Wirtschaft

Tausende Stellen fallen weg Eon sortiert bei Innogy-Tochter radikal aus

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In einem Tauschdeal vereinbarten RWE und Eon die Zerschlagung von Innogy und deren Tochter Npower.

(Foto: REUTERS)

Eon ertauscht sich im September die RWE-Tochter Innogy. An den Mitarbeitern von deren britischer Tochter Npower scheinen die Essener aber weniger interessiert zu sein. Die Mehrheit der Belegschaft wird wohl gehen müssen.

Der größte deutsche Stromversorger Eon will in Großbritannien in erheblichem Umfang Arbeitsplätze streichen. Es geht um einen Großteil der derzeit 5800 Stellen bei der neuen Tochter NPower, wie Eon-Chef Johannes Teyssen bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte. Eon plant im Vereinigten Königreich eine Neuordnung seines Vertriebs, um dort aus den Verlusten herauszukommen. Das Management wolle "notwendige Maßnahmen ergreifen, um das Geschäft nachhaltig wieder in die Gewinnzone zu führen", erklärte Teyssen.

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Außer dem eigenen britischen Vertriebsgeschäft hat der Konzern nach der Innogy-Übernahme deren Tochter NPower dazubekommen. Diese befinde sich in einer "kritischen und untragbaren wirtschaftlichen Situation", teilte Innogy kurz nach der Bekanntgabe der Zahlen von Eon mit. Auch für Eon läuft es in Großbritannien schon länger schlecht. Insgesamt 400.000 Kunden hatte der Konzern dort in den ersten sechs Monaten des Jahres verloren.

Eon will die Haushalts- und kleineren Gewerbekunden von NPower künftig über Eon UK auf einer gemeinsamen Plattform betreuen. Der Betrieb von einer statt bislang zwei Kundenserviceplattformen schaffe "erhebliche Synergien". Bei den verbleibenden Aktivitäten von Npower sollen in den nächsten zwei Jahren die meisten Standorte geschlossen werden. Wie viele Stellen konkret wegfallen, gaben die Firmen allerdings nicht bekannt. Die britische Gewerkschaft Unison fürchtet den Wegfall von 4.500 Jobs. Der Zusammenbruch von Npower ein Monat vor Weihnachten sei ein "grausamer Schlag" für die Mitarbeiter, sagte Unison-Generalsekretär Dave Prentis.

Für die Fusion werden auch die Spitzenposten in Großbritannien umgebaut. So wird etwa der Eon-Chef in Großbritannien zukünftig auch Npower leiten. Bei Npower müssen zwei Vorstände gehen. Eon wolle insgesamt in Großbritannien bis 2022 ein deutlich positives Ergebnis erreichen, der Markt sei aber derzeit "besonders herausfordernd", erklärte Eon-Chef Johannes Teyssen.

In Großbritannien wurden im Herbst 2018 Preisobergrenzen für Strom und Gas eingeführt. Dadurch ist das Geschäft für viele Versorger verlustreich geworden. Innogy hatte bereits in der Vergangenheit erfolglos versucht, NPower zu veräußern. Der Eon-Konzern erzielte in den ersten neun Monaten ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 2,2 Milliarden Euro und einen bereinigten Überschuss von 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz lag bei 23,6 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/DJ