Wirtschaft
Keine Kunstinstallation, sondern Container im Hamburger Hafen.
Keine Kunstinstallation, sondern Container im Hamburger Hafen.(Foto: dpa)
Mittwoch, 21. Februar 2018

Deutsche Im- und Exporte: China bleibt wichtigster Handelspartner

Im Sport nennt man es Titelverteidigung: Wie schon im Jahr zuvor war China auch 2017 wichtigster deutscher Handelspartner - sogar mit Importüberschuss. Mehr Exporte gibt es dagegen in die USA - doch der Streit darum geht weiter.

China ist das zweite Jahr in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner. Importe und Exporte zwischen beiden Ländern summierten sich 2017 auf 186,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auf Platz zwei kommen die Niederlande mit 177,3 Milliarden Euro vor den USA mit 172,6 Milliarden Euro. Frankreich fiel 2017 von Rang zwei auf Rang vier ab. "Von 1975 bis 2014 war Frankreich der wichtigste Handelspartner Deutschlands gewesen", erklärten die Statistiker.

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Deutschland importierte im vergangenen Jahr insgesamt Waren im Wert von 1,035 Billionen Euro und damit so viel wie noch nie. Knapp 70 Prozent davon stammen aus den EU-Staaten.

Trotz der angekündigten Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump waren die Vereinigten Staaten wie in den vergangenen Jahren größter Markt für deutsche Exporte. Die Firmen lieferten Waren "Made in Germany" im Wert von 111,5 Milliarden Euro in die USA. Auf den Plätzen zwei und drei der bedeutendsten deutschen Exportländer lagen Frankreich (105,2 Milliarden Euro) und China (86,2 Milliarden Euro).

Die Exporte nach Großbritannien gingen von 85,9 Milliarden Euro auf 84,4 Milliarden Euro zurück. Damit verlor das Vereinigte Königreich im Zuge des geplanten EU-Austritts zwei Plätze und fiel auf Rang fünf zurück. Nach Deutschland importiert wurden die meisten Waren im Vorjahr aus China (100,5 Milliarden Euro).

Importe sichern Millionen Arbeitsplätze

Die höchsten Exportüberschüsse wies Deutschland 2017 mit den Vereinigten Staaten (50,5 Milliarden Euro), Großbritannien (47,2 Milliarden Euro) und Frankreich (41,0 Milliarden Euro) aus. Dagegen wurden mehr chinesische Waren importiert als in das Land exportiert. Für dieses Land verzeichnete der deutsche Außenhandel 2017 einen Importüberschuss von 14,3 Milliarden Euro.

Dem für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Außenhandel droht allerdings Gegenwind. Denn nach den US-Drohungen mit Strafzöllen auf ausländische Stahl- und Aluminiumprodukte bereiten sich die Europäer offenbar auf einen Handelskonflikt vor. "Wenn es tatsächlich zu US-Beschränkungen für unsere europäische Stahlunternehmen kommen wird, wird die EU hierauf angemessen reagieren", hatte am Dienstag eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums angekündigt.

Laut einer Studie sichern deutsche Warenimporte aus anderen EU-Ländern dort fast fünf Millionen Arbeitsplätze. Allein die Nachfrage der deutschen Industrie nach Vorleistungsprodukten und Investitionsgütern sorge für 3,4 Millionen Jobs in anderen EU-Staaten, berichtet die "Welt" unter Berufung auf eine Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

In Polen hingen mittlerweile fast 900.000 Jobs am Export nach Deutschland, in Tschechien und den Niederlanden seien es jeweils fast 500.000 Stellen. Die deutschen Einfuhren bestehen den Angaben nach mit 70 Prozent zum großen Teil aus industriellen Vorprodukten und Investitionsgütern. Konsumprodukte wie Lebensmittel, Kleider oder Autos spielten mit 30 Prozent dagegen eine viel kleinere Rolle.

Quelle: n-tv.de