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US-Streit um Krankheitsrisiko EPA hält Glyphosat für nicht krebserregend

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Ein Landwirt bringt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf einem Feld aus.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Löst der Pflanzenvernichter Glyphosat Krebs aus? Das ist eine Frage, über die Wissenschaftler und Öffentlichkeit seit Jahren streiten. Nun widerspricht die US-Umweltbehörde EPA mehreren Gerichtsurteilen: Sie betrachtet das Pflanzengift nicht als krebserregend.

Die Frage, ob glyphosathaltige Unkrautvernichter eine Gefahr für Menschen sind, beschäftigt nicht nur die Wissenschaft, sondern auch Gerichte in verschiedenen Ländern. Die US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) betrachtet das Pflanzengift Glyphosat nicht als krebserregend und widerspricht damit mehreren jüngst in den USA gefällten Gerichtsurteilen. "Die EPA sieht weiterhin keine Risiken für die öffentliche Gesundheit, wenn Glyphosat entsprechend der aktuellen Anweisungen verwendet wird", bekräftigte die Behörde am gestrigen Dienstag frühere Erklärungen. Glyphosat sei kein Karzinogen.

Glyphosat ist der Wirkstoff im Pflanzenvernichtungsmittel Roundup der US-Firma Monsanto, die im vergangenen Sommer vom deutschen Bayer-Konzern übernommen wurde. Inzwischen sieht sich Bayer in den USA mit rund 13.400 Klägern konfrontiert, die ihre Krebserkrankung auf das Herbizid zurückführen.

Zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt

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Glyphosat ist der Wirkstoff im Pflanzenvernichtungsmittel Roundup der US-Firma Monsanto.

(Foto: dpa)

In zwei Fällen wurde das Unternehmen bereits zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt. Bayer hat zwar Berufung eingelegt oder dies angekündigt, viele Experten gehen aber letzten Endes von einem teuren Vergleich aus. Manche Analysten prognostizieren dafür Kosten von 15 bis 20 Milliarden Euro.

In den USA ist Glyphosat das am häufigsten verwendete Pflanzengift. Bauern versprühen das Mittel auf Feldern mit Sojabohnen oder andere Früchten, die genetisch so verändert sind, dass sie der für andere Pflanzen tödlichen Wirkung von Glyphosat widerstehen können. Privatleute nutzen das Herbizid auch für den Rasen zu Hause.

WHO: wahrscheinlich bei Menschen krebserregend"

Bayer äußerte sich zunächst nicht zu den neuen Aussagen der EPA. Das Unternehmen bestreitet den Vorwurf, Glyphosat und Roundup würden Krebs auslösen.

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) stufte Glyphosat indes 2015 als "wahrscheinlich bei Menschen krebserregend" ein.

Quelle: n-tv.de, abe/rts

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