstand mehrheitlich die Entlastung verweigert. Der Aufsichtsrat stellte sich damals aber hinter den Vorstand.

Der US-Staranwalt Ken Feinberg versucht seit Monaten, eine außergerichtliche Einigung zwischen Bayer und den US-Klägern zu erreichen, die den Konzern nach Einschätzung von Analysten zwischen acht und zwölf Milliarden Dollar kosten könnte. Die Klagewelle hat sich der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit dem 63 Milliarden Dollar schweren Kauf des Glyphosat-Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. Ende August rechnet Vorstandschef Werner Baumann mit einer Entscheidung im ersten Berufungsverfahren in den USA.

Quelle: ntv.de, nan/dpa/rts