Wirtschaft

Professionelle Hilfe bei Kritik Facebook holt Clinton-Sprecher

Das soziale Netzwerk Facebook engagiert einen Profi für seine Öffentlichkeitarbeit: Joe Lockhart, einst Sprecher von Ex-Präsident Bill Clinton, soll dem Unternehmen künftig unter anderem bei der Kommunikation schwieriger Datenschutz-Fragen beistehen.

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Joe Lockhart ist den Umgang mit der Presse gewohnt.

(Foto: REUTERS)

Wenige Tage nach der jüngsten Kritikwelle wegen einer automatischen Gesichtserkennungsfunktion auf Fotos hat das Onlinenetzwerk Facebook einen früheren US-Regierungssprecher für seine Öffentlichkeitsarbeit verpflichtet.

Joe Lockhart, der unter Ex-Präsident Bill Clinton als Sprecher des Weißen Hauses arbeitete, solle der Kommunikation von Facebook "mehr Tiefe" verleihen, sagte Elliott Schrage, Chef für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. Lockharts Erfahrung als Regierungssprecher prädestiniere ihn für die Steuerung der Öffentlichkeitsarbeit, die rund um die Uhr "effiziente Reaktionen" erfordere. Vor Lockhart soll Facebook den früheren Obama-Sprecher Robert Gibbs abgefragt habe. Er soll abgesprungen sein, nachdem das Facebook-Angebot an ihn in die Medien durchsickerte.

Skandalerprobt

Der 51-jährige Lockhart solle in der Kommunikation für die Bereiche Unternehmen, Politik und Internationales zuständig sein, erklärte Schrage. Er werde am 15. Juli antreten und, sobald es seine familiären Verpflichtungen erlaubten, von Washington nach Kalifornien umziehen. Lockhart war Clinton-Sprecher während dessen zweiter Amtszeit, in den Jahren 1998 bis 2000. In diese Zeit fiel unter anderem das Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton nach dem Skandal um Praktikantin Monica Lewinsky. 2001 gründete Lockhart eine eigene PR-Firma.

Die neue Gesichtserkennungssoftware, wegen der Facebook in den vergangenen Tagen in der Kritik stand, war in den USA bereits vor sechs Monaten, in vielen anderen Ländern aber erst in der vergangenen Woche eingeführt worden. Beim Hochladen neuer Fotos in das Netzwerk analysiert sie die Gesichter auf bereits markierten anderen Fotos und schlägt Namen vor, um das Markieren der neuen Bilder zu vereinfachen. Die Funktion wurde von dem Unternehmen ohne Rückfrage voreingestellt und musste von Nutzern manuell deaktiviert werden.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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