Wirtschaft

Angriff auf wichtige PipelineBericht: Saudi-Arabien liefert im Oktober kein Öl nach Europa

18.09.2026, 15:59 Uhr
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Eine Aramco-Ölraffinerie in Saudi-Arabien. (Foto: Getty Images)

Vergangene Woche meldet Saudi-Arabien einen Drohnenangriff auf seine wichtige Ost-West-Pipeline. Wegen der Schäden stoppt Riad nun offenbar Öl-Lieferungen nach Europa für einen Monat. Die Nachricht löst bei einigen Kunden Panikkäufe aus.

Nach Angriffen auf seine wichtige Ost-West-Pipeline wird Saudi-Arabien laut einem Medienbericht im Oktober kein Rohöl an europäische Raffinerien liefern. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, informierte der Staatskonzern Saudi Aramco mindestens zwei Abnehmer in Europa darüber, dass sie im kommenden Monat kein Rohöl erhalten würden.

Europäische Kunden beziehen saudisches Rohöl normalerweise über sogenannte Terminkontrakte, die eine kontinuierliche monatliche Versorgung sicherstellen. Diese Lieferungen würden im kommenden Monat ausbleiben, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen im Gespräch mit Bloomberg. Die Entscheidung betreffe demnach sämtliche europäische Kunden. Saudi Aramco reagierte bislang nicht auf eine Anfrage.

Saudi-Arabien musste vergangene Woche den Betrieb seiner Ost-West-Pipeline nach einem Drohnenangriff einstellen. Nach Informationen von Reuters wurden dabei zwei Pumpstationen beschädigt. Die 1200 Kilometer lange Leitung verfügt über elf Pumpstationen und zwei Druckentlastungsstationen. Sie verläuft quer über die Arabische Halbinsel und transportiert Öl aus dem Landesinnern zur Westküste. Damit ist sie eine wichtige Ausweichroute für den Export, weil die Straße von Hormus sowie die Meerenge Bab al-Mandab wegen des Iran-Krieges beziehungsweise durch die Huthi-Miliz weitgehend gesperrt ist.

Nach Angaben der saudischen Behörden erfolgte der Angriff aus dem Irak. Eine Quelle sagte Reuters, die Pipeline solle innerhalb weniger Tage teilweise wieder in Betrieb genommen werden. Binnen sechs Wochen könne sie demnach wieder vollständig funktionsfähig sein.

Die Unterbrechung der Lieferungen löste bei einigen Aramco-Kunden Panikkäufe aus. Der polnische Energiekonzern Orlen S.A. veröffentlichte laut Bloomberg heute mehr als zehn Ausschreibungen, um sich alternative Bezugsquellen zu sichern. Die europäischen OECD-Länder importierten im Juni täglich 577.000 Barrel Rohöl aus Saudi-Arabien, wie die Internationale Energieagentur in ihrem monatlichen Ölmarktbericht mitteilte.

Quelle: ntv.de, jpe

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