Wirtschaft

Vereinbarung anders verstandenEmirates fliegt vorerst doch nicht vom Flughafen BER

22.10.2026, 17:47 Uhr
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Die Fluggesellschaft Emirates hatte lange für Starts aus Berlin gekämpft. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Im September war die Freude groß, dass die Fluggesellschaft Emirates in Zukunft auch Langstreckenflüge vom Hauptstadtflughafen BER anbietet. Nun gibt es Missverständnisse zwischen der Fluggesellschaft und der Bundesregierung. Die Vereinbarung droht zu platzen.

Die staatliche Fluggesellschaft des Emirates Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wird den Berliner Flughafen BER zunächst anders als geplant nicht anfliegen. Das berichten der "Tagesspiegel" und das "Handelsblatt". Demnach erklärte der CEO der Airline, Tim Clark, auf der Luftfahrttagung "World Routes 2026" in Frankfurt am Main, dass das Mitte September getroffene Abkommen zwischen den VAE und Deutschland auf beiden Seiten unterschiedlich interpretiert werde. "Wir müssen sicherstellen, dass der Geist und die Art, wie es übersetzt wurde, richtig waren." Erst wenn dort Gewissheit herrsche, werde Berlin angeflogen.

Deutschland hatte im September zugestimmt, dass Emirates künftig neben den vier bisherigen Destinationen in Deutschland - Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg - einen fünften Flughafen mit einer abgestimmten Zahl an Verbindungen anfliegen darf, hieß es in einer Mitteilung der Bundesregierung im September. "Die zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft sind dabei auf maximal sieben Flüge pro Woche begrenzt", teilte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger von der CDU damals mit. "Gleichzeitig schließen wir ein Flugangebot der Airline zwischen dem fünften Landepunkt und Drittstaaten aus. Damit stärken wir den Luftverkehrsstandort Deutschland." Das bedeutet, dass Emirates nur zwischen Deutschland und den VAE hin und her fliegen darf.

Das Problem: Wenn Emirates die Möglichkeit annimmt, werden die bestehenden Verbindungen an den anderen vier Flughäfen eingefroren, schreibt der "Tagesspiegel". Das bedeutet, aus Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg wären keine zusätzlichen Flüge oder neuen Verbindungen möglich.

Schon seit Jahren wird über zusätzliche Verkehrsrechte für Emirates diskutiert. Der Berliner Senat hat in der Vergangenheit immer wieder für mehr Langstreckenflüge am BER geworben. Im Februar hatte sich die Bundesregierung offen für Start- und Landemöglichkeiten für die Fluggesellschaft am Hauptstadtflughafen BER gezeigt. Der Wettbewerber Lufthansa lehnt eine weitere Lizenz für den Konkurrenten in Deutschland ab. Die heimische Airline argumentierte unter anderem: "Die angespannte Lage bei den innerdeutschen Strecken, die die Metropolregionen an heimische Drehkreuze anbinden, wird mit dieser Politik weiter belastet."

Quelle: ntv.de, csi/dpa

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