Wirtschaft

Im Schlepptau von General Motors Delphi strebt an die Börse

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Wer GM als eine Art Volkswagen von Michigan bezeichnen mag, der kann Delphi getrost mit Conti vergleichen.

(Foto: REUTERS)

Detroit lässt die dunklen Tage der großen Absatzkrise weiter hinter sich: Längst eifert der Zuliefer-Riese Delphi seinem größten Auftraggeber GM nach. Der lang geplante Börsengang stehe nun bevor, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Für die Investoren hinter Delphi geht es um Milliarden.

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Ein Bild aus besseren Tagen: Delphi-Zentrale in Troy, Michigan.

Zwei Jahre nach seiner Insolvenz arbeitet der einst größte Autozulieferer der USA mit Hochdruck an einem Börsengang: Im Raum stehe eine Erstnotiz noch im dritten Quartal, hieß es aus dem Umfeld von Delphi. Den IPO-Antrag dürfte Delphi in den kommenden Wochen bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen.

Als Konsortialführer habe die frühere General-Motors-Tochter die US-Großbanken JP Morgan und Goldman Sachs ausgewählt. Daneben sollen die Deutsche Bank, Barclays Capital, die Citigroup und die Bank of America den Börsengang begleiten. Wie viele Anteile platziert würden, sei noch nicht entschieden. Insgesamt dürfte Delphi aber mit rund 10 Mrd. Dollar bewertet werden, hieß es.

Was sagen Markt und Management?

Delphi und die sechs Banken wollten sich nicht dazu äußern. Ein Sprecher des Zulieferers erklärte lediglich, über den Zeitpunkt und die Wahrscheinlichkeit eines Börsenganges bestimmten letztlich das Management und der Markt.

Delphi wurde 1999 von GM abgespalten und musste 2005 Gläubigerschutz anmelden. Nach dem Abschluss des Insolvenz-Verfahrens Ende 2009 übernahm eine Gruppe Finanzinvestoren um Silver Point Capital und Elliott Management das umgebaute Unternehmen. Im März stieß GM seine letzten Anteile an Delphi ab.

Quelle: n-tv.de, rts

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19.11.10