Wirtschaft

Positive BIP-Prognose Chinas Wirtschaft strebt wieder aufwärts

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Chinas Wirtschaft läuft wieder an - auch die Textilindustrie.

(Foto: imago images/VCG)

Als Ursprungsland des Coronavirus stand China als erster Staat unter einem Lockdown - mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft. Doch nun machen Zahlen und Prognosen Hoffnung: Das Wachstum zieht wieder an, der Automarkt vermeldet steigende Absätze.

Die chinesische Wirtschaft kommt nach den Worten eines Regierungsberaters wieder in Schwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könne im anstehenden dritten Quartal um fünf Prozent wachsen, sagte der Berater des Kabinetts, Liu Huan, in Peking. Zu Jahresbeginn war die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wegen der Coronavirus-Krise um 6,8 Prozent geschrumpft und damit erstmals überhaupt seit Einführung der Quartalsstatistik.

Mit Zhu Guangyao forderte derweil ein weiterer Berater des Kabinetts die USA und China zur baldigen Wiederaufnahme ihrer Handelsgespräche auf. Beide Länder seien zu stark miteinander verflochten, um sich zu entkoppeln, sagte der ehemalige Finanzstaatssekretär.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor betont, er sehe das geplante Handelsabkommen mit China unter den Bedingungen der Corona-Pandemie in einem neuen Licht. Trump wirft China vor, nicht ausführlich und früh genug über den Ausbruch der Seuche informiert zu haben. Er drohte sogar mit Strafmaßnahmen. Die Regierung in Peking wies die Vorwürfe wiederholt zurück.

Absatzeinbruch nicht mehr aufzuholen

Auch Chinas Automarkt erholt sich immer mehr. Im Mai kletterte der Absatz auf dem weltgrößten Pkw-Markt verglichen mit dem Vorjahresmonat um 14,5 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Fahrzeuge, wie aus Daten des Herstellerverbandes CAAM hervorging. Die Unterstützungsmaßnahmen der Regierung und das gestiegene Verbrauchervertrauen hätten dafür gesorgt, dass wieder mehr Autos gekauft würden, erläuterte ein Verbandsvertreter.

Im April hatten die Autoverkäufe bereits um 4,4 Prozent zugelegt, nachdem sie im März noch um 43 Prozent eingebrochen waren. Im Februar war der Rückgang mit minus 80 Prozent besonders hoch, weil damals das öffentliche Leben wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie praktisch stillstand.

Trotz der Erholung dürften die Hersteller den Absatzeinbruch aus den ersten Monaten bis zum Jahresende nicht mehr ganz aufholen können. Ihr Verband rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem Verkaufsrückgang um 15 Prozent. Im April lautete die Prognose noch minus 15 bis 25 Prozent.

Während der Pkw-Absatz insgesamt in den beiden zurückliegenden Monaten zulegte, wurden weniger Wagen mit klimaschonender Antriebstechnik verkauft. Der Verkauf von Fahrzeugen mit neuer Energie (NEV), zu denen in China batteriebetriebene Autos, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb gehören, fiel auf 82.000 Einheiten. Der Absatz von Elektrofahrzeugen schwächelt schon länger. Hauptgrund ist der Wegfall staatlicher Subventionen beim Kauf von NEV-Fahrzeugen.

Quelle: ntv.de, mli/rts