Wirtschaft

Öffnung der Schleusentore? Fed entscheidet über Geldspritze

Nach der Phase der Rezession schwächelt die amerikanische Konjunktur weiter. Das ruft erneut die Notenbank Federal Reserve auf den Plan. Nach den Kongress- und Gouverneurswahlen entscheidet sie über eine weitere Unterstützung der US-Konjunktur. Es wird erwartet, dass die Fed die Notenpresse erneut anwerfen wird.

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Schwerwiegende Entscheidungen hinter den dicken Mauern des Washingtoner Fed-Gebäudes.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die amerikanische Notenbank dreht heute aller Wahrscheinlichkeit nach abermals den Geldhahn auf, um die schwache US-Konjunktur zu stützen. Märkte und Analysten erwarten, dass die Federal Reserve (Fed) für mehrere hundert Milliarden Dollar und über einige Monate verteilt Staatsanleihen kauft. Eine Mitteilung der Fed wird gegen 19.15 Uhr MEZ erwartet.

Ziel des geldpolitischen Manövers ist, Kreditzinsen zu senken, um auf diese Weise die Nachfrage von Bürgern und Unternehmen anzukurbeln. Übergeordnet wird erwartet, dass die US-Notenbank eine Ausweitung der Geldmenge von 500 Milliarden Dollar bekannt geben wird. Mit dem damit verbundenen Kaufprogramm dürften Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei bis zehn Jahren über einen Zeitraum von sechs Monaten gekauft werden.

Der neuerliche Einsatz der sogenannten Quantitativen Lockerung war in den vergangenen Wochen angesichts enttäuschender Konjunkturdaten immer wahrscheinlicher geworden. So war die größte Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal aufs Jahr gerechnet nur um zwei Prozent gewachsen, in den drei Monaten zuvor lediglich um 1,7 Prozent. Im September lag die Arbeitslosenquote bei 9,6 Prozent.

Richtungskampf

Das Manöver ist umstritten. Kritiker befürchten langfristig eine übermäßige Inflation und die Saat neuer Preisblasen. Andere bezweifeln, dass eine Quantitative Lockerung die Konjunktur wirksam ankurbelt. Die Fed hatte bereits im Kampf gegen die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise für rund 1,7 Billionen Dollar Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Papiere gekauft.

Es wird allgemein erwartet, dass Fed-Gouverneur von Kansas City, Tom Hoenig, einer Ausweitung der Fed-Bilanz nicht zustimmen wird. Sollten mehr Gouverneure Vorbehalte äußern, könnte das von den Märkten kritisch interpretiert werden, da dies auch auf Unstimmigkeiten innerhalb der Fed schließen lässt.

Quelle: n-tv.de, dpa/DJ

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