Wirtschaft

"Wir bitten um Entschuldigung" Douglas beugt sich doch dem Lockdown

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Douglas-Chefin Tina Müller argumentierte mit dem Verkauf von Körperpflegeprodukten in einigen Geschäften.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit einer großzügigen Auslegung der Lockdown-Verordnung wertet die Parfümeriekette Douglas einen Teil ihrer Filialen als Drogerien und lässt sie zunächst offen. Nach harscher Kritik schließt das Unternehmen nun doch vollständig die Pforten und entschuldigt sich.

Douglas rudert zurück: Die Parfümeriekette nimmt die trotz des Lockdowns beibehaltene Öffnung einiger Filialen wieder zurück. Für viele Menschen sei die Entscheidung, einige Filialen mit Drogeriesortimenten offen zu halten, nicht nachvollziehbar gewesen, teilte das Unternehmen mit.

"Ab heute bleiben alle unsere deutschen Filialen daher bis auf Weiteres geschlossen", erklärte die Chefin der größten deutschen Parfümeriekette Douglas, Tina Müller. Sie bat laut einer Mitteilung des Unternehmens "diejenigen um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben". "Unser Online-Shop bleibt selbstverständlich offen", betonte sie.

Douglas hatte am ersten Tag des bundesweiten Lockdowns knapp ein Viertel der Filialen offen gelassen und sich dabei auf den Beschluss von Bund und Ländern berufen, welcher den Verkauf von Drogerieartikeln weiter erlaubt. Die Parfümerie deklariere sich über Nacht zur Drogerie um. Eine Sprecherin argumentierte, der Begriff sei "nicht rechtlich spezifiziert". Schließlich würden diese Filialen auch Körperpflege- und Hygieneprodukte verkaufen.

Die Gewerkschaft Verdi in Hessen hatte Douglas daraufhin heftig kritisiert. "Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig", erklärte der Fachbereichsleiter Handel bei Verdi Hessen, Bernhard Schiederig. Das Vorgehen sei "im stärksten Maße anrüchig".

Bund und Länder hatten die vorübergehende Schließung des Einzelhandels verfügt, um die Verbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Nicht betroffen davon ist aber der Lebensmittel-Handel. Auch Drogerien sind ausgenommen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts

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