Wirtschaft

"Empfindlicher Dämpfer" Brexit behindert deutsches Wachstum

Großbritannien hat die zweitgrößte Volkswirtschaft in der EU. Ein Austritt würde auch die Partnerländer empfindlich treffen. Hinsichtlich der deutschen Wirtschaft geht des Konjunkturforschungsinstitut IMK mit der Wachstumsprognose runter.

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Der Brexit trifft auch die deutsche Wirtschaft.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Das britische Votum für ein Verlassen der Europäischen Union wird die deutsche Wirtschaft nächstes Jahr nach Berechnungen des Konjunkturforschungsinstitutes IMK einen halben Prozentpunkt Wachstum kosten. Nach der neuen Konjunkturprognose des Instituts wächst das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nun 2016 um 1,6 Prozent und 2017 um 1,3 Prozent.

Gegenüber seiner Vorhersage vom April reduzierte das IMK nach eigenen Angaben die Wachstumsprognose für 2017 um 0,2 Prozentpunkte, hob aber für 2016 die Erwartung minimal um 0,1 Prozentpunkte an. "Ohne Brexit-Votum hätte das Institut die Vorhersage für 2016 aber um 0,2 und für das kommende Jahr um 0,3 Prozentpunkte erhöht", teilte es mit.

Durch den Brexit erhalte der moderate Aufschwung der deutschen Wirtschaft einen "empfindlichen Dämpfer", der sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar mache. Während der private Konsum als derzeit zentrale Säule des Wachstums recht stabil bleibe, breche die Investitionsdynamik abrupt wieder ab.

"Die kurzfristigen Auswirkungen des Brexit sind in Deutschland nicht katastrophal, aber doch schmerzlich genug", sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Die deutlich gewachsene Unsicherheit treffe Deutschland an einem ganz empfindlichen Punkt, denn gerade habe es so ausgesehen, als ob die Unternehmen ihre hartnäckige Investitionszurückhaltung aufgäben. "Das dürfte sich jetzt erledigt haben."

Privater Konsum bleibt Motor der Entwicklung

Die Ökonomen prognostizierten, dass die Ausrüstungsinvestitionen nur noch um 0,8 Prozent zulegten, nach bereits mäßigen 4,0 Prozent in diesem Jahr. Außerdem bleibe "ein relevantes Risiko", dass sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht Zeit beruhigen, sondern bis 2018 fortsetzten.

Der private Konsum bleibt nach der Prognose "Motor der wirtschaftlichen Entwicklung", sein Zuwachs wird sich demnach 2017 aber mit 1,8 Prozent gegenüber 2016 mit 2,1 Prozent abschwächen. Grund dafür sei, dass die Inflation nächstes Jahr 1,2 Prozent nicht mehr ganz so niedrig sein werde wie 2016. Für den Staatskonsum sieht das IMK in beiden Jahren ein Plus von 3,0 Prozent.

Der Außenhandel leiste 2016 und 2017 einen negativen Beitrag zum BIP-Wachstum und dämpfe den Aufschwung. Die deutschen Ausfuhren legen dieses Jahr nach der Prognose um 2,2 Prozent und nächstes um 2,6 Prozent zu. Die Importe wachsen infolge der stärkeren deutschen Binnennachfrage mit 4,3 und 4,7 Prozent in beiden Jahren kräftiger.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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