Wirtschaft

Insgesamt mehr Neuzulassungen Dieselabsatz bricht weiter ein

Die Krise des Diesel macht sich weiter bei den Neuzulassungen bemerkbar: Der Absatz der Selbstzünder sinkt im August im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Insgesamt fahren mehr neue Autos auf den Straßen - davon profitieren aber nicht alle Hersteller.

Der Automarkt in Deutschland kommt dank der Umtauschprämien für ältere Dieselautos und zusätzlicher Rabatte der Hersteller in Fahrt. Im August seien mit rund 253.700 Fahrzeugen 3,5 Prozent mehr Neuwagen auf die Straßen gekommen als vor Jahresfrist, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt mit.

Der Dieselabsatz brach erneut ein - um 14 Prozent im Jahresvergleich. Der Marktanteil sei damit um 7,6 Prozentpunkte gesunken und damit so stark wie zuletzt im Jahr 2009, als die Abwrackprämie den Absatz von Kleinwagen ankurbelte, hieß es in einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernest & Young (EY).

Die Neuzulassungen von Benzinern legten dagegen abermals kräftig zu. "Der deutsche Neuwagenmarkt ist weiter in guter Form", sagte Peter Fuß von EY. Als Gründe für die günstige Entwicklung nannte er steigende Beschäftigung und Einkommen sowie die extrem niedrigen Zinsen. Daran werde sich "bis Jahresende nichts Wesentliches ändern". Insgesamt wird der Absatz von neuen Pkw in diesem Jahr laut einer EY-Prognose voraussichtlich um knapp drei Prozent auf gut 3,4 Millionen zulegen, nachdem er im Vorjahr noch um 4,5 Prozent gewachsen war.

Die Hersteller entwickelten sich unterschiedlich. Während Marktführer VW bei der Kernmarke einen Verkaufsrückgang um rund 11 Prozent verbuchte, legten andere Hersteller teils deutlich zu. Opel steigerte die Neuzulassungen um 13 Prozent, Mercedes-Benz um 7,5 Prozent und BMW um 6,7 Prozent. Die VW-Oberklassetochter Audi verbesserte sich nur leicht (plus 0,9 Prozent).

CO2-Ausstoß sinkt kaum

Volkswagen gab als Grund für Rückgang seiner Verkaufszahlen bei der Marke VW den Modellwechsel beim Polo an. Daneben habe abermals die längere Haltedauer von Leasing-Fahrzeugen für Mitarbeiter den Absatz belastet, sagte eine Sprecherin.

Die Hersteller hatten beim Dieselgipfel Anfang August Prämien zugesagt, um ältere Selbstzünder von der Straße zu bekommen. Die Nachfrage nach diesen sogenannten Umtauschprämien in Höhe von mehreren tausend Euro je Fahrzeug sei gut angelaufen, hieß es aus der Branche. Experten rechnen daher damit, dass die Pkw-Nachfrage im September noch stärker steigen wird. Seit Jahresbeginn wurden 2,3 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von 2,9 Prozent.

Der Ausstoß des Klimagases CO2 sank im August laut Kraftfahrt-Bundesamt nur marginal, obwohl mehr Autos mit umweltschonenden Antrieben zugelassen werden. Der Wert liegt nun bei 128,2 Gramm je Kilometer, im Juli hatte er noch bei 128,4 gelegen. Das liegt daran, dass Autos mit Benzinmotor mehr Kohlendioxid ausstoßen als Selbstzünder.

Quelle: ntv.de, mli/rts

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