Wirtschaft

Abstand zwischen Schritten Fed: Erst Anleihenkäufe reduzieren, dann Zinsen

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Die Notenbank kündigt zwischen dem Ende der Anleihenkäufe und der Zinserhöhung einen langen Abstand an.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die US-Notenbank stützt mit Anleihenkäufen von monatlich 120 Milliarden Dollar die Wirtschaft. Mit der einsetzenden Wirtschaftserholung stellt sich die Frage nach dem Ausstieg aus den Hilfen. Klar ist jedoch, am Zinssatz wird noch lange nicht gerüttelt.

Die US-Notenbank (Fed) will das Zurückfahren ihrer Staatsanleihekäufe lange vor einer Zinserhöhung ins Auge fassen. Das stellte Fed-Chef Jerome Powell auf einer Online-Veranstaltung des Economic Club of Washington klar. "Wir haben noch nicht über diese Abfolge abgestimmt, aber das ist der Geist unserer Orientierungslinie", fügte er hinzu. Darin hat die Fed den Finanzmärkten Anhaltspunkte dafür gegeben, wie sie bei der Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik in Zukunft vorgehen will.

Den Umfang ihrer monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar will sie demnach so lange beibehalten, bis "substanzielle weitere Fortschritte" auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind. Aus dieser Orientierungslinie ergibt sich laut Powell, dass die Phase des Herunterfahrens der Anleihenkäufe "sehr wahrscheinlich lange vor" einer Zinserhöhung erreicht sein werde.

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Eine Anhebung des Schlüsselsatzes bereits im laufenden Jahr ist laut Powell sehr unwahrscheinlich. Letztlich komme es aber darauf an, wann die Fed die angestrebten Ziele erreiche. Im Mittel erwartet die Führungsebene der Notenbank, dass der Leitzins noch bis Ende 2023 in der Spanne von null bis 0,25 Prozent gehalten wird.

Powell hatte jüngst gesagt, er sehe die US-Wirtschaft in der Corona-Krise an einem Wendepunkt. Es gebe die Erwartung, dass das Wachstum und die Zunahme der Beschäftigung in den kommenden Monaten an Fahrt gewinnen würden.  Die Fed bleibt aber vorerst bei ihrer sehr lockeren geldpolitische Linie, wie die Protokolle der jüngsten Zinssitzung zeigen. Aus Sicht der Währungshüter ist die Unterstützung für die Wirtschaft weiter nötig, bis sich die Erholung stärker gefestigt hat.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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